Seit jüngster Vergangenheit kassiert Action und Hollywoodstar Tugg Speedman (Ben Stiller) einen Flop nach dem anderen. Als ein Versuch in das Genre Drama zu wechseln, kläglich scheitert, gibt es für ihn eine allerletzte Chance um seine Karriere zu retten. Gemeinsam mit Starkomiker Jeff Portnoy (Jack Black) und den vielfach ausgezeichneten Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.) fliegen sie nach Vietnam, um einen seriösen Kriegsfilm zu drehen. Das authentische Skript stammt vom Kriegveteranen Four Leaf (Nick Nolte), der sich zudem als Berater zur illustren Truppe gesellt. Kaum sind die Dreharbeiten in Gang, treten auch schon die ersten Schwierigkeiten auf. Die Chemie zwischen den Stars scheint nicht zu stimmen. Außerdem nehmen sich die Protagonisten als viel zu wichtig um gewinnend für das Projekt zu wirken. Als die Situation zu eskalieren beginnt, hält der Autor die Lösung parat. Die Verantwortlichen sollen das Set auflösen und die Szenerie in den tiefen Dschungel befördern. Erst wenn die Angst echt wird, kann der Film gerettet werden. Gesagt, getan; schon verschlägt es die Crew ins gefährliche Dickicht. Nur hier sind ihre Gegner keine Statisten. Hier lauert die echte Gefahr. Krieger des urbanen Drogenkartells sind bereit unter allen Umständen ihr Revier zu verteidigen, schließlich glauben sie ihre Feinde als amerikanische Drogenfahnder erkannt zu haben. Ein ungleicher Kampf beginnt, indem die Darsteller, neben ihren Ego, auch ganz leicht das eigene Leben verlieren könnten.
In TROPIC THUNDER beweist Ben Stiller seinen Hang zur Vielseitigkeit. Neben dem Part als Hauptdarsteller übernimmt er die Regie, tritt als Co. Autor in Erscheinung, und produziert das Projekt am besten auch gleich selbst. Sein Stellenwert scheint in den Staaten sehr hoch zu sein, denn es gelingt Ben scheinbar mühelos, namhafte Darsteller zu engagieren. Aus diesem Grund glaubt der Besucher im Vorfeld auch nicht, nur eine oberflächliche Komödie vorgesetzt zu bekommen. Kapazitäten wie zum Beispiel Robert Downey Jr. oder Nick Nolte, sollten doch die Qualität eines jeden Filmes heben können und demnach die Erwartungshaltung nach oben schrauben. Seien wir mal ehrlich. Wenn wir neben den bereits Genannten in der Besetzungsliste auch Namen wie Tom Cruise, Jon Voight, Jason Bateman, oder Matthew McConaughey lesen, muss ein gewisses Niveau vorhanden sein.
Dieses Niveau ist tatsächlich gegenwärtig. Es ist aber nicht in den Witzen zu finden. Diese sind abgeschmackt und oberflächlich. Die Gags passen sich den Schlagfertigkeiten üblicher Genrefilmen an und geraten in selber Sekunde in Vergessenheit. Die positiven Eigenschaften sind vielmehr in der Situationskomik zu finden. Außerdem bietet das Drehbuch einige Seitenhiebe auf das Showbiz, und kosten sie auf amüsante Weise aus. Adoptionen, Drogenentzug eines Celebrity, oder alles für eine Rolle zu tun. Diese Dinge werden auf amüsante Weise auf die Schippe genommen. Insgesamt kommt in dem Projekt die feine Gesellschaft aus Hollywood schlecht weg. Schön dieses auch mal aus dem eigenen Lager zu hören.
Einen weiteren positiven Aspekt widerfährt dem Zuseher, wenn er als Cineast Filme des Genres kennt, und dabei Parallelen auf TROPIC THUNDER ziehen kann. PLATOON, APOCALYPSE NOW, THE DEER HUNTER und etliche mehr, dürfen in vielen Situationen für diese Produktion herhalten. Etwa wenn Ben Stillers Konterfei, halb im Licht halb im Schatten, zum Besten gibt dass er sich bereits zu hause fühlt. Dann denkt man unweigerlich an Marlon Brando, und seine unvergessliche Monologe. Oder wenn so manche Sterbeszene an den einen oder anderen Klassiker erinnert. In diesen Passagen hat der Zuseher mit Sicherheit Spaß an der Sache.
Den Darsteller jedenfalls glaubt man beim betrachten ihre Laune. Ben Stiller gibt eine passable Leistung ab da er seine Rolle dezent anlegt. Das bedeutet dass er nicht ganz so zurückhaltend wie im NACHTS IM MUSEUM, aber auch lange nicht so aufgedreht wie in vielen seiner anderen Filme, agiert. Robert Downey Jr. besitzt als Kirk Lazarus die dankbarste Aufgabe. Er darf mit der feinen Gesellschaft aus Hollywood am bösesten umgehen, und tut dies mit einer dämonischen Sicherheit. Jack Blacks Rolle hat es dagegen am schwersten. Seine Zeilen vermögen am wenigsten zu glänzen, sodass er mit Leib und Seele dagegen halten muss. Sehr gut und am längsten in Erinnerung, wird Tom Cruise als machtgeiler Studioboss, haften bleiben. Tom beweist in dem Werk einen Mut zur Hässlichkeit und wirkt überaus überzeugend. Diese Rolle wird seinem angeschlagenen Image etwas aus der Patrouille helfen können.
Ein weiterer positiver Aspekt ist diesmal nicht der Score, sondern die exzellente Musikauswahl. Songs wie Sympathy for The Devil von den Stones, Name of The Game von The Crystal Method, oder Run trough The Jungle von CCR, werden perfekt in Szene gesetzt.
Ob die von den Autoren Ben Stiller, Ethan Coen und Justin Theroux nettem Seitenhieb, plus die akustisch superben Treffer reichen, um das ungeheure Budget von 92 Millionen Dollar wieder aufzufüllen, bleibt abzuwarten.
Fazit:
TROPIC THUNDER stellt eine vergnüglich leichte Kost an Klamauk dar. Leider gelingen die Gags nicht so gut wie die bösen Anspielungen auf die High Society Hollywoods. Insgesamt aber wird sich beim Sehen durchaus eine gute Laune einstellen. Von dieser Theorie ausgehend ist ein Kinobesuch gerechtfertigt.
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