Sophie Scholl - Die letzten Tage

  • Informationen zum Film
  • Sophie Scholl - Die letzten Tage

  • Originaltitel:
    Sophie Scholl - Die letzten Tage
    Genre:
    Krimi, Drama, Krieg, Biographie, Geschichte
    Produktionsland:
    Deutschland
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    25.02.2005
    Kinostart Deutschland:
    24.02.2005
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Marc Rothemund
    Drehbuch:
    Fred Breinersdorfer
    Musik:
    Reinhold Heil, Johnny Klimek
    Darsteller:
    André Hennicke, Gerald Alexander Held, Jörg Hube, Anton Figl, Johanna Gastdorf, Klaus Händl, Maria Hofstätter, Julia Jentsch, Fabian Hinrichs, Anne Clausen, Florian Stetter, Maximilian Brückner, Johannes Suhm, Lilli Jung, Petra Kelling, Franz Staber, Wolfgang Pregler, Christian Hoening, Paul Herwig, Walter Hess, Norbert Heckner, Frederike Schinzler, Dorothea Senz, Hagen Schnauss, Harald Geil, Dieter Rupp, Christian Wienhöfer, Hans Jörg Finselberg, Michael Esslinger, Manfred Auer
  • Inhalt
  • 18. Februar 1943 :

    In München wird die 21jährige Studentin Sophie Scholl, von einigen Beamten der Geheimen Staatspolizei verhaftet. In den darauf folgenden knapp 72 Stunden, versuchen Beamte des SD, in stundenlangen Verhören, die Ursachen des Widerstandes zu ergründen. Am 21. Februar 1943 eröffnet der Vorsitzende Richter des Volksgerichtshofes, Dr. Roland Freisler den Prozess - er endet mit der Verkündung der Todesstrafe für alle Angeklagten. Am 22. Februar 1943 wird Sophie Scholl, zusammen mit einigen Mitverschwörern, im Gefängnis von München-Stadelheim enthauptet.
  • Filmkritik
  • Die Produktion von Mark Rothemund, visualisiert die letzten vier Tage im Leben der Sophie Scholl. Das bedeutet, das Regisseur Mark Rothemund, ein gewisses historisches Faktenwissen, bei seinen Zuschauern vorraussetzt. Sophie Scholl war ein Mitglied der "Weissen Rose", einer Widerstandsgruppe, die besonders im süddeutschen Raum in Erscheinung trat. Zur historischen Komplettierung sei jedoch gesagt, das die Aktionen der "Weissen Rose", sich keinesfalls auf den von Rothemund visualisierten Zeitraum beschränkten - die "Weisse Rose" war bereits seit Sommer 1942 aktiv.

    Doch nun zurück, zu den Arbeiten von Rothemund und seinem Team. Der Charakter der Sophie Scholl wird von der Schauspielerin Julia Jentsch verkörpert. Zweifelsohne besitzt die atraktive Julia Jentsch, eine gewisse Ähnlichkeit mit der verstorbenen Sophie Scholl, was dem Zuschauer die Identifizierung mit den Geschehnissen etwas erleichtert.

    Rothemund verzichtete, wohl sehr bewusst, auf viele ureigene Stilmittel des filmischen Mediums. Eine Spannungsmusik ist in diesem Film ebenso wenig zu finden, wie die viel zitierte Spannungskurve.

    Einige Zuschauer, so auch in dem von mir besuchten Kino, bemängelten die so eben erwähnten Kriterien sehr stark. In diesem Zusammenhang muss ich jedoch sagen : Diese Leute haben das Ziel des Regisseurs, wohl gründlich mißverstanden.

    Rothemund war nicht darauf bedacht, dem Zuschauer ein historisch basierendes "Actionspektakel" frei Haus zu liefern, sondern sein Ziel bestand, ausschliesslich, in der gründlichen Visualisierung der aktuellen historischen Erkenntnisse.

