Auf bösem Boden

  • Informationen zum Film
  • Auf bösem Boden

  • Originaltitel:
    Auf bösem Boden
    Genre:
    Horror, Komödie, Krimi
    Produktionsland:
    Österreich
    Produktionsjahr:
    2007
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Peter Koller
    Drehbuch:
    Peter Koller
    Musik:
    Malcolm Kemp, Stefan Kusch
    Darsteller:
    Faris Rahoma, Kari Rakkola, Birgit Stauber, Aleksandar Petrovic, Andreas Svolanek, Peter Richter, Margit Atzler, Paul König
  • Inhalt
  • Romeo und Julia entsprechen so ganz und gar nicht dem Klischee. Denn wo andere Pärchen sich Animositäten hingeben, liefern sich die beiden wilde Sexspiele und beschimpfen sich als Zeichen ihrer Liebe zueinander. Gemeinsam wollen sie ein verfallenes altes Haus kaufen, doch der schmierige Makler entpuppt sich Killer. Romeo ist jedoch schneller und schon bald befindet sich die Leiche im Kofferraum. Bei Nacht und Nebel verscharrt Romeo den Leichnam auf dem Grundstück des alten Hauses und wird dabei vom Besitzer, einem waschechten Psychopathen, überrascht. Und ehe er sich’s versieht, findet er sich bis zum Kopf eingegraben – auf bösem Boden – wieder. Und der Psychopath beginnt ein teuflisches Spiel mit dem jungen Pärchen…
  • Filmkritik
  • Horrorfilme aus Österreich sind selten. Mit In 3 Tagen bist du tot gibt es zwar wieder ein Lebenszeichen des Genres in unserer Alpenrepublik, doch der aufgewärmte Teenieslasher ist zwar unterhaltsam aber eben wenig ambitioniert. Peter Kollers erster Langfilm Auf bösem Boden ist nun kein reinrassiger Horrorfilm, sondern vielmehr eine Groteske wie man sie höchstens noch von Peter Jackson oder Christoph Schlingensief kennt. Bevor man Gefahr läuft, unfreiwillig komisch zu wirken, ist man es lieber freiwillig – so scheint zumindest das Motto für den Film zu sein.

    Ein Rezept, das zumeist sehr gut aufgeht. Vor allem der Mittelteil sprüht in dieser Hinsicht geradezu vor Energie und skurrilen Einfällen. Die Werbezeile „Sergio Leone meets Tom & Jerry“ geht hier vollends auf: Durch die stilisierte Bildgestaltung wird der kleine niederösterreichische Hinterhof zur staubigen Westernranch, die Musik scheint mehr als einmal Passagen aus den berühmtesten Western anzustimmen und schließlich läuft der Irre seinem weiblichen Opfer mit schwingender Axt in Zeitraffer hinterher – wie schon in der berühmten Comicserie die Katze der flinken Maus. Etwaige Fehler und Abstrusitäten fügen sich so nahtlos in das Gesamtkonzept ein und man ertappt sich als Zuschauer mehr als einmal dabei, den Film anzufeuern, er möge doch noch eins Drauflegen – ein Wunsch, der auch meistens erfüllt wird.

    Als Produzent für dieses Projekt konnte man keinen geringeren als Franz Novotny – ehemals selbst Regisseur (Staatsoperette (1977) oder Exit… Nur keine Panik (1980)) – gewinnen. Dass der Film lediglich mit einem Mini-Budget von 60.000€ ausgerüstet war, merkt man im Endeffekt kaum – zu verdanken natürlich einer durchdachten Konzeption von Kamera und den verschiedensten Stilmitteln. Obwohl bereits seit Anfang 2007 beendet, gab es bisher noch keinen offiziellen Kinostart in Österreich – wohl jedoch in Frankreich, wo der Film im Juli 2008 regulär starten wird. Dennoch kann Auf bösem Boden bereits auf eine lange Festivalgeschichte zurückblicken und wurde beim Rojo Sangre Filmfestival in Buenos Aires u.a. mit Preisen als bester Film und für die beste Regie ausgezeichnet.

    Auf bösem Boden bietet beste Unterhaltung und eine willkommene Abwechslung im tristen Horroralltag. Zwar sitzt der Film ein bisschen zwischen den Stühlen – d.h., die Horrorfans könnten sich eventuell am Comedyanteil stören und umgekehrt – aufgeschlossene Filmfreunde, die sich gerne mal auf unbekanntes Terrain (oder auf bösen Boden) begeben, sollten ein Auge nach diesem Film offen halten! Ein komplett abgedrehter Blick auf Österreichs Hinterhöfe!
  • Kurz Kritik
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    2,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Eduardo D'Amaro

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