American Gangster

  • Informationen zum Film
  • American Gangster

  • Originaltitel:
    American Gangster
    Genre:
    Krimi, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Deutschland:
    15.11.2007
    Kinostart USA:
    02.11.2007
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Ridley Scott
    Drehbuch:
    Steven Zaillian, Mark Jacobson
    Musik:
    RZA, Marc Streitenfeld
    Darsteller:
    Armand Assante, Ted Levine, Joe Morton, Denzel Washington, Russell Crowe, John Hawkes, Yul Vazquez, Cuba Gooding Jr., Ruby Dee, Ritchie Coster, Bari K. Willerford, Roger Guenveur Smith, Carla Gugino, Josh Brolin, Chiwetel Ejiofor, Idris Elba, Lymari Nadal, Malcolm Goodwin, Ruben Santiago-Hudson, Skyler Fortgang, John Ortiz, Kathleen Garrett, Common, Warner Miller, Albert Jones, J. Kyle Manzay, T.I., Melissia Hill, Quisha Saunders, RZA
  • Inhalt
  • Harlem in den frühen 1970er Jahren. Der Vietnamkrieg tobt, die New Yorker Polizei ist korrupt und das organisierte Verbrechen am Vormarsch. Mächtige Gangsterbosse beherrschen die Nachbarschaft, von manchen werden sie als Volkshelden verehrt, von anderen als brutale Mörder verachtet. Im Schatten des schwarzen Gangsters Bumpy Johnson setzt der zielstrebige Frank Lucas (Denzel Washington) alles daran um am boomenden Drogengeschäft kräftig mitzunaschen. Um bestmögliche Kontrolle über alle Abläufte, sowie höchstmöglichen Profit mit dem Stoff machen zu können, kauft Lucas das Heroin direkt in Vietnam, schmuggelt es in den Särgen gefallener US-Soldaten nach New York und verkauft es dort über seine Verteilerstellen auf den Straßen von Harlem. Die Profite sind immens, die niedrigen Verkaufspreise sind der Konkurrenz allerdings ein Dorn im Auge. Auch der Polizei ist die unter dem Namen "Blue Magic" verkaufte Droge nicht verborgen geblieben. Detective Richie Roberts stellt Ermittlungen an und kämpft dabei immer wieder an mehreren Fronten. Einerseits jagt er zwielichten Verbrechern hinterher, andererseits erschweren immer wieder korrupte Kollegen die Ermittlungen...
  • Filmkritik
  • Das Drehbuch zu AMERICAN GANGSTER basiert auf Mark Jacobsons Artikel "The Return of Superfly", welcher im New York Magazine publiziert wurde. Der renommierte Drehbuchautor Steven Zaillian (SCHINDLER'S LIST, GANGS OF NEW YORK) entwickelte daraus eine umfangreiche Biographie über den legendären, schwarzen Gangsterboss aus Harlem. Die Story wird zwar geradlinig und schnörkellos erzählt, gönnt sich jedoch mit immanenter Hartnäckigkeit einige Längen, die speziell im Mittelteil des Films mehrfach zur Geduldsprobe werden. Die Dramaturgie ist langsam, fast bedächtig, und weigert sich beharrlich auch nur die geringste Spannung aufkommen zu lassen. Erst im letzten Drittel gewinnt der Film etwas an Fahrt und durchbricht die nahezu zweistündige Lethargie, mit der sich AMERICAN GANGSTER zunächst einhüllt. Damit ist jedoch nicht die Absenz pompöser Actionszenen, oder grimmiger Shoot Outs gemeint. Dem Film mangelt es in der ersten Hälfte einfach an inhaltlichen, emotionalen und darstellerischen Höhepunkten. Russel Crowe bringt seinen von Grund auf ehrlichen Cop Richie Roberts durchwegs interessant und ansprechend auf die Leinwand, Denzel Washington ist hingegen als kaltblütiger Gangster weitaus weniger effizient. Seine zielstrebige Bösartigkeit wirkt aufgesetzt, seine Bedrohlichkeit blitzt zwar in kurzen Sequenzen auf, ist in Summe jedoch mangels Intensität nicht wirklich gut sichtbar. Washington wirkt über weite Strecken, als hätte eine seiner strahlenden Heldenrollen aus anderen Filmen einen schlechten Tag. Selbst wenn seine Figur sich vielfach in ihren inneren Grauzonen bewegt und damit durchwegs Potenzial hätte, verschwimmt seine Performance leider oftmals ins Unscharfe ohne dabei die Essenz der Figur auf den Punkt zu bringen. Die schauspielerischen Highlights des Films sind eher abseits der Hauptrollen zu finden, wie zum Beispiel die exzellent agierende Ruby Dee als Mama Lucas. Sie vermag es ihre kurzen Szenen mit emotioneller Substanz anzureichern, die noch minutenlang nachschwingt. Josh Brolin gibt als korrupter Detective Trupo ebenfalls eine charismatische Performance ab und ist damit um einiges intensiver als beide Hauptrollen zusammen.