    Die Verhaftung der Geschwister Scholl, verlief auch in der Realität realativ unspektakulär. Vor dem Prozess, geführt durch Dr. Roland Freisler, war Sophie Scholl nur eine völlig unbekannte Studentin, auch ihr Bruder war keinesfalls, eine nationale Persönlichkeit.

    Die NS-Führung versuchte durch den Prozess, andere Widerstandsgruppen abzuschrecken, mit anderen Worten : In den Augen der NS-Regierung waren die Geschwister Scholl (und deren Freunde) nur Mittel zum Zweck, es hätte genauso gut, jede ander Widerstanndsgruppe treffen können. Gerade im Februar 1943, unmittelbar nach der Niederlage von Stalingrad, versuchte die Gestapo, jeden Zweifel am "Endsieg" der deutschen Wehrmacht bereits im Keim zu ersticken.

    Im Film tritt diese Absicht dann auch sehr gut zu Tage, insbesondere durch Andre Hennicke, der den Charakter von Dr. Roland Freisler verkörpert.

    Hennicke gab sich wirklich Mühe, seinen Part mit entsprechender Aussagekraft zu verkörpern, was ihm zu einem grossen Teil auch sehr gelungen ist - wenn gleich auch hier, einige Kinobesucher durchaus etwas anderer Meinung waren. Diesbezüglich scheinen jedoch, einige überkritische Zeitgenossen, einige historische Aspekte etwas aus den Augen zu verlieren.

    Es ist nämlich Fakt, das von Roland Freisler nur sehr wenige Filmaufnahmen existieren, welche ihn (während eines Prozesses) im Portrait präsentieren - Freisler wurde nämlich zumeist nur von hinten gefilmt, mittels einer versteckten Kamera, welche im Gerichtssaal plaziert wurde. Im Umkehrschluss ist es daher nur sehr schwer möglich, die genaue Mimik und Gestik des ehemaligen Gerichtspräsidenten zu reproduzieren.

    Der Film "Sophie Scholl - Die letzten Tage" ist ein Drama, dementsprechend wird der Film durch lange, aber sehr aussagekräftige Dialoge geprägt. Der Zuschauer, wird zum Zeugen einer Visualisierung, die erst durch die Einsicht in die Akten der Geheimen Staatspolizei ermöglicht wurde. Vorherigen Produktionen, wie z.b. dem 1982 enstandenen Film "Die Weisse Rose" (Regie : Michael Verhoeven) standen diese Unterlagen noch nicht zur Verfügung. Dementsprechend leistete Rothemund eine Pionierarbeit auf diesem Gebiet, kein anderer Film mit dieser Thematik konnte auf ein solches Faktenwissen zurückgreifen, wie dies bei Rothemund und seinem Team der Fall gewesen ist.

    Natürlich besitzt auch diese Produktion einige Schwächen. Zum einen wirken einige Szenen etwas zu theatralisch und auch zu sentimental. Es ist nun einmal nur sehr schwer vorstellbar, das eine junge und gerade zum Tode verurteilte Studentin, aus ihrem Zellenfenster sieht, als hätte Sie sich gerade frisch verliebt. Da Sophie Scholl alleine in ihrer Zelle war, sind solche Szenen historisch wohl auch nicht nachzuweisen. Natürlich muss auch ein Drama ein gewisses Maß an künsterlischer Freiheit besitzen, doch nichts desto trotz, wirkten einige Szenen, wie zum Beispiel die eben beschriebene, schlicht und egreifend etwas deplaziert.

    Unter dem Strich, ist "Sophie Scholl - Die letzten Tage" eine gute, allerdings keine herausragende Produktion aus deutschen Landen.
  • Kurz Kritik
  • Story
    4,0
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    4,5
    Spannung:
    2,5
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    BadDog

Kommentare

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

User Kritiken

User Kritiken

Um eine Kritik auf DVD-Forum.at abzugeben musst du angemeldet sein.

Cover

Cover

User Meinung

Meine Wertung:


User Wertung:

Wertung: 0/10 | Wertungen: 0 | Kritiken: 0