Dies ist eine wahre Geschichte: Jesse Woodson James wurde am 05. September 1847 in Centerville geboren. Er war das berühmteste Mitglied der James - Younger Bande. Erst begannen sie einige Banken auszurauben. Bei einen dieser Banküberfälle erschoss Jesse einen Angestellten, den er angeblich mit jemand anderen verwechselte. Um solche Schwierigkeiten in Zukunft zu vermeiden verlegten sie sich auf Zugsüberfälle. Am 21. Juli 1873 brachten sie den Rock Island Zug zum entgleisen. Später folgten weniger spektakuläre Raubzüge in dem sich die Bande auf kleinere Safes beschränkt. Jesse James wurde am 03. April 1882 von jenen Leuten ermordet, denen er als einziger vertaut hatte. Er wurde in seinem eigenen Haus von Robert Ford rücklings in den Kopf geschossen.
Als Regisseur Andrew Dominik das Buch THE ASSASIONATION OF JESSE JAMES BY THE COWARD ROBERT FORD las, wollte er wie der Schriftsteller des Romans Ron Hansen, mehr über Jesses Geschichte erfahren. Er versucht viel intensiver hinter die Person zu blicken, jenes menschliche Wesen entdecken, das ferner der Kultfigur stand. Gelesen oder gesehen hat man über den Ganoven genug, aber wer war er wirklich. Um sich diese Fragen zu beantworten tauchte Andrew in seine Welt ein und ergründete sie sorgfältig. Nach genauen Recherchen begann Andrew Dