Kurzkritik
Es ist die Suche nach Geborgenheit, einem Gefühl von Heimat und Sicherheit, die die Protagonisten in Marco Puccionis Riparo antreibt. Wie individuell alle drei mit ihrem Wunsch umgehen, sieht man schließlich auch, wenn Lebenswelten aufeinanderprallen: Anis versteht zum Beispiel nicht, dass Anna und Mara ein lesbisches Paar sind, genauso wenig wie Annas Mutter – Besitzerin einer großen Schuhfabrik, in der Mara und später auch Anis arbeiten – die sexuelle Neigung ihrer Tochter verstehen will. Auch Maras Beziehung zu ihrem schwer kranken Vater ist von großen Schwierigkeiten umgeben.
Riparo ist aber auch ein gefährliches Spiel mit Gefühlen und menschlichen Schwächen, die Grundfesten erschüttern und am Schluss nichts lassen, wie es war. Bis dahin erfreut man sich an einem zwar sehr gut gespielten, aber inszenatorisch wenig originellem oder gar spannendem Drama, das besonders die Einwanderungsproblematik thematisiert, aber nur selten zu berühren vermag.
Kommentare
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