Jigsaw ist tot, doch seine perfiden Spiele gehen weiter. Commander Rigg wird entführt und muss so handeln wie Jigsaw, damit zwei seiner Kollegen überleben.
Wird er das grausame Spiel überstehen – und wer ist diesmal Jigsaws Helfer?
„SAW IV“ hebt sich von der Handlung deutlich von seinen Vorgängern ab. Die Story ist sehr komplex, und vielleicht muss manch einer den Film mehrfach anschauen, um ihn genau zu verstehen. Dies bringt natürlich sehr viel frischen Wind in die Reihe, und selbst nach dem Tod des Killers gibt es weitere Spiele. Doch dürfen wir auch sehen, wie alles dereinst begann, wie Jigsaw und sein erstes Opfer zueinander fanden.
Die Frage nach Jigsaws Helfer lässt der Film bis kurz vor Schluss ungelöst, selbst die finale Aufklärung ist in sich ebenso komplex wie die Story selbst.
Nur so viel sei verraten: Die Handlung von „SAW IV“ spielt neben der von „SAW III“ und führt so beide Handlungen zusammen. Die Kenntnis von „SAW III“ ist daher für das Verständnis unerlässlich.
Was die Fallen angeht, so sind sie wie immer böse und gemein, und wie auch schon im dritten Teil wird hier nicht mit Blut und Effekten gegeizt.
Auch die Kamerafahrten und Übergänge sind wieder hervorragend in Szene gesetzt worden. Es geht rasant los, keinerlei Verschnaufpausen sind möglich. Dank der Ereignisse im Laufe des Films, die hier natürlich nicht verraten werden, bleibt es durchweg spannend.
„SAW IV“ ist der komplexeste Teil der Reihe, bietet aber viel Neues und ist für jeden Fan unumgänglich. Alle anderen sollten auf jeden Fall „SAW III“ gesehen haben, um den Film richtig verfolgen zu können.
Nachdem James Wan mit seinem Überraschungshit „SAW“ nicht nur die Kritiker sondern auch die Fanherzen begeistern konnte sorgte Darren Lynn Bousman, der die Serie ab Teil 2 unter seine Fittiche genommen hat erstmal mit dem eben genannten zweiten Teil für einen leichten qualitativen Einbruch der Serie, der hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass die Spannung hinter all den Brutalitäten und Verwicklungen etwas zurückblieb.
Dann, kurze Zeit später, sorgte Bousman mit „SAW III“ für eines der intensivsten Psychothrillererlebnisse, die je über meine Heimkinoleinwand flackerten und nun ist er da ... der lange erwartete vierte Teil von „SAW“. Wie immer bei einem neuen Teil dieses Franchises hört man zu Beginn sowohl positive, als auch vernichtende und vergleichsweise neutrale Meinungen.
Ob man Bousman nun mag oder nicht, eines muss man dem Mann auf jeden Fall zu Gute halten: Er ist einer der wenigen, die es teilweise ausschließlich aufgrund von Stilistik schaffen, aus nichts etwas zu machen.
Denn sieht man sich die Story von „SAW IV“ mal näher an stellt man fest, es eigentlich nur mit einem „umgeschriebenen“ „SAW III“ zu tun zu haben – anderer Hauptcharakter, andere Rückblenden, andere aber im Prinzip die gleiche Story. Doch obwohl dem aufmerksamen Zuschauer dies durchaus an einigen Stellen auffallen dürfte, wirklich störend ist es nie und die geniale Atmosphäre nimmt dadurch ebenfalls keinen Schaden. Schade ist allerdings, dass auch einige Fallen nur wie Abänderung der sadistischen Gerätschaften insbesondere aus dem dritten Teil wirken – obwohl dies beim Ansehen durchaus auffällt sorgt die ansonsten herrschende Atmosphäre schnell dafür, dass der Zuschauer diesen Umstand wieder vergisst.
Bousman setzt wieder darauf, den Film komplett in kalte, ausdruckslose Farben zu hüllen und setzt für jede Szene, für jede Eigenheit und auch teilweise für bestimmte Charaktere gewisse Akzente, die den Zuseher zusätzlich zu den durchweg guten Darstellerperformances die Gefühle der Charaktere nachvollziehen lassen. Unterstützt wird der Film ebenfalls wieder von Charlie Clousers grandiosem Soundtrack, der die beklemmende Atmosphäre weiter auszubauen vermag.
Letztendlich ist es wieder überraschend, wie man es zum nunmehr vierten Mal schafft mit dem selben Prinzip einen atemberaubenden, fesselnden und umwerfend spannenden Horrorstreifen zu inszenieren, der bis zum genialen Finale, in dem teilweise „real“, teilweise nur als Stilmittel um dem Zuschauer die Räumlichkeiten aus „SAW III“ noch einmal in Erinnerung zu rufen alte Bekannte ins Bild geraten.
„SAW IV“ präsentiert sich somit als weiteres perfektes Glied einer perfekten Filmserie, das wieder einmal einige Storylücken der Vorgänger schließt, die Hauptcharaktere weiter vertieft und natürlich gegen Ende weitere Fragen aufwirft.
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Achtung: Dieser Part enthält Spoiler
Gegen Ende fällt nur eine Szene recht störend auf: Wenn das gesamte Spiel aus „SAW IV“ durch John Kramers Autopsie ins Rollen kam, wieso liegt seine Leiche am Ende des Films dann immer noch dort, wo Jeff ihn in „SAW III“ ermordet hat?
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Aus Sicherheitsgründen habe ich die einzige wirklich unklare Storypassage als Spoiler versteckt. Bei dieser Szene könnte es sich um einen sehr schwerwiegenden Regie- und Logikfehler handeln ... oder um eine weitere „What the Fuck?“-Wendung, für die Horror-Fans das „SAW“-Franchise noch lange in ihren Köpfen und Regalen behalten werden.
Abschließend lässt sich zwar sagen, dass „SAW IV“ von den Darsteller-Performances und dem Drehbuch her sicher kein Oscar-Anwärter ist, wer bereits zuvor seine Liebe für das Franchise entdeckt hat wird hier bestens bedient ... und auch Gorehounds wird „SAW IV“ für eine stellenweise recht hart anzusehende Prüfung stellen, die es durchaus mit dem dritten Teil aufnehmen kann aber insgesamt doch nicht ganz so brutal ausgefallen ist. Dennoch bleibt „SAW IV“ eine Achterbahnfahrt, die Zartbesaitete wohl kaum überstehen werden, sei es „nur“ durch sadistische und brutale Fallen oder durch die kontinuierliche Bomben-Atmosphäre, die man in dieser extrem konzentrierten Form in kaum einem anderen Film finden wird.
„SAW IV“ verdient trotz einiger kleiner Fehler auf jeden Fall die Höchstnote in Sachen Spannung wie Atmosphäre und schließlich ist es ja genau das, auf das bei so einem Film Wert gelegt wird. Das Warten auf dem fünften Teil wird auf jeden Fall mindestens genau so schlimm wie die Zeitspanne zwischen „SAW III“ und „SAW IV“...
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