Um ein ruhiges Leben zu führen hat sich der Kriegsveteran John Rambo in den Norden Thailands zurückgezogen. Seine kämpferischen Aktivitäten gehören längst der Vergangenheit an. Seinen Lebensunterhalt bezieht er, in dem er als Skipper arbeitet und Giftschlangen der Umgebung, verkauft. Er fristet das Dasein alleine, verbringt seinen Alltag mit Angeln und haust im Dschungel des Berglandes. Den Bürgerkrieg, der seit mehr als 60 Jahren nahe der Grenze zu Thailand in Burma stattfindet, registriert John zwar, tangiert ihn aber nicht weiter. Die Lage ändert sich grundlegend als Missionare den Seefahrer mit einem dringlichen Anliegen konfrontieren. Die feindliche Armee hat die gesamten Pfade des urbanen Gebietes mit Landminen zugepflastert. Eine Reise auf trockenen Boden wäre für die Diener Gottes zu gefährlich. Aber die einheimischen Kranken, inmitten des Landes, müssen mit Medikamenten versorgt werden, daher stellt der Weg übers Wasser die einzige Möglichkeit dar. Rambo lässt sich überreden und bringt sie mit seinem Boot über die Grenze zum vereinbarten Ort. Zehn Tage später erfährt der pensionierte Held von einen Pastor dass die Grenzübergänger noch immer nicht zurück gekehrt sind. Eine Söldnertruppe wird erstellt um die Verschollenen zu retten. John Rambo, ist sich bewusst dass die Männer ohne ihn auf verlorenen Posten stehen und schließt sich dem gefährlichen Abenteuer an.
Viele Jahre war es still um Sylvester Stallone, bis er mit ROCKY BALBOA ( 2006 ) auf beeindruckende Weise auferstand. Er demonstrierte dass eine Serie auch nach einer so langen Zeit aktualisierbar ist. Und was für Rocky gilt dass muss auch für seine zweite Kultfigur zählen, dachte sich Sylvester. Und die Idee, RAMBO ein letztes Mal zum Leben zu erwecken, war geboren. Mit einem Budget von 50 Millionen Dollar und einem selbst geschriebenen Drehbuch, machte er sich auf nach Chiang Mai ( Thailand ), um sein neuestes Projekt zu realisieren. Seit Beginn der 80er Jahre steht “ RAMBO “ als Verkörperung eines starken aber doch verletzlichen Kämpfer gegen das Unrecht. Er gilt als Verfechter der Gerechtigkeit, der sein Leben gefährdet um ein Anderes zu schützen. Wird das FIRST BLOOD, so der Titel des Originals, sichtbar, so steigert es die Aggression. Und mit dieser steigernden Angriffslust wird JOHN RAMBO nahezu unbesiegbar.
In ROCKY BALBOA konnte Sylvester Stallone noch auf Sentimentalität setzen. Hier jedoch ist dafür kein Platz. Der Regisseur, Autor und Hauptdarsteller in einer Person, versucht mit seinem Skript an Teil Zwei und Drei anzuschließen. Auch in dieser Fortsetzung regiert die pure Gewalt. In FIRST BLOOD aus dem Jahre 1982 war der Inhalt im Gegensatz vielschichtiger, denn er ging viel mehr auf den Charakter ein. Hier aber kennt man ihn bereits. Die Frage ist nur; was ist aus ihm geworden ?
“ Ohne Ziel leben, für ein Ziel sterben - such`s dir aus. “( John Rambo )
Auch qualitativ gleicht dieser Teil mehr den Fortsetzungen. Nach einer kurzen Anlaufphase, um den Besucher in das Szenario einzuführen, gilt es ein Actionspektakel zu beobachten. Der Genre Liebhaber bekommt eine beachtliche Anzahl an Tötungen aller Art vorgesetzt. Dabei stößt der Film des öfteren an Grenzen, was präsentiert werden sollte. Er widersetzt sich einigen Tabuthemen in dem er Kinderermordungen offen zeigt. In einem Fall wird ein noch sehr junges Opfer ins offene Feuer geschmissen. Hier spätestens zeigt sich die Geschmacksfrage. Es geht dabei nicht darum, abgetrennte Gliedmaßen, nicht zählbare Kopfexplosionen, oder auslaufende Gedärme zu zeigen. Dem ist der Action Liebhaber durchaus zugeneigt. Aber, während man der gewalttätigen Sexualität dezent den Rücken kehrt, hält die Kamera an anderen Stellen zu nahe an die Schmerzgrenze. Natürlich kann eine Zensur, egal um welche Szenen es sich handelt, nicht gutgeheißen werden. Aber es stellt sich die Frage ob die angesprochenen Inhalte, geschrieben, oder gar gefilmt werden müssen.
“ Wenn man bedroht wird, ist töten so einfach wie atmen. “( John Rambo )
Für den Inhalt musste sich Sylvester nicht sonderlich anstrengen. Der ist einfach gestrickt und offenbart keinerlei Sonderheiten. Auch die Regie hält sich an einfache Regeln. Der Charakter des JOHN RAMBO ist zur Gänze bekannt. Warum sich das Publikum dennoch einiger Maßen an dem Film erfreuen kann, zeigt folgendes Zitat: “ Wiedersehen macht Freude ! “ Dieser Umstand, und die effektiven kurzweiligen actionreichen Sequenzen lohnen einen Kinobesuch durchaus. Viele werden den hohen Bodycount schätzen, andere die recht gut gemachten Effekte genießen. Oder die Letzteren, die bereits seit 25 Jahren mit der Filmfigur RAMBO leben, wie bereits erwähnt, sich ganz einfach freuen, ihn wieder zu sehen.
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