30 Days of Night

  • Informationen zum Film
  • 30 Days of Night

  • Originaltitel:
    30 Days of Night
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Österreich:
    03.01.2008
    Kinostart Deutschland:
    08.11.2007
    Kinostart USA:
    19.10.2007
  • Cast & Crew
  • Regie:
    David Slade
    Drehbuch:
    Stuart Beattie, Brian Nelson, Steve Niles, Ben Templesmith
    Musik:
    Brian Reitzell
    Darsteller:
    Ben Foster, Josh Hartnett, Danny Huston, Nathaniel Lees, Elizabeth Hawthorne, Chic Littlewood, Mark Boone Junior, Melissa George, Mark Rendall, Amber Sainsbury, Peter Feeney, Kelson Henderson, Pua Magasiva, Kate Butler, Patrick Kake, Craig Hall, Joel Tobeck, Manu Bennett, Megan Franich, Min Windle, Camille Keenan, Jack Walley, Elizabeth McRae, Joe Dekkers-Reihana, Scott Taylor, Grant Tilly, Jared Turner, John Wraight, Dayna Porter
  • Inhalt

  • Nördlich des Polarkreises befindet sich die kleine Stadt Barrow im US-Staate Alaska. Da in dieser Gegend einmal im Jahr das Tageslicht für einen Monat verschwindet und in jener Zeit eine beträchtliche Kälte herrscht, machen sich die meisten Einheimischen aus dem Staub und flüchten in den Süden. Daher befindet sich die gesamte Stadt am letzten Sonnentag in großer Aufruhr. Aufbruchstimmung ist angesagt, Koffer werden in die Wägen verpackt, alle wollen nur eines. So schnell wie möglich ihre Heimat für diese schreckliche Zeit verlassen. Nur wenige, die entweder ihr Transportmittel versäumt haben, oder jene die ihren Dienst auch während der Dunkelheit versehen müssen, bleiben zurück. Und es dauert nicht lange bis eine Gruppe blutdurstiger Vampire im Schutze der Finsternis in die Kleinstadt eindringen. Sheriff Eben Oleson und seine dezimierte Bevölkerung müssen sich gegen den hungrigen Blutsaugern zur Wehr stellen und ausharren bis das erste Sonnenlicht wieder auf Barrow trifft. Ein ungleicher Kampf auf Leben und Tod beginnt ...

  • Filmkritik

  • 30 DAYS OF NIGHT entspringt aus einem Comic das erstmals 2002 veröffentlicht wurde. Steve Niles und Ben Templesmith nennen sich die Erfinder dreier Bände, die auf ihre eigene Weise, einen neuen Stil Vampire zu zeigen, kreierten. Dieser neue Look wurde in den Kreisen der Comicbuchleser positiv aufgenommen. Sogar so sehr, das Sam Raimi darauf aufmerksam wurde und Ghost House Productions gründete, um dieses Script auf die Leinwand zu bringen. Mit David Slade engagierte das Produktionsteam einen Mann der durch sein Erstlingswerk HARD CANDY überzeugte. Für Raimi und seinen Geschäftspartner Rob Tapert war Slade der ideale Regisseur, um 30 DAYS OF NIGHT so umzusetzen dass es genau dem Comic entspricht. Obwohl David in seiner Branche noch als unerfahrener Neuankömmling gilt, besitzt er doch eine Fähigkeit die ihn schon jetzt erkennbar auszeichnet. Er hat das Talent seine Filme einzigartig wirken zu lassen und drückt so dem Film seinen Stempel auf. David wertet seine Werke dadurch auf, in dem er sehr viel auf Atmosphäre setzt. Laut Tapert besitzt der Regisseur ein fantastisches Gespür für Details. Er redet auch viel mit seinen Schauspielern, geht auf ihnen ein, und realisiert so das gemeinsame Ziel.

    30 DAYS OF NIGHT ist der langerwartete Vampirfilm der Neuzeit. Dieses Werk erinnert mit Vergnügen an jene Zeit, als Blutsauger in den 60er und 70er Jahren Hochkonjunktur hatten. Er stellt sich als geradlinig und unkompliziert heraus. Ohne großes Geschnörksel wird seine recht einfache Geschichte erzählt. Die Spannung ist von Beginn an vorhanden und hält sie die gesamten knapp 2 Stunden aufrecht. Das Aussehen der Vampire ist dem Stil des Comics nachempfunden. Sie wirken allesamt ungemein angsteinflößend und letztendlich auch unbesiegbar. Vielleicht erinnern die düsteren Gestalten ein wenig an Guillermo Del Toros BLADE II. Und das das Flair im Ansatz an Kathryn Bigelows 1987 entstandenen Genre Klassiker NEAR DARK. Nur das die Protagonisten im letztgenannten Film so etwas wie Seelen besaßen. Und von Seelen sind diese schaurigen Figuren aus 30 DAYS OF NIGHT meilenweit entfernt. Eine der wenigen negativen Seiten des Films liegt möglicher Weise in den Dialogen, speziell dann wenn die Bösewichter am Wort sind. Doch um den klassischen Stil zu bewaren und dem Comic so nahe wie möglich zu kommen, ist dieser Umstand ein verzeihlicher.

