La Faute à Fidel

  • Informationen zum Film
  • La Faute à Fidel

  • Originaltitel:
    La faute à Fidel!
    Genre:
    Geschichte, Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, Italien
    Produktionsjahr:
    2006
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Julie Gavras
    Drehbuch:
    Domitilla Calamai, Arnaud Cathrine, Julie Gavras
    Musik:
    Armand Amar
    Darsteller:
    Julie Depardieu, Marie Kremer, Carole Franck, Mar Sodupe, Martine Chevallier, Stefano Accorsi, Flore Vannier-Moreau, Nina Kervel-Bey, Benjamin Feuillet, Olivier Perrier, Raphaël Personnaz, Gabrielle Vallières, Raphaëlle Molinier, Marie Llano, Marie Payen, Marie-Noëlle Bordeaux, Christiana Markou, Thi Thy Tien N'Guyen, Lucienne Hamon, Coralie Amedeo, Sylvia Lasfargeas, Francisco López Ballo, Francisco Pizarro Saenz de Urtury, Alexandre Gavras, Coralie Hyvon, Noah Le Brocq
  • Inhalt
  • Frankreich, 1970. Die neun-jährige Anna lebt ein behütetes und gut situiertes Leben in einer großen Familie. Bis eines Tages ihr Onkel, der in Spanien gegen Franco gekämpft hat, verhaftet wird und stirbt. Annas Leben ändert sich nun schlagartig, als ihre Eltern ihren Lebensstil überdenken. Bald prägen neue Wörter den Alltag: Engagement, Altruismus, Feminismus, Demos und vor allem Solidarität. Für Anna und ihren kleinen Bruder Francois bedeutet dies aber auch: Umzug, Desorganisation, eine kleine Wohnung, in der die Kommunisten (Vollbart und rot) aus und eingehen. Als sie ihre Eltern noch dazu aus dem Religionsunterricht nehmen, ist für Anna das Maß voll. Sie beginnt auf ihre Art Widerstand zu leisten. Denn laut ihrer ehemaligen kubanischen Haushälterin sind am Ganzen Tohuwabohu nur Fidel und die Kommunisten schuld…
  • Filmkritik
  • Kurzkritik
    Filme, die sich aus heutiger Sicht mit den Revolutionen Ende der 60er Jahre auseinander setzen, haben immer etwas romantisch-verklärtes an sich: Man braucht nur beispielsweise an Bertoluccis ménage à trois The Dreamers zu denken. La Faute à Fidel geht einen anderen Weg: Mit einer gehörigen Portion Humor entmystifiziert Regisseurin Julie Gravas einige der hehren Ideale der Bewegung, indem sie ihre Geschichte aus der Sicht zweier Kinder erzählt, die über die Veränderungen in ihrem familiären Umfeld nicht gerade in Freudentränen ausbrechen. Anna muss in der Schule erfahren, dass es nicht immer von Vorteil ist, sich einer größeren Gruppe gegenüber solidarisch zu zeigen – was sie gewissermaßen in eine Sinnkrise stürzt, aus der ihr auch ihre Eltern nicht helfen können. Und schließlich führt sie einer Gruppe verblüffter junger Kommunisten vor, was sie von freier Marktwirtschaft hält. Es sind diese kleinen Momente des Films, die ihn schlicht und ergreifend herzig erscheinen lassen.

    Dies ist nicht zuletzt der Verdienst der jungen Nina Kervel, die ihren Charakter mit einer selten gesehenen Lebendigkeit füllt. Obwohl La Faute à Fidel erst ihr Filmdebüt ist, spielt sie bereits mit so viel Witz und Charme, wie man es von Kinderdarstellern selten gewohnt ist. Auch Benjamin Feuillet als ihr kleiner Bruder Francois steht ihr in nichts nach. Die Chemie zwischen dem filmischen Geschwisterpaar stimmt und so ist jede Szene mit den beiden eine Wonne.
    Auch Julie Depardieu und Stefano Accorsi überzeugen als gestresstes Elternpaar – hin und her gerissen zwischen Revolution und Familienleben.

    Handwerklich überzeugt der zweite Film der Tochter des Regisseurs Costa Gravas (Mad City, 1997) ebenfalls – hinzu kommt die manchmal leicht melancholische Filmmusik von Armand Amar.

    La Faute à Fidel betreibt in gewisser Hinsicht Geschichtsunterricht auf äußerst unterhaltsame Art und Weise und ist somit für jung und alt mehr als einen Blick wert.

    Zu sehen auf dem „Festival du film francophone“ am Mittwoch, 9. April um 19:30 Uhr (OmeU) im Votivkino in Wien. (mehr Informationen)

  • Wertu
  • Story
    4,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Eduardo D'Amaro

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