    Regie führt Ridley Scott, der sich mit Filmen wie ALIEN (1979) und BLADE RUNNER (1982) unauslöschlich ins cineastische Langzeitgedächtnis eingeprägen konnte, allerdings mit Werken wie KINGDOM OF HEAVEN (2005) und A GOOD YEAR (2006) nicht mehr wirklich über eine Zwischenspeicherung im Kurzzeitgedächtnis hinauskommt. AMERICAN GANGSTER ist hingegen wieder deutlich besser gelungen. Der Film ist durchwegs solide inszeniert, kann punktuell mit einigen wirklich tollen Bildern aufwarten und erreicht streckenweise eine überaus ansprechende, optische Eleganz. Dagegen steht aber nicht nur das haarsträubende Hawaii Hemd, welches Russell Crowe mehrfach trägt, sondern auch die eher dezente und zurückhaltende Regie. AMERICAN GANGSTER hat visuell kaum mehr etwas mit der stilisierten Ästhetik à la BLACK RAIN, oder der optischen Dynamik von GLADIATOR am Hut. Der Film gibt sich zwar opulent, ist aber nicht überfrachtet und bleibt somit ziemlich bodenständig. Die Kamera bleibt äußerst ruhig und statisch, es gibt keine ausladenden Bewegungen, kurze Ausnahmen sind spärlich gesäht. Lediglich die Polizeirazzia in einem Drogenlabor wird mit rasant geschnittenen, verwackelten Handkamerabildern inszeniert. Insgesamt ist die Bildersprache handwerklich zweifellos überaus solide, speziell die vielfach sehr elegante Ausleuchtung sei an dieser Stelle erwähnt. Für einen Ehrenplatz im Scott'schen Filmmuseum reicht es aber dann doch nicht ganz. Vielfach wird Atmosphäre und Flair des Films erst durch die Kombination mit der hervorragenden Filmmusik erzeugt, welche sich einerseits durch die stimmungsvollen, instrumentalen Kompositionen von Marc Streitenfeld und andererseits durch eine großartige Songauswahl auszeichnet. Ingesamt gesehen hat AMERICAN GANGSTER durchwegs genug Klasse und Eleganz, um als Gangsterdrama zu funktionieren. Angesichts der üppigen Laufzeit von knapp zweieinhalb Stunden sollte man aber zwingend etwas Geduld mitbringen. Sucht man nämlich nach spannender und effizient erzählter Thriller-Unterhaltung, ist man hier definitiv im falschen Film.
  • Wertu
  • Story
    3,0
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    eXistenZ

Kommentare

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Userkritiken

User Kritiken

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Nie war ich Fan von Filmen, die sich um Gangster oder die Mafia drehen. Der Pate ließ mich kalt und auch an Scarface hab ich mich nur zögerlich herangewagt, der mir dann aber doch ganz gut gefallen hat. Bei den Namen Ridley Scott, Russel Crow und Denzel Washington hatte der Film natürlich meine ganze Aufmerksamkeit, was wohl vor allem an letzterem lag, der seit Jahren mein Lieblingsdarsteller ist. Washington hat mich mit keinem seiner Filme enttäuscht und wie erwartet auch nicht mit AMERICAN GANGSTER...

Schon die Angangsszene, die noch sehr wortkarg abläuft und Bilder sprechen lässt, ist atembraubend. In dieser Szene, die eine gefühlte Minute läuft, wird gleichzeitig der authentische Stil des Films deutlich, wie auch die Härte und Gnadenlosigkeit, die in kommenden zweieinhalb Stunden gegenwärtig ist. Auch führt uns Denzel Washington hier vor Augen, dass es nicht immer Worte bedarf um schauspielerisches Können zu untermauern und zeigt, dass sein Berufstand auch auf anderes Werkzeug zurückgreifen kann. Eine unglaubliche Szene, die mich von der ersten Minute weg an den Film fesselt. AMERICAN GANGSTER bietet wieder einmal genug Spielraum für Washington um sein schauspielerisches Potential ausschöpfen zu dürfen, weswegen ich eine weitere Oscar-Nominierung absolut gutgeheißen hätte. Er spielt wirklich überragend, ein Charakterdarsteller, den in diesem Film wohl niemand ersetzen könnte. Aber auch die Gegenseite ist mit Russel Crowe sehr gut besetzt. Er passt gut in seine Rolle und gilt seit Filmen wie Gladiator oder A beautiful Mind sowieso zu den besten seines Fachs, auch wenn er schauspielerisch gesehen hier Denzel Washington nicht das Wasser reichen kann. Aber auch die Nebenrollen dieses Gangsterepos wurden hochkarätig besetzt: Chiwetel Ejiofor, Josh Brolin, RZA, Malcolm Goodwin usw. - sie alle machen einen tollen Job und sorgen für eine ausnahmslos tolle Darstellerriege.

Der Film erzählt die wahre Geschichte eines Mannes, der zum Drogenbaron Harlem's aufgestiegen ist, auf wirklich rührende und beeindruckende Weise. Und auch wenn sie oberflächlich gesehen kaum Neues bietet (Scarface läuft beispielsweise nach einem ähnlichen Schema ab), so sind es die Darsteller und der Regisseur, die diesem Werk das Leben (der 60er Jahre) einhauchen. Das Drehbuch, dem wie gesagt eine wahre Geschichte zugrunde liegt, bietet hierzu optimale Voraussetzungen, die von allen Beteiligten vollends erfüllt werden.

Ein tolles Gangster-Drama und eine intensive Charakterstudie über Macht, Gier, Stolz und Familie. Im Zentrum dieses Films ist ganz klar Denzel Washington, der mit seiner Darbietung einmal mehr beweist, warum er zu den bestbezahlten Schauspielern der Welt gehört. Eindrucksvoll gelang es Ridley Scott diese Geschichte zu erzählen, die nicht nur von ihren Darstellern und ihrem Drehbuch lebt, sondern auch von authentischer Optik und toller musikalischer Untermalung.

8,5/10 Gramm BlueMagic

geschrieben am 17.08.2011 um 10:42

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ø Wertung: 8,3/10 | Wertungen: 6 | Kritiken: 1