Massenhaft Ware zu diesem Thema liefert uns das gute alte Hollywood. Großstädter die sich in tiefen Wäldern mit so genannten Rednex herumschlagen, müssen für so manchen Horrorfilm herhalten. Ungewöhnlich ist nur der Umstand, dass nun auch Portugal einen Beitrag zu dieser Materie liefert. Irgendwo in der tiefsten Einöde außerhalb Lissabons leben seltsame und in sich gekehrte ängstliche Einheimische, die das Leben der Neuankömmlinge schwierig machen. Das Regieduo Tiago Guedes und Frederico Serra, die im übrigen alle bisherigen Projekte gemeinsam gestalteten, bedienen sich diesem für europäischen Verhältnissen untypischen Stoff. Und für nationale Verhältnisse funktioniert die Idee. Denn immerhin wurden sie dafür im eigenen Land mit diversen Preisen überhäuft.
Fachlich gesehen entstand mit COISA RUIM, so der Originaltitel, ein getragenes und seriöses Werk. Der Film beginnt mit einer genauen Charakterisierung der einzelnen Hauptfiguren. Danach wird mit der Einführung der verschiedenen Gesellschaften ebenfalls viel Zeit verbraucht. Es kann durchaus als ein Vorteil angesehen werden wenn ein Aufbau so exakt stattfindet. Der langsame Beginn soll über eine interessante Weiterführung, schlussendlich zu einem großen Finale avancieren. Doch leider findet zumindest der letzte Teil dieses Vorhabens nicht statt. Die gesamte Energie von BAD BLOOD, so der internationale Titel, geht mit Fortdauer verloren. Wenn ein Projekt zwei Drittel lang auf das Ende zielt, sollte dieses auch ein Würdiges besitzen. Dann verzeiht der Zuseher die eine oder andere langweilige Minute. Hier jedoch wartet man vergeblich auf ein akzeptables Ende. Und damit zerfällt, das zu Beginn noch ansprechende Werk, zu einer Durchschnittskost. Um es mit anderen Worten zu beschreiben ist diese Produktion eines, dass mehr durch seine solide Handhabe als durch Spannung funktioniert. Angesichts dieses Genres stellt diese Tatsache ein klares Manko dar. Schließlich wird diese Filmgattung mit Mystery - Thriller betitelt.
Die Optik von BAD BLOOD ist eher in einer künstlerischen Ecke einzuordnen. Das Regie Double verzichtet weitgehend auf teure Special Effects. Viel mehr entsteht beim Sehen der Eindruck ein “ altmodisches “ Werk zu betrachten. Das die Vorangehensweise noch heute eingesetzt wird, kann mit Filme a la DAS WAISENHAUS bewiesen werden, der ebenfalls erst kürzlich in unsere Kinos lief. Nur das der portugiesische Film hier den Vergleich nicht standhält. BAD BLOOD verfehlt in diesem Kontext klar das Thema, da er sich zu großen Teilen dem Drama unterordnet. Die schaurigen Elemente sind in BAD BLOOD nur im Ansatz erkennbar. Dadurch wird der Zuseher nur begrenzt zufrieden gestellt und die diversen Festivalpreise flimmern deshalb unter einem diffusen und fragwürdigen Licht.
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