Vor ungefähr 15 Jahren findet David Rice seinen ersten Auftritt in der SciFi-Welt von Steven Gould. Der Autor erzählt in dem Roman Jumper aus dem Jahre 1992 größtenteils den Prolog des Films, der in etwa ein Drittel des Films einnimmt. Er etabliert die Figur in der Welt der Superhelden, auch wenn David eher atypisch für dieses Genre wirkt. In dem Sequel Reflex kam 2005 die lang ersehnte Fortsetzung zum Science-Fiction-Roman. Das Drehbuchgespann, bestehend aus David S. Goyer, Jim Uhls und Simon Kinberg, zauderte nicht lange, sondern versuchte die beiden Romane gleich für die große Leinwand zu adaptieren. Besonders für Goyer bedeutete dies, nach seinem dramatisch erstklassigen und düsteren Drehbuch zu Batman Begins, erneut das Aufgreifen eines eher seichteren Themas. Dieser bewies schon mit der überzogenen Blade-Reihe, dass er ein Händchen für interessante Actionsequenzen hat. Während das Trio ihre actionreichen Sequenzen mit geschicktem Händchen schrieb, scheiterte es komplett an der Tiefe der Charaktere. In einer Kinolandschaft, in der jeder Superheld an seinen düsteren, verzweifelten Züge beinahe zugrunde geht, versuchten sie das Thema des „Ausbrechens“ in die zerrüttelte Vergangenheit ( Mutter hat David verlassen, Vater ist nutzlos ) zu zwängen. Ein Versuch der deutlich misslang und dessen Spielzeit lieber für schwunghafte Stunts, die dem Zuschauer dem Kinobesuch versüßen, benutzt werden hätte sollen.
Doug Liman nahm sich der Verfilmung des Romans an, der schon mit Filmen wie The Bourne Identity und Mr. & Mrs. Smith sein Können für guten Actionstoff unter Beweis stellte. Mit gutem Schnitt und wahrlich tollen Spezial Effekten führt uns der Regisseur auf die Jagd um den gesamten Erdglobus. Das Schneidertrio aus Don und Dean Zimmerman und dem zweifachen oscarnominierten Saar Klein, verleiht dem Film die nötige Geschwindigkeit und den essentiellen Elan, der den Zuschauer mitreißen kann. Zwar übertreiben die Drei es in manch einer Szene, in welcher sich selbst Actionbegeisterte nur schwerlich zu Recht finden können. Jedoch gelingt ihnen größtenteils das Thema der Flucht mit dem Schnitt gekonnt aufzugreifen. Hinter den Spezial Effekten sitzen Joel Hynek als Supervisor und Weta. Der Name Hynek steht für innovative SFX und neuartiger Technikgebrauch, welche die Kinolandschaft für immer verändern – Matrix oder der Einsatz eines optischen Printers in Predator dienen als Beispiele. Auch wenn Jumper nicht mit den visuellen Effekten aus Matrix oder der Lord of the Rings-Trilogie mithalten kann, so springt das Herz eines jeden Science-Fiction-Herz höher, wenn im rasanten Finale mit Autos und Gebäuden geworfen wird.
Die beiden schauspielerischen Höhepunkte sind erneut die renommierten Darsteller Samuel L. Jackson als Paladin Roland, der erbarmungslos die Jumper jagt, und Jamie Bell als anarchischer Punk Griffin, der im Guerillakrieg gegen die Paladine kämpft - Beide Rollen sind in der Vorlage gar nicht bzw. nur verändert vorhanden. Jackson kann mithilfe seiner Dialogfragmente und Gardarobe einen fanatischen, christlichen Fundamentalisten schaffen, der engstirnig das Abnormale verabscheut und im Keim zu ersticken versucht. Zwar fordert die Rolle den Edelmimen nicht heraus, aber Jackson füllt sie gekonnt mit Temperament und Wut. Jamie Bell, der erst im Herbst in der Hauptrolle der britischen Tragikomödie Hallam Foe brillierte, betritt hingegen mit der Rolle des Griffins ein für ihn unerforschtes Land. Mit Leichtes haucht er der Figur antiautoritäre Leidenschaft ein, die Griffin jene Kraft gibt, um ganze britische Autobusse in der Sahara als Waffe zu benützen. Während diese beiden Charaktere sehr gut von den Drehbuchautoren gezeichnet sind, hatten die anderen Schauspieler schon mehr Probleme mit ihren zu spielenden Figuren. Hayden Christensen kehrt nach seinem gelungen Ausflug in das dramatische Genre mit Life as a House und Factory Girl zurück ins Science-Fiction-Metier. Leider ist die Rolle des David Rice sehr eindimensional als Held geschrieben und Christensen kann sich nur in den seltensten Fällen beweisen.
Fazit:
Augenzwinkernder Humor und tumultreiche Action. Nach Mr. & Mrs. Smith gelang Doug Liman mit Jumper erneut ein sympathischer Popcornfilm, der mit seinen kurzweiligen 90 Minuten die exakte Laufzeit aufweist.
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