In einem respektablen Apartment, mitten in Manhattan, herrscht zur Zeit wegen der Vorbereitungen für ein Abschiedsfest reges Treiben. Rob Hawkins, der eine gehobene Stelle in einer Firma als Vizepräsident in Japan antritt, soll überrascht werden. Um diese bewegenen Momente festzuhalten, haben Freunde beschlossen den gesamten Abend zu dokumentieren. Mit einer Handkamera wird alles festgehalten um Robs letzte Stunden in Amerika gebührend zu feiern. Als der Protagonist die dunkle Wohnung betritt und die geladene Gäste “ Überraschung “ schreien, findet die Party den Höhepunkt. Leider nur, das sich Rob nicht in bester Stimmung befindet, denn seine ehemaligen Freundin ist mit ihrem Neuen hier. Anstatt sich entsprechend zu verabschieden und noch ein letztes Mal mit seinen Kumpels abzuhängen, wälzt er Probleme. Inmitten einer hitzigen Diskussion ist aus der Ferne ein gewaltiger Knall zu vernehmen. Kilometer weiter wackeln durch die Detonation die Wände, sodass die Besucher der Party eher auf ein Erdbeben tippen. Erschrocken, jedoch ohne in Panik zu geraten, begibt sich der Hauptteil der Gäste auf das Dach des Hauses, um eventuell etwas zu erspähen. Und es braucht nicht lange als eine riesige Explosion die Masse in Angst und Schrecken versetzt. Wie von Sinnen laufen die meist jugendlichen Gäste runter auf die Straße um womöglich einer drohenden Katastrophe zu entkommen. Die Kamera, die ursprünglich aus einem ganz anderem Grund eingesetzt war, läuft weiter …
Um CLOVERFIELD zu realisieren, bedient sich Produzent J.J. Abrams zweier Ideen, die der geübte Kinobesucher bereits aus der Independent Sensation BLAIR WITCH PROJEKT kennt. Zum einen wird ein Hype angezettelt in dem man jede menge Gerüchte über den entstehenden Film ins Internet stellt. Was verbirgt sich hinter der Geschichte. Was passiert inmitten New York, und wer trachtet den Bewohnen nach deren Leben. Mysteriöse Geschichten erfreuen sich immer großer Beliebtheit und die Neugier, den Film sehen zu müssen, steigt. Die zweite Komponente ist die Optik des Films. Es soll so aussehen dass die Darsteller selbst die Kameraarbeit leisten, um damit eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Leider funktionieren gute Ideen nur einmal, denn dann sind sie innovativ. Wenn man sich dieser bedient um es auf ein anderes Werk zu übertragen, kann es ohne weiteres schief gehen. Denn der Effekt, etwas Neues zu sehen, fällt weg.
Leider so geschehen auch in diesem Fall. Denn wenn der Besucher das Geheimnis rund um CLOVERFIELD erfährt, sinkt die Wissbegierde. Die Verstärkung des Konsumenteninteresses weicht zusehends. Was bleibt sind zugegebener Maßen, eindringliche Sequenzen, die aber durch den zweiten Aspekt, der verwackelten Handkamera, abgeschwächt werden. Sehr oft erkennt der Zuseher wegen der Dunkelheit und panischen Handlungen des Trägers nicht mehr, wo er sich gerade befindet. Die Orientierung geht mit Fortdauer des Films komplett verloren. Damit verliert CLOVERFIELD auch seinen Reiz. “Eine unruhige Kamera dient dazu um Unzulänglichkeiten des Film zu kaschieren“, ist ein sinngemäß wiedergegebenes Zitat aus einer kürzlich gesehenen dänischen Komödie. Nun ja, hier ist diese Optik ein Teil der ( geklauten ) Idee, daher trifft der Dichterspruch nicht gänzlich zu. Aber er darf mit einem Augenzwinkern, mit CLOVERFIELD in Verbindung gebracht werden.
Es ist nicht alles negativ an diesem Projekt. Denn es zeigt sich ab und an von einer sehr nahen und daher intensiven Seite. Des öfteren werden gewisse Sequenzen auch ziemlich spannend inszeniert, und eine Kompromisslosigkeit darf ebenfalls bescheinigt werden. So lange CLOVERFIELD sein Geheimnis tarnt, ist die Neugier des Besucher seine Trumpfkarte. Der Wissensdurst trägt den Film für eine längere Strecke. Die Effekte, sind angesichts des relativ geringen Budget von 25 Millionen Dollar, recht ansehnlich. Wenngleich sie wegen der rasanten Schnitte und der bereits angesprochenen Standpunkte schwer erkennbar sind. Die Darsteller geben sich große Mühe ihre Angst spürbar auf die Leinwand zu bringen. Das sind doch alles in allem einige Faktoren warum es sich doch lohnt dafür ein Kinoticket zu erwerben.
Fazit:
Neugier ist Trumpf - Das Wissen nicht immer !
Kommentare
Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.