KURZKRITIK:
Regisseur Rolf de Heer, der im übrigen vor Jahren den sensiblen Film BAD BOY BUBBY inszenierte, versucht es in seinem neuesten Werk ZEHN KANUS mit einem ungewöhnlichen Konzept. Er engagiert keine professionellen Darsteller, sondern dreht mit Ureinwohner Australiens und benutzt deren tatsächlich gesprochenen Dialekt. Zusätzlich werden all jene Gegenstände verwendet, die heute und auch schon vor 1000 Jahren gebraucht wurden. Natürlich war es Rolf de Heers Anliegen an Originalschauplätzen zu drehen. Er wählte genau welche der Szenen in Farbe und welche davon in schönen Schwarz / Weiß gehalten werden. Es entstand ein teilweise witzig und kurzweilige Story in einem interessanten Stil.
Der Stamm der Yolngus, um die es in diesem Projekt geht, ist in ihrer Entwicklung stets gewachsen. Daher führen sie in der Gegenwart ein solides und sehr komplexes Leben. Ihre Zeremonien und ihre erhaltenen Rituale ist einer der wichtigsten Bestandteile ihrer Existenz. Ihre traditionellen Regeln werden genau so ernst genommen wie zu Beginn ihrer Ära. Nur besitzen sie jetzt Geländewagen statt Kanus und Gewehre ersetzen teilweise ihre Speere. Eine Integration in die uns bekanntere Welt gestaltet sich jedoch als schwierig. Daher verbleiben sie ihrer traditionellen Werte treu, die es aber ermöglichen diese Welt lebendig zu halten.
ZEHN KANUS ist ein nett anzusehender Film, der sich für den durchschnittlichen Kinobesucher als recht ungewöhnlich darstellt. Er wird ohne große Höhepunkte in liebevoller Art erzählt. Leider wirkt die Stimme des Schilderers nicht immer so witzig wie es der Erzähler selbst empfindet. Der eine oder andere eingebaute Lacher wird für den Betrachter als unverständlich wahrgenommen. Trotzdem wird ZEHN KANUS speziell für jenes Publikum attraktiv, die nicht sonderlich auf das übliche Hollywood Kino fixiert sind, sondern das etwas Andere für sich beanspruchen.
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