    David Slade und seine Mannen dürfen letzten Endes den Konsumenten ein beachtliches Gesamtpaket vorweisen. Die Kamera versteht es exakt den richtigen Rahmen zu finden. Auch wenn sie sich, wie in modernen Filmen üblich, zuweilen zu nahe am Geschehen aufhält. Aber im Gegensatz von anderen ähnlichen Werken sind diese Momente spärlich besetzt, so dass es nicht weiter von belangen ist. Zeitlupenaufnahmen werden mit gleicher Strategie präsentiert. Unter der Devise weniger ist besser, finden sie selten aber immer zum richtigen Zeitpunkt statt. Der Schnitt wurde wegen der Altersfreigabe schnell gelassen. Trotzdem fließt das Blut in Strömen und auch der Goregehalt ist beachtlich. Über gewisse und noch immer vorhandene Moral Tabus schmunzelt 30 DAYS OF NIGHT. Denn das eine oder andere Mal setzt er sich gekonnt davon hinweg. Löblich sei an dieser Stelle auch der Score zu erwähnen, denn er wirkt wie das gesamte Projekt altbewährt. Daher gibt es hier noch eine echte Filmmusik zu hören die nicht mit neuzeitlichen Klängen zugekleistert wird.

    Josh Hartnett ist der wohl einzige klingende Name in der Besetzungsliste. Dennoch geben die weiteren Schauspieler einiges an Qualität her. Vor allem gilt der Fremde, der von Ben Foster gespielt wird, als echter Hingucker. Er verleiht mit seiner Präsenz und seiner eindringlichen Stimme den passenden Einstieg. Melissa George darf als optischer Aufputz überzeugen und Mark Boone Junior für einige Schmunzler sorgen. Leider versieht das Drehbuch für seine Helden so manche kleinere und nicht nachvollziehende Richtungswechsel. Dadurch wird der Zuseher im Verlauf etwas aus der Konzentration geworfen, so dass er sich des öfteren die “ warum jetzt ?? “ Frage stellt. Trotzdem gilt für das Ensemble die selbe Bewertung wie für den gesamten Film. Und diese Note darf der Genre Liebhaber mit “ Gut gemacht “ unterstützen.

  • Wertu
  • Story
    3,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    2,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel

Kommentare

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Userkritiken

User Kritiken

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"30 Days of Night" basiert auf dem gleichnamigen Comic von Steve Niles, und hat bei mir im Vorfeld vor allem aufgrund der interessanten Grundprämisse für Interesse gesorgt. Zwar bin ich nicht gerade der größte Fan von Josh Hartnett und halte ihn für einen der untalentiertesten und uncharismatischsten Jungschauspieler, die es in den letzten Jahren in die A-Liste Hollywoods geschafft haben, aber Horrorfilme sind was das betrifft ohnehin nicht unbedingt anspruchsvoll, und der Trailer sah durchaus vielversprechend aus. Ich meine: Ein Film über eine Gruppe von Menschen am äußersten Rand der Zivilisation, gefangen in einer 30 Tage währenden Dunkelheit, die von einer Gruppe Vampiren angegriffen wird – was kann man da schon falsch machen? Nun, offenbar eine ganze Menge. Josh Hartnett in der Hauptrolle zu casten, fällt einem da schon mal als erstes ein. Ja, da der Rest des Films auch nicht gerade gelungen ist fällt er kaum negativ auf, aber ein besserer bzw. guter Schauspieler hätte aus dieser Rolle deutlich mehr herausholen und damit den Film deutlich packender machen können.

Das allein wäre aber noch nicht genug gewesen, um "30 Days of Night" als schlechten Film schelten zu können. Wo die Macher aber auch ordentlich danebengegriffen haben, ist in der Darstellung der Vampire. So hat mich schon die optische Gestaltung und das Make-Up nur bedingt überzeugt; wobei ich zugeben muss, dass das noch eher Geschmacksfrage ist. Was Vampire für mich schon immer so ausgezeichnet und so interessant gemacht hat, ist das Motiv des Wolf im Schafspelz: ein Monster unter einer wunderschönen, verführerischen Hülle. Die Vampire aus "30 Days of Night" sehen jedoch von vornherein schon wie Monster aus, wodurch dieser Aspekt verloren geht. Das größte Problem im Hinblick auf die Vampire ist allerdings, wie unbedacht diese agieren. Eigentlich töten Vampire ja Menschen, um ihr Blut zu trinken, welches sie zum überleben brauchen – richtig? Die Vampire aus "30 Days of Night" beißen und trinken aber nicht, sie metzeln. Bereits in der ersten Nacht schlachten sie zahlreiche Menschen ab, so dass sich die von weißem Schnee bedeckten Straßen rot färben. Man gewinnt den Eindruck, dass hier deutlich mehr Blut vergossen (und damit verschwendet) wird als getrunken. Anstatt 30 Tage lang ein Festmahl zu genießen, bringen die Vampire zudem fast alle Bewohner des Ortes – denen sich ja ohnehin kaum Möglichkeiten zur Flucht bieten – gleich in der ersten Nacht um. All das widerspricht für mich irgendwie dem Mythos der Vampire und will mir nicht so recht in deren Konzept passen. Insgesamt werden die Vampire hier leider so ziemlich all ihrer Besonderheiten, die sie für mich so faszinierend gemacht haben, beraubt.

Auch die Aufteilung der Handlung ist ziemlich seltsam. Mit der ersten Nacht beschäftigt man sich mehr als die Hälfte des Films, um danach mehrere Wochen bis kurz vor Ende der 30 Tage zu springen. Durch diese Zeitsprünge kann man sich als Zuschauer leider nicht so recht mit den Figuren identifizieren und ihre Situation nachvollziehen. Worauf man leider weitestgehend auch verzichtet, ist eine Behandlung der Frage, wie sich solch eine Belagerung auf die gefangenen Menschen auswirkt; wenn überhaupt, wird diese Thematik nur sehr rudimentär und vor allem ziemlich oberflächlich behandelt. Der letzte große Schwachpunkt des Films war für mich dann das Ende. Dieses ist dermaßen aus "Blade II" geklaut, dass es einfach nur mehr lächerlich ist. Nun muss ich zugeben, dass es mir schwer fällt zu beurteilen, was zuerst da war, da sowohl die Comic-Vorlage als auch Guillermo del Toro's Blade-Film 2002 veröffentlicht wurden. Doch ganz unabhängig davon kann ich doch bei einer Verfilmung nicht einfach die Tatsache negieren oder ignorieren, dass genau das gleiche Ende erst vor ein paar Jahren in einem anderen Vampirfilm verwendet wurde. Unabhängig vom Ende des Comics hätte man sich da einfach etwas anderes einfallen und es zumindest ein bisschen anders umsetzen und inszenieren müssen.


Fazit:
Von einigen netten Bildern und Einstellungen mal abgesehen ist "30 Days of Night" leider ein sehr enttäuschender Horrorfilm. Spannung kam trotz der interessanten Grundprämisse keine auf, und auch eine beängstigende Atmosphäre sucht man vergeblich. Auch der Belagerungscharakter kam aufgrund der großen Zeitsprünge kaum zur Geltung. Die Figuren bleiben den ganzen Film über sehr flach und machen es einem daher schwer, sich mit ihnen zu identifizieren. Und das Ende ist derart schamlos aus "Blade II" geklaut, dass es einfach nur mehr peinlich ist. Das größte Problem des Films waren für mich aber die Vampire, die sich dermaßen durch die Bewohner der Stadt metzeln, dass sie eher an 08/15-Slaherkönige wie Jason erinnern denn an die fastzinierenden Blutsauger von früher. Alles in allem muss ich von einer Teilnahme an diesem 30-tägigen Blutbad eher abraten…
4/10

Review © Christian Siegel
verfasst am 31. Oktober 2009
geschrieben für und ursprünglich veröffentlicht auf http://www.fictionbox.de

geschrieben am 06.11.2011 um 23:07

Eine der düstersten und atmosphärischsten Comic-Verfilmungen die es überhaupt gibt. Ich kenne den zugrunde liegenden Comic zwar (leider) noch nicht, aber als eigenständiger Film funktioniert 30 DAYS OF NIGHT wirklich pächtig. Genau so hat atmosphärischer Horror auszusehen! Die Darsteller überzeugen durch die Bank, egal ob man versteht was sie sagen oder nicht, ob sie Mensch sind oder nicht - und das macht schon sehr viel aus. Doch auch Goregehalt und Atmo sind auf sehr hohem Niveau. Der Spannungsbogen kann innerhalb von kürzester Zeit aufgebaut werden und den Zuseher immer wieder fesseln. Aber alleine das Setting ist schon perfekt gelungen und bildet eine tolle Grundstimmung mit dem umher wehenden Schnee bei Nacht.

30 DAYS OF NIGHT ist ein äußerst spannender Schocker mit tollen Effekten die mindestens eine 18er-Freigabe verdient haben. Ohne große Schwächen kann ich diesen Film jedem nur weiterempfehlen der nichts gegen etwas härtere Kost hat.

8,5/10

geschrieben am 23.08.2011 um 21:46

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ø Wertung: 7/10 | Wertungen: 22 | Kritiken: 2