Wenn es um deutsche Komödien geht, kann man sich auf Til Schweiger verlassen. In KEINOHRHASEN tritt der Alleskönner als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller auf. Ihm gelang es eine witzige Komödie mit Charme zu inszenieren. Der Film punktet mit einer pikanten Mischung aus Witz und Romantik, in dem auch der benötigte Biss vorhanden ist. Gemeinsam mit Co Autorin Anika Decker schrieb er sich den perfekten Charakter auf den Leib. Hier darf und kann er ausschließlich sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen. Dass seine Persönlichkeit in vollen Zügen zur Geltung kommt, und dadurch KEINOHRHASEN erst so richtig funktioniert, muss sein Gegenpart, die weibliche Hauptrolle gefunden werden. Nora Tschirner erweist sich als Glückgriff, denn die so wichtige Chemie, zwischen den beiden, stimmt. Sie trägt etwas ironisches in sich und legt ihren Part dahingehend an. Es bereitet Spaß ihr beim Agieren zuzusehen, denn ihr Mimikspiel und ihr frecher Ausdruck, belebt den Film. Wenn einer der beiden in der jeweiligen Szene nicht vorhanden ist, beginnt der Zuseher sofort ihn ( oder sie ) zu vermissen. Und dass, obwohl eine Vielzahl deutscher Prominente mit Gastauftritten KEINOHRHASEN bereichern. Eine kurze Auswahl sei mit Jürgen Vogel, Barbara Rudnik, Armin Rohde, Rick Kavanian, Christian Tramitz, Anne Sophie-Briest, Wladimir Klitschko, Yvonne Catterfeld, Wolfgang Stumpf und Matthias Schweighöfer schnell aufgezählt. Für uns Österreicher dürfen wir Nina Proll und Gregor Bloèb bestaunen, die als Volksmusikpärchen zum schreien komisch agieren. Aber sie alle sind letztendlich ein nettes Beiwerk für die Protagonisten Schweiger und Tschirner. Auf die beiden ist der Film zugeschnitten, sie tragen KEINOHRHASEN.
Als Regisseur hat Til Schweiger solide Arbeit geleistet. Er schafft es sein Buch, bis auf wenige Längen gegen Ende, interessant zu halten. Durch die pointierten Dialoge wird es den Betrachter nie langweilig. Der Film unterhaltet unter jedem Gesichtspunkt und tut dies über die gesamte Distanz. Leider bringt das Skript kein runderes Finale zustande. Obwohl das Publikum, wie sollte es bei einer romantischen Komödie auch anders sein, den Ausgang bereits im Vorfeld kennt, braucht er mehrere Anläufe bis das ersehnte Happy End auch wirklich eintritt. KEINOHRHASEN ist mit knapp 120 Minuten dadurch ein wenig zu lang geraten. Ein schnelleres zu Ende bringen, würde Zeit sparen um den Film möglicher Weise im Gesamten noch besser zu verpacken. Auch der eine oder andere Gag stammt mit Sicherheit nicht aus der Feder der Autoren, denn sie hat man schon an anderen Stellen gehört und kannte sie daher schon. Dieser Umstand tut aber dem zu empfindenden Pläsier keinen Abbruch. Er bleibt unter all dieser Berücksichtigungen ein vergnügliches und vor allem sehenswertes Werk.
Fazit:
KEINOHRHASEN steckt voller Selbstironie und ist, auch wenn man schon so manche Gags kennt, unbedingt sehenswert. Diese Comedy erweist sich als freches, cleveres und überaus fröhliches Werk. Der Verleih wird sich auf regen Publikumsverkehr sicher freuen können.
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