Soccer is great. It brings people together in 90 minutes. Hosh Kane
Wolfgang Murnberger (Komm süßer Tod (2000), Lapislazuli (2006)) versteht es ausgezeichnet, ein wichtiges Thema, das zwar derzeit wieder etwas aus der Agenda der österreichischen Medien verschwunden ist, aber dennoch aktueller denn je ist, mit einem anderen wichtigen Thema, das eine Mehrzahl von Österreichern beschäftigt, zu vermengen. Die Rede ist von der Asylpolitik auf der einen und dem Fußball auf der anderen Seite. Beiden ist gemeinsam, dass sie in Österreich mehr als verbesserungswürdig sind. Murnbergers Film, gedreht für den ORF, wird zur Fußball-EM im Fernsehen ausgestrahlt und sorgt vor allem wieder dafür, dass dem politischen Anliegen Gehör gemacht wird.
Uli Brée und Rupert Heining verfassten das Drehbuch, welches nicht gänzlich ohne Klischees auskommt, aber das auch nicht muss. Stattdessen gibt es „typische“ österreichische Figuren, die noch dazu von beliebten Schauspielern verkörpert werden. Natürlich sind hier Wolfgang Böck und Lukas Resetarits zu nennen - vor allem letzterer doch voll in seinem Element – die schon einfach überzeugen, weil sie zu sehen sind. Dabei sind genau sie es, die dem stereotypen Klischee entsprechen: Zunächst stehen sie den nigerianischen Fußballern mehr als skeptisch gegenüber, schließlich siegt jedoch Menschlichkeit und Hausverstand – Sportgeist, wenn man so will.
Da es sich um eine TV-Produktion handelt ist es umso wichtiger, dass Der schwarze Löwe seine Geschichte FÜR das Publikum erzählt. Murnberger scheint hierbei wirklich einen Nerv zu treffen, indem er keine voreiligen Lösungsvorschläge bietet, sondern eine einfache, menschliche und alltägliche Geschichte erzählt und auf schwarz/weiß Malerei ebenso verzichtet wie auf eine übertriebene Mitleidstour. Stattdessen regt er zum Nachdenken an – über die eigenen Einstellungen, die wir Fremden gegenüber hegen. Eingebettet in DAS österreichische Thema im Sommer 2008, die Fußball-EM, bleibt zu erwarten, dass dieser Film auch beim Publikum ankommt. Sympathisch genug ist er jedenfalls.
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