Across the Universe

  • Informationen zum Film
  • Across the Universe

  • Originaltitel:
    Across the Universe
    Genre:
    Romanze, Musical, Abenteuer, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Deutschland:
    22.11.2007
    Kinostart USA:
    12.10.2007
  • Inhalt
  • Als Jude erfährt, dass sein Vater in Amerika lebt, verlässt er England. Er hinterlässt seine Freundin und kündigt den Job als Hafenarbeiter, nur um den Erzeuger kennen zu lernen. Er findet ihn schließlich als Hausmeister einer Eliteuniversität in Princeton. Dort begegnet er noch am selben Abend die Studenten Max und dessen Schwester Lucy. Schnell freundet er sich mit den beiden an. Lucy scheint ihm von Beginn an sehr zugeneigt, jedoch ist ihre Liebe als Kriegsveteran in Vietnam tätig. Jude ist ein wenig enttäuscht als er mit der Situation konfrontiert wird, dass er wie sein Vater, einen einfachen Arbeiter darstellt, und auf Universitäten nichts verloren hat. Daher geht seine Reise weiter nach Richtung Greenwich Village in New York. Max bricht sein Studium kurzerhand ab um ihn zu begleiten. Gemeinsam finden sie eine Unterkunft in einer kleinen Wohngemeinschaft. In der von Sadie angeführten Behausung tummeln sich Musiker, freischaffende Künstler und Mitglieder diverser Untergrundbewegungen. Ein Brief trifft derweilen Lucy mitten ins Herz. Ihr Freund musste während eines Gefechts sein Leben lassen. Kurz entschlossen folgt sie Max und Judes Spuren, und schließt sich der WG an. Gemeinsam gehen sie in einer aufgeheizten Stimmung auf die Straße, um gegen den Krieg zu demonstrieren. Während einer Eskalation wird Jude, der sich mittlerweile in Lucy verliebt hat, festgenommen. Und weil er kein Aufenthaltsvisum besitzt, und daher illegal im Land lebt, wird er abgeschoben. Max ereilt das Schicksal vieler und wird von Onkel Sam einberufen. Alle sehen einer schwierigen Zukunft entgegen.

  • Filmkritik
  • Zu Beginn von ACROSS THE UNIVERSE gab es kein Drehbuch. Einzig eine Idee der Regisseurin JULIE TAYMOR stand im Raum. Es war der Einfall, ein Musical rund um Beatle Songs zu kreieren. Zur Auswahl standen ihr 200 Lieder, deren Texte zur Handlung beitragen sollen. So wurden die passenden Titel gewählt und dessen Inhalt zu einer umwerfenden Geschichte strukturiert. Nicht nur, dass die Autoren gekonnt ein Netz um die Vorlage spinnen, sie nahmen gleich zeitgeschichtliche Themen mit ins Boot. Auch auf so kleine aber wichtige Details der Beatles Biographie wurde geachtet, wenn zum Beispiel der Big Apple zu einer Erdbeere wird. Dazu wurden Charaktere erfunden die Ikonen der damaligen Zeit drastisch ähneln. Janis Joplin und Jimmy Hendrix sind in diesen Kontext klar erkennbar integriert. Als Protagonisten wurden Darsteller mit gesanglicher Kompetenz engagiert um auch in der Hinsicht zu punkten.

    JULIE TAYMORS Werke sind nicht einfach Filme die man sich ansehen kann. Jeder einzelne für sich ist ein Kunstwerk, dass es zu erarbeiten gilt. Sie sind in Sachen Kreativität nicht zu überbieten und optisch in jeder Faser eine Augenweide. Julies Hang zu Puppen, wird ebenfalls in jedem ihrer Werke sichtbar. Kein Regisseur hat ein besseres Auge für die Kunst als JULIE TAYMOR. Ihrer Vielseitigkeit ist der Umstand zu verdanken, das TITUS, FRIDA, und zuletzt ACROSS THE UNIVERSE so Ausdrucksstark von der Leinwand leuchten. Ihr Handwerk als Regisseurin hat sie sich bei diversen Opern und Musicals angeeignet. THE LION KING am Broadway war unter anderem ihre Inszenierung. Und die riesigen Puppenköpfe im besagten Musical entstanden nach ihren Entwürfen. Sie scheut sich nicht davor ihre Fantasien in die Tat umzusetzen, wenngleich es zu weilen sehr opulent anzusehen ist. Manchmal sogar setzt sie dann noch einen Farbtupfer drauf, oder lässt ihre Zeichnungen, oder skurrile Personen, durch das Bild hüpfen. In diesen Momenten überquert sie die Spitze ins Kitschige. Aber der Zuseher kann ihr nicht böse sein, denn Julie versteht es das Überbeladene schnell wieder zu reduzieren. Um diesen Darlegungen Herr zu werden, und sie auch noch zu verstehen, muss man den Film ACROSS THE UNIVERSE gesehen haben. Denn solch Filmvielfalt ist einfach nicht erklärbar.

    Der Zuseher darf nicht den Fehler begehen auf bestimmte Beatle Songs zu warten. Denn auf viele bekannte Hits wurde aus verschiedenen Gründen verzichtet. Entweder passten sie nicht zum Inhalt des Filmes oder waren für die Dramaturgie unzulänglich. Aber über 30 Titel haben schließlich Platz gefunden. Nachdem sich die Protagonisten JUDE, LUCY und PRUDENCE nennen, liegt der Verdacht nahe das HEY JUDE, LUCY IN THE SKY OF DIAMONDS und DEAR PRUDENCE nicht fehlen. Jimmy Hendrix Part darf mit dem WHILE MY GUITAR GENTLY WEEPS als Höhepunkt gelten. In Cameo Auftritten dürfen JOE COCKER ( COME TOGETHER ) und BONO VOX ( I AM A WALRUS ) performen. STRAWBERRY FIELDS oder LET IT BE sind aus dem geschichtlichen Aspekt nicht aus dem Film wegzudenken. Insgesamt wurde eine bunte Farbpalette aus dem Schaffen der vier legendären Musiker gefunden.

    Ein wenig erinnert die Inszenierung, und auch die opulente Bildgewalt, an Baz Luhrmanns Film MOULIN ROUGE. Doch ist ACROSS THE UNIVERSE wesentlich leiser und demnach auch feinfühliger. Auch der Kitschgehalt, der bei einem Luhrmann nahe an die 100 % Marke kommt, ist hier nur in geringer Dosis spürbar. JULIE TAYMOR versteht es mit all ihren vorhandenen Künsten zu trumpfen. Der Film ist visuell, als auch inhaltlich, gesanglich und in ihrer Ausstattung auf höchstem Niveau. JULIE hat in ihrem dritten Spielfilm eine weitere Meisterleistung vollbracht und unter Beweis gestellt was Konsequenz wirklich bedeutet. Besser geht es nicht !

  • Wertu
  • Story
    5,0
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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