Es ist nicht verwunderlich wenn Tommy Lee Jones THREE BURIALS - DIE DREI BEGRÄBNISSE DES MELQUIADES ESTRADA inhaltlich an AMORES PERROS, 21 GRAMS oder BABEL erinnert. Denn sie alle stammen aus der gleichen Feder. Guillermo Arriaga zeichnet für die für ihn typischen Drehbücher verantwortlich, die bislang allesamt von Alejandro González Iñárritu hervorragend realisiert wurden. Tommy, der bis auf eine Fernsehproduktion als Regisseur nichts vorzuweisen hat, versucht sich hier mit diesem interessanten Stoff. Er tut dies mit einer Seriosität und schafft es dem Film seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Es entsteht niemals der Eindruck es könnte sich stilistisch um eine Iñárritu Kopie handeln. Obwohl die Kapitel, wie in den eben erwähnten Werke unchronologisch ablaufen, differiert Tommys Handwerk. Seine Regieleistung darf in THREE BURIALS als Bodenständig angesehen werden. Ihm gelingt es, das Western Drama mit einer Portion Ironie zu versehen, und spricht einige noch heute aktuelle Themen an. Das Endergebnis ergibt ein mehr als nur sehenswertes Epos, in dem es um Rassenhass, Loyalität und Rache geht.
Um bei der Besetzung keinen Fehler zu begehen engagierte Tommy Lee Jones als Regisseur und Produzent, Tommy Lee Jones den Schauspieler. Und wem würde die Rolle als raubärtiger wortkarger und in die Jahre gekommenen Mann wohl besser passen als ihm selbst. Glaubwürdig und in den Charakter eingehend, verkörpert er seinen Part als Pete Perkins. In seiner Reise durch den Film begegnet er dem Skript zufolge mehrere skurrile Typen, die die Geschichte bei Laune halten. THREE BURIALS bezieht seine positiven Eigenschaften nicht aus einer Spannung, sondern durch eigenartige Situationen. Es wirkt, wie wenn einzelne kleine Kapiteln sich an den Hauptstrang der Geschichte haften, und wenn sie nicht mehr gebraucht werden, wie von selbst abfallen. Bei Zeiten erinnert dieser Stil ein wenig an die Gebrüder Coen, die mit einem ähnliches Prinzip ihre Werke realisieren. Skurrile Charaktere, und klein strukturierte Nebenhandlungen, dass sind funktionale Dinge mit denen auch zum Beispiel FARGO oder BARTON FINK brillieren.
Es ist in der Tat schade, dass in Österreich kein Verleih gefunden wurde, der THREE BURIALS auf die große Leinwand hätte bringen können. Durch seine sehenswerten Landschaftsaufnahmen und seinem etwas seltsamen Flair hätte sich ein Besuch ins nahe gelegene Kino auf jeden Fall gelohnt. So muss sich der Filminteressierte Tommy Lees Erstlingswerk, dass für das Kino geschaffen wurde, nun zu Hause vor dem Bildschirm auf DVD ansehen. Leider trübt dieser Umstand das Filmvergnügen ein wenig, dass aber in keiner Weise THREE BURIALS angelastet werden kann.
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