27 verschiedene Kleider trug Jane bei ebenso viele Hochzeiten. In ihren Bekanntenkreis gilt sie als Brautjungfer für das Non plus ultra. Keine versteht es, so wie sie, die Bedürfnisse der Braut im Vorfeld zu erahnen. Jane erfüllt jeden Wunsch mit Bravour. Sie hilft bei der Vorauswahl der Speisen, und kennt die Tortenköche bereits mit dem Vornamen. Bei der Kleiderauswahl ist sie ebenso behilflich, wie beim heben des Reifrocks, wenn die Angetraute vor Aufregung eben die Toilette aufsuchen muss. Jane liebt es einfach für ihre Freunde da zu sein und sieht jede weitere Hochzeit mit Freuden entgegen. Kevin, ein Lokalreporter, ist auf der Suche nach einer neuen Geschichte. Dabei fällt ihn die fleißige Jane auf, die sich gerade wieder um Hochzeiten kümmert. Da seine Chefin umgehend etwas neues auf den Tisch liegen haben will, beginnt Kevin zu recherchieren. Dabei ist es von großem Vorteil dass ihn Janes Terminplaner in die Hände fällt. Erst nimmt Jane diverse Annäherungsversuche des hübschen Autors nicht ernst, schließlich sieht sie sich in ihrem Chef verliebt. Doch allmählich scheint das Zutrauen zu wachsen und Jane erkennt, das ihr Geldgeber wo möglich doch nicht der Richtige zu sein scheint.
Wer erwartet dass sich wegen der Autorin Aline Brosh McKenna, die auch für DER TEUFEL TRÄGT PRADA ihren Stift zu Buche trug, der Erfolg automatisch einstellt, wird möglicher Weise etwas enttäuscht. Denn, obwohl man ein bekanntes Ensemble für diese Produktion engagierte, will die gut gemeinte Komödie nicht in Schwung kommen. Dabei geben sich die Darsteller und Crew durchaus Mühe etwas Sehbares zu inszenieren. Aber der durchschnittliche Eindruck bleibt während der gesamten Spieldauer von 107 Minuten erhalten. Die Regie zeigt nicht mehr als einen typisch angelegten Hollywoodfilm den es schon mehrfach zu bestaunen gab. Das biedere immer brave Mädchen, die ihren Märchenprinzen nicht bekommt, weil ihn sich die Schwester, in Form der Prinzessin auf der Erbse, schnappt. Erst der Frosch, der sich nach dem Kuss als König entpuppt, weckt Dornröschen aus den Winterschlaf. Wie originell !!!
Katherine Heigl, in Fachkreisen als Meg Ryans Nachfolgerin gehandelt, hatte ihren internationalen Durchbruch der Erfolgsserie Grey`s Anotomy zu verdanken. Nach dem finanziellen Blockbuster BEIM ERSTEN MAL verkörpert sie in 27 DRESSES die liebe, und NEIN Hasserin Jane mit ihrem natürlichen Charme. Was für sie zählt, das gilt für das gesamte Cast. Sie sind durchwegs nett anzusehen. Das bezieht auch ihren Schauspieler Kollegen James Marsden mit ein, der sich in letzter Zeit als fleißiger Geselle erweist. SUPERMAN RETURNS, X-MEN III, HAIRSPRAY und VERWÜNSCHT standen auf dem Programm. In weiteren Rollen passen sich Judy Greer, Malin Akerman und Edward Burns dem Niveau der Protagonisten an.
Fazit:
27 DRESSES erweist sich als Filmkost von der Stange. Wer einmal eine Romanze a la Hollywood gesehen hat, wird hier keinerlei Überraschungen erleben. Dem Happy End, und das ist jedem bewusst, darf nichts im Wege stehen. Wer für diese Art Film etwas empfindet wird sicherlich nicht enttäuscht werden. Wer jedoch einen gewissen Anspruch erwartet ist Fehl am Platz. Er vermag oberflächlich zu überzeugen, aber tiefer zu graben würde nichts bringen.
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