Das Drehbuchautorenduo, bestehend aus Christopher Markus und Stephen McFeely, konnten bei dem amüsanten You Kill Me eine überaus gute Balance aus bittebösen Dialogen und gekonnt gezeichneten Figuren auf die Leinwand zaubern. Schon in ihrer ersten, mit dem Emmy prämierten Arbeit, The Life and Death of Peter Sellers, haben die Beiden geschickt aus der skurrilen Lebensgeschichte von Peter Sellers extrem witzige Situationskomik herauskitzeln können. Ebenso hier wird der Zuschauer auf die beste Art und Weise unterhalten. Die Autoren konnten der schrulligen Geschichte viele eigenwillige Einfälle und witzige Flausen abluchsen, ohne dabei die charmante Liebesgeschichte zwischen dem Killer und der Zynikerin zu vernachlässigen. Zwar wirkt das Drehbuch an manch einer Stelle leicht ungestüm zusammengeschustert, und die Humoristen konnten dem Buch nicht den letzten dramatischen Feinschliff geben, dennoch gelang ihnen ein sympathische Vorlage für die Leinwand.
Regisseur John Dahl versuchte die Geschichte nun in düsteren Ton in Szene zu setzen. Dabei legte er besonders viel Wert auf die triste Beleuchtung, welche speziell in dem Mafiakrieg in dem winterlichen Buffalo zum Einsatz kommt. Die lebendige Kamera lässt der Filmemacher auf raue Art über die Szenerie gleiten und gibt sich in einigen Szenen beinahe dokumentarisch. Zwar kann Dahl die Story nicht gänzlich packend präsentieren (insbesondere der Prolog und das Ende in Buffalo will nicht so ganz in Fahrt kommen), gleichwohl zeigt er einen guten Zugang zu dem Sujet in der visuellen Ebene. Diesem folgt auch der akkustische Kanal, welcher von einem polnischen Ton geprägt wird. Dieser ruhige Score kann zugleich sowohl die Tristes der Landschaft, als auch den Witz der Geschichte einfangen.
Zu guter Letzt, darf man in einem Film mit dem fabulösen Sir Ben Kingsley dessen Darbietung nicht vergessen zu rühmen. Der Gigant unter den Schauspielern, der schon die ganze Bandbreite an verschiedensten Rollenbildern spielte, verinnerlicht ohne mit der Augenwimper zu zucken gänzlich das Rollenbild des Auftragskillers. Man kann nicht sagen, dass You Kill Me von Ben Kingsley lebt – vielmehr ist diese schwarze Satire eigentlich nur Kingsley. Die Bildsprache ist ordentlich, das Buch witzig – jedoch diesen Gott am Schauspielolymp spürt das Publikum in jeder Sekunde als Lebenssaft durch den Film fließen. Kingsley ist das Blut in den Adern von You Kill Me.
Fazit:
Mit You Kill Me schuf Regisseur John Dahl einen witzigen, schwarz-humorigen Spaß, welcher besonders dank Sir Ben Kingsley so richtig in Fahrt kommt. Dem Zuschauer wird geraten eine Sicherheitsweste anzuziehen. Denn Kingsleys Zunge ist scharf wie ein Messer und er wird die Lachmuskeln des Publikums bis zum Äußersten reizen.
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