Vor beinahe zehn Jahren schuf der junge Regisseur Stephen Summers mit seiner Neuinterpretation des Mumienstoffs ein Revival des Abenteuergenres. Der Blockbuster The Mummy war ein sofortiger Erfolg an den Kinokassen. Der abenteuerliche und fantasievolle Spaß mit dem sympathischen Mumienjäger Brendan Fraser zog zwei Jahre nach dem Erstling seine erste Fortsetzung und ein Spin-Off nach sich – und nun muss der kühne Fraser erneut ran.
Doch was das Drehbuchautorenduo, bestehend aus Alfred Gough und Miles Millar, in dem neuesten Teil der The Mummy-Reihe mit der Geschichte und ihren Figuren anstellt, ist wahrlich eine Überraschung. Während schon der zweite Part der Serie nicht denselben Charme versprühte, welcher einst vom Original ausging, sollte das Drehbuch von The Mummy: The Tomb of the Dragon Emperor lieber im Sand begraben bleiben. Die Figurenzeichnung ist äußerst lahm ausgefallen. Den Schauspielern werden die dümmsten Dialogfragmente in die Münder gelegt. Und Brendan Fraser wird genötigt die wohl dämlichsten One-Liner der letzten Jahre von sich zu geben. Doch den Höhepunkt der Lächerlichkeit erreicht der Film mit seiner eigenen stumpfsinnigen Geschichte, welche noch dazu schlecht konstruiert erzählt wird. Spätestens wenn die berüchtigten Yetis ins Spiel kommen, greift sich auch der Allerletzte kopfschüttelnd an die Stirn. The Mummy: The Tomb of the Dragon Emperor stellt sich eigene, beinahe hirnrissige Gesetze auf und stolpert über diese. Innere Logikbrüche sind bei diesem Film an der Tagesordnung. Die Story ist nur ein mageres, abgenagtes Skelett, welches sich nur äußerst schwer auf seinem klapprigen Gebein hält.
Bei vielen Filmen mit schwächeren Geschichten hört man die Phrase, man hätte doch mehr Geld in das Drehbuch als in die SFX stecken sollen. Dies kann man bei The Mummy: The Tomb of the Dragon Emperor nicht behaupten. Waren die visuellen Effekte im Auftakt zu der Trilogie noch auf dem neuesten Stand der Technik, reichen die mittelmäßigen Special Effects des neuen Teils in eine Ära vor dem Erstling zurück. Wenn sich der bösartige Tyrann langsam seine menschliche Hülle für die Tonhaut ablegt, werden schlechte, verdrängte Erinnerungen an Computereffekte aus der Mitte der 90er wach. Regisseur Rob Cohen, der hier Stephen Sommers auf dem Regiestuhl ablöst, setzt seine Effekte exzessiv ein, um seine Filmarbeit zu verbessern. Cohen fängt eigentlich die Elemente aus dem Computer relativ gut ein, indem er im typischen Hollywoodschen Stil agiert. Während Cohen besonders durch seine Actionspektakel xXx und Stealth schon sein Geschick für atemberaubende Stuntszenen gezeigt kann, gelingt es ihm nicht sein Können in The Mummy: The Tomb of the Dragon Emperor unter Beweis zu stellen. Besonders ärgerlich ist das Potential zu verkennen, welches sich in den Kämpfen zwischen den beiden asiatischen Meistern ihres Faches versteckt. Das Zusammentreffen von Jet Li und Michelle Yeoh ist kurz, schmerzlos und langweilig. Hier hat man verpasst großartige Schlachten auf die Leinwand zu zaubern.
Fazit:
Man kann sie zerhacken, erschießen und begraben, jedoch kommt sie immer wieder. Die The Mummy-Reihe ist trotz des Niveauverlustes zwischen dem ersten und zweiten Teil nicht unter zu kriegen. The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor ist ein weiterer Aufguss mit minimalem Unterhaltungsfaktor.
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