Regisseur Richard Shepard bedient sich für seine Verfilmung einer wahren Geschichte die im Esquire–Artikel " What I Did On My Summer Vacation" im Jahr 2000 von Scott Anderson erschien. HUNTING PARTY erweist sich als ironischer Film der sich gekonnt zwischen zwei Genres bewegt. Zum einen zeigt diese Geschichte klare Züge eines gefallenen Mannes, der sein Leben aufgibt. Zum anderen ist der Aufbau und der vorhandene Spannungsbogen eindeutig einem Thriller zuzuordnen. Die Auswirkungen eines Krieges werden anhand der Originalschauplätze auf drastische Weise vorgeführt. Es ist furchtbar anzusehen wie ein Land durch einen Krieg für Dekaden zerstört wurde. Sarajewo, wo einst Winterspiele stattgefunden hatten, zeigt sich noch bis heute in einen verheerenden Zustand. Diese Location ist für die authentische Stimmung sehr zum Vorteil. Dadurch wirkt der Film ursprünglich, da er auf typische Studioaufnahmen großgehend verzichtet. Shepard gelang mit HUNTING PARTY ein kritischer Film, der in seiner Machart sehr an europäische Werke erinnert.
HUNTING PARTY stützt sich auf ein Gerücht dass besagt, dass die damaligen Kriegsführer, die sich noch bis heute auf freien Fuß befinden, durch die CIA geschützt werden. Es soll gewisser Maßen ein Abkommen bestehen das sie sich in ihrer Heimat versteckt halten dürfen. Leider versucht der Film dieses seriöse Thema mit einem Augenzwinkern zu begegnen. Nicht immer wirkt Shepards Werk so ernst wie es zu sein hätte. Dadurch wird durch diese Ironie etwas der Gesamteindruck geschwächt. Schon allein der Titel unterbaut diese These. Des weiteren liefert die Geschichte, deren Inhalt sich im Fortlauf immer unglaublicher darstellt, eine Bestätigung dieser Theorie. Die dramatischen Sequenzen jedoch strotzen von Realismus und sind fern ab von Sarkasmus. An jenen besagten Passagen liefert das Werk seine besten Minuten. Sie sind an Spannung und Intensität kaum zu überbieten. Insgesamt bietet HUNTING PARTY einen sehenswerten Gesamteindruck, wenngleich noch einiges mehr aus dem Projekt zu holen gewesen wäre. Wenn der Betrachter einen ähnlichen Film suchen würde, könnte der 1998 entstandene Film SAVIOR als Vergleich herhalten.
Für die Charaktere wurde ohne Frage ein Starensemble engagiert. Richard Gere, zuletzt auch in Todd Haynes I`M NOT THERE brillierend, mimt den von der Vergangenheit gebeutelten Reporter Simon Hunt mit großer Präsenz. Wenngleich ein Richard Gere insgesamt nicht viele verschiedene Facetten aufweisen kann, so holt er bei seinen Performances immer das Optimum heraus. Terrence Howard ist gegenwärtig einer der großen Hollywood Darsteller. Für seine Leitung in HUSTLE AND FLOW wurde Terrence sogar mit einer Oscar Nominierung belohnt. Des weiteren bleibt er als Cameron Thayer in Oscarprämierten Film CRASH unvergesslich. In HUNTING PARTY verkörpert der 1,84 Meter große Schauspieler Simons besten Freund, der mit ihm durch alle Gefahren geht. Er wirkt in jeder Sequenz auf den Punkt und besitzt wegen oder trotz seiner ruhigen Art eine enorme Ausstrahlung. Kinobesucher, die eine Originalfassung bevorzugen, dürfen in den Genuss seiner einfühlsamen Stimme kommen. Denn Terrence ist auch für die Narration zuständig und für den Ausdruck im Klang genau der Richtige. In weiteren sehenswerten Nebenrollen sind James Brolin und Diane Kruger zu bestaunen.
Fazit:
Neben den Darstellern sind die Originalschauplätze das große Plus in diesen Film. Der Score, die Kamera, und nicht zuletzt die Regie erweisen sich als solide. Wenn das Konzept den ironischen Aspekt weggelassen hätte, würde man HUNTING PARTY als noch besseren Film in Erinnerung behalten. So bleibt er immerhin als Sehenswert als solches haften.
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