„In Life you make plans for your kids. You make plans for yourself. But the only thing you can truely plan on is to be surprised.”
Peter Hedges gelang mit seiner ersten, bei weiliebenswerten Komödie im täglichen New-Yorker Chaos, Pieces of April, ein Überraschungshit des Jahres 2003. Neben den sympathisch gezeichneten Figuren und den erstklassigen Dialogzeilen sticht das Werk als eines der wenigen filmischen Arbeiten heraus, in welchen sogar die mindertalentierte Katie Holmes sich sehr gut verkaufen konnte. Nun sind ein paar Jährchen über das Land gezogen und Hedges kam mit dieser kleinen Filmperle an die Öffentlichkeit zurück. Erneut handelt der Film über das Chaos, welches in der Realität nur durch kleine Gemeinheiten des Schicksals entstehen kann.
Lange bevor Hedges als Filmregisseur aktiv wurde, war er den Cineasten schon bekannt gewesen. Seine Buchvorlage zu What’s Eating Gilbert Grape und sein adaptiertes Drehbuch zu dem Hornby-Meisterwerk About a Boy zeugten schon von jenem charmanten Witz und einer Reihe liebenswürdiger Gestalten. Der Zuschauer spürt in jeder Minute von Dan in Real Life dieses Gefühl für Figur und Handlung. Das Drehbuchduo aus Peter Hedges und Pierce Gardner reihen höchstwitzige Szenen aneinander, die sich gekonnt zu einem größeren Ganzen über Dans Charakter zusammenfügen. Ohne in die alberne oder in die kitschige Schublade zu fallen zeichnen die Beiden das Porträt einer Liebe, welche sich wegen der äußeren Umstände nicht zu entfalten weiß. Besonders der männliche Protagonist ist gekonnt gezeichnet, da man(n) sich an eigene Liebschaften erinnert fühlt, bei welcher einer mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte. Der Zuschauer versteht das Gefühl des Unerreichbaren, welches doch so nah zu sein scheint. Ein weiterer Grund für die bessere Einfühlung in Dans Figur ist die Hervorhebung des Witwers, wie sie es im Laufe des Films ergibt. Besonders in der ersten Hälfte dreht sich die Kamera eigentlich nur um den Protagonisten, der sich auch in seiner großen Familie eigentlich allein und verlassen fühlt.
Neben dem exzellent geschriebenen Drehbuch stechen besonders die beiden Hauptdarsteller hervor und machen den Film zu einem wahren Hochgenuss. Wie schon oben erwähnt ist die Rolle von Carell die dominante Figur im Werk, welche sehr lange das Geschehen regiert. Der Humorist legt seine Rolle sehr ähnlich an seiner preisgekrönten Darbietung als Michael Scott aus der amerikanischen Erfolgserie The Office an, der sich ähnlich wie Dan zurückzieht und nicht sein eigenes Selbst preisgibt. Doch während Scotts Figurenzeichnung einen leicht unsympathischen Nachgeschmack besitzt, wurde Dan von den beiden Autoren als durchwegs liebenswürdigen und mitleid erregenden Charakter gekennzeichnet, der einfach nicht weiß wie er sich verhalten soll, wenn er niemanden enttäuschen will. Binoche muss sich über große Teile des Films schauspielerisch wegen des Drehbuches zurückhalten. Erst als ihr die erotische Rivalin Ruthie zur Seite gestellt wird, darf sie richtig los legen. Das dynamische Spiel zwischen den beiden Edelmimen Binoche und Carell bringt den Film auf eine unglaublich erfrischende Ebene, welche den Zuschauer auf eine überaus witzige und romantische Reise führt.
Fazit:
Dan in Real Life beweist sich als eine sympathische und schwungvolle romantische Komödie, weit entfernt von irrealer Gefühlsduselei. Ein Hochgenuss für die Lachmuskeln und ein delikater Schmaus, sowohl für Frisch- als auch Langverliebte !
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