Schon als Kind hatte Charlie Farmer einen Traum. Eines Tages wird er mit einer Rakete in den Weltraum fliegen. Nur, dass es sich dabei um eine Hausgemachte handeln würde, konnte er nicht ahnen. Charlie begann seine berufliche Laufbahn als Pilot. Später verdiente er sein Gehalt, in dem er als Techniker für den Raketenbau arbeitete. Von daher rührt auch sein Wissen über das funktionieren eines Flugkörpers. Danach strebte Charlie eine Ausbildung zum Astronauten an, musste diese aber wegen den plötzlichen Tod seines Vaters abrechen. Das hinderte den tollkühnen Helden jedoch nicht im geringsten an seinen Traum festzuhalten. Wenn es nicht auf die herkömmliche Weise geht, dann muss es einen anderen Weg geben. Gesagt, getan; Charlie nimmt einen Kredit auf und beginnt im Stall seine Rakete zu bauen. Das gesamte Gesparte, plus Hypotheken auf das Haus, soll die Fortführung, und abschließend die Fertigstellung, finanzieren. Als Charlie versucht, über irgendwelche Wege 10 000 Liter Treibstoff zu kaufen, wird das FBI aufmerksam. Der Sonderling wird ab sofort auf Schritt und Tritt beschattet. Sein seltsames Verhalten wird als Gefährdung der nationale Sicherheit angesehen. Wird die behördliche Gegenwehr einen Charlie Farmer hindern können, wenn er die Verwirklichung seines Traumes in aller Konsequenz verfolgt ? Natürlich nicht !!
Die Geschichte zu THE ASTRONAUT FARMER basiert auf dem typisch amerikanischen Grundsatz, dass man all seine Träume in die Realität umsetzen kann, wenn einer nur fest daran glaubt. Amerika, das Land der unbeschränkten Möglichkeiten. Wie oft hat man dass schon gehört, und wie oft schon gesehen. Ein Mann, der mit Idealismus und mit grenzenlosen Enthusiasmus, seinen Traum in die Tat umsetzen kann. Und, obwohl die Story mit seinen Textzeilen vor Patriotismus nur so strotzt, kann der Besucher der phantasievollen Geschichte mit Sicherheit etwas abgewinnen. Trotz des vorherrschenden Pathos gelang es dem Regisseur einen liebevollen Schwung in die Szenerie zu setzen. Dadurch wird der Zuseher feststellen, dass er auf den eigentlichen Kitsch nicht böse sein kann. Im Gegenteil, es entsteht beim Sehen ein gutes Gefühl, und eine wohltuende Behaglichkeit. Eventuell ertappt sich der Betrachter sogar dabei, selbst nach seinen unerfüllten Träumen zu suchen. Und vergisst möglicher Weise, die vielen Fragen, die unweigerlich während der Laufzeit aufkommen, zu verarbeiten. Man sollte THE ASTRONAUT FARMER als gut gemeintes Märchen betrachten, und über alle weiteren Unzulänglichkeiten mit einem Schmunzeln hinwegsehen.
Das der Film in dieser Weise auch funktioniert, war es von enormer Wichtigkeit, glaubwürdige Darsteller zu finden. Dem Produktionsteam gelang es, in Billy Bob Thornton einen namhaften Schauspieler zu engagieren, der auch als strebsames “ Landei “ seinen Mann zu stehen versteht. Es gibt wenige Hollywoodgrößen die dieses Gebiet so plausibel abdecken können wie er. Wahrscheinlich hat Billy es dem Umstand zu verdanken, dass er bereits des Öfteren einen Farmer zum besten geben musste, und dabei stets eine gute Figur bewies. Auch diesmal geht Billy in der Rolle des Charlie Farmer regelrecht auf. Er zelebriert seine darstellerische Kunst bis ins letzte Detail und verleiht seinen Charakter den passenden (Raum) Anzug. Als Charlies Frau dürfen wir uns auf die immer wieder gerne gesehene Virginia Madsen freuen. Einige Zeit war es um die, noch attraktive Mittvierzigerin, ziemlich ruhig geworden, bis sie mit ihrem legendären Auftritt in SIDEWAYS für ein sensationelles Comeback sorgte. In THE FARMERS ASTRONAUT gibt sie ihrer Rolle, als verständnisvolle Ehefrau und Mutter, eine Natürlichkeit. Ihrer Persönlichkeit hat sie es zu verdanken, dass die in Chicago Geborene, allein durch ihr Erscheinen, eine enorme Anwesenheit ausstrahlt. Ein tiefer Blick in Virginias Augen und schon ist der Zuseher in ihrer Welt gefangen. Schade, dass die in den 80ern so gefragte Künstlerin nicht mehr die ganz großen Rollen bekommt. Sie würde ohne Zweifel gewichtigere Aufgaben problemlos meistern. Mit einen kleineren, aber genüsslichen Part, ist Bruce Willis mit von der Partie. Warum gerade er als Hitgarant nicht mal im Abspann erwähnt wird, bleibt ein Rätsel. Des Weiteren dürfen Bruce Dern und Autor Mark Polish, ihre Gesichter in die Kamera halten. Die eben Erwähnten, sowie dem gesamten Cast ist es hauptsächlich zu verdanken, dass das übertriebene Rundherum nicht unerträglich wird.
Fazit:
THE ASTRONAUT FARMER ist ein “ Good Feel Movie “, sofern beim Besucher die Schmerzgrenze in Sachen Kitsch auf unempfindlich gestellt wird. Auch diverse skurrile Wege in der Story sollten nicht zu eng gesehen werden. Wenn beide Komponenten auf Durchzug gestellt werden können, steht einem Kinovergnügen nichts mehr im Weg.
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