Mit HITMAN schafft es nun das nächste Video Game den Weg in die Kinos. Und es ist keine Verfilmung die von dem Regisseur Uwe Boll zerstört werden könnte. Uwe wollte den Stoff unbedingt auf die Leinwand bringen doch die verantwortlichen Produzenten hatten etwas dagegen. Zu recht denn Neuling Xavier Gens erhielt den Zuschlag und durfte HITMAN realisieren. Und er tut dies auf angenehme Weise. Sein Ergebnis erinnert von der Machart an die TRANSPORTER Teile. Rasante und gutgemachte Actionszenen wechseln sich mit langsamen ästhetischen Bilder ab. Mit Zeitlupenaufnahmen an den richtigen Passagen und vorzeigbare Darsteller lässt sich HITMAN qualitativ mindestens um drei Klassen über den üblichen Bollschen Filmgames bewerten. Er bietet eine einfach gestrickte Geschichte und besitzt jenes Flair das auch die temporeichen Luc Besson Produktionen aufweisen. HITMAN wird, ohne die Spiele zu kennen, den Zuseher durchaus vergnügen, vorausgesetzt er bevorzugt leichte Kost. Ein Nachdenken über etwaige Szenen würden dem Film nicht gut tun. Denn einzelne Vorgehensweisen des Hauptdarstellers gestalten sich zumindest als fragwürdig. Als Scharfschütze, 4 Kilometer vom Ziel entfernt, erschießt Agent 47 zuerst den Bodyguard und nimmt erst danach das eigentliche Ziel ins Visier. Aber wer mit diesem Beispiel gut leben kann und kleinere Logikfehler übersieht, darf sich getrost gut unterhalten lassen.
Mit Timothy Olyphant wurde der optimale HITMAN gefunden. Er vereint alle Eigenschaften, die man als perfekten Killer braucht. Er besitzt eine starke Aura und wirkt daher unheimlich präsent. Seine Unnachgiebigkeit und Strenge wird glaubhaft dargestellt und auch seine weiche Seite lässt er, wie es das Drehbuch verlangt, ein wenig aufblitzen. Aussehen und körperliche Verfassung passen sich tadellos an den Charakter. Timothy, der uns noch als Bösewicht in DIE HARD 4.0 in bester Erinnerung ist, liegen die zwiespältigen Charaktere wohl am besten. Ihm zur Seite steht mit Dougray Scott ebenfalls ein frisches Gesicht. Zwar ist Dougray seit längerem in Business, hat jedoch außer in 17 Desperate Housewifes Episoden wenig Bekanntes vorzuweisen. Er spielt jenen Polizisten der seit Jahren auf den Spuren des HITMAN haftet um ihn womöglich eines Tages endlich zu schnappen. Zwar geht die Rolle des Polizisten im Film ein wenig unter, trotzdem weiß sich Dougray gut zu verkaufen. Den weiblichen Part übernimmt mit Olga Kyrilenko ein Hingucker der extravakanten Art. Als Schauspielerin war sie bislang nur an Seite von Eliah Wood als Vampir in PARIS JE`TAIME zu sehen. Mit ihrem attraktiven Äußeres schafft sie es sogar einen HITMAN ohne Mühe den Kopf zu verdrehen. Ob Olga auch schauspielerische Fähigkeiten besitzt, werden wir vermutlich erst in ihren nächsten Arbeiten zu sehen bekommen. Hier beschränkt sich ihr Part ausschließlich in Optik zu glänzen.
Wer für HITMAN ein Ticket löst bekommt jede Menge Action geboten. An Schusswechsel, Explosionen oder simple Faustkämpfe wird wahrlich nicht gespart. Es werden auch zahlreiche Stunts in die schlichte Handlung eingefügt, so dass der zahlende Besucher kurzweilige 90 Minuten vorgesetzt bekommt. Die Kamerafahrten gestalten sich durchwegs als rasant, der Schnitt wie üblich schnell und der Score dem Film entsprechend. HITMAN konzentriert sich auf das Wesentliche, nämlich auf das was man bei diesem Genre erwarten kann. Nicht mehr und nicht weniger.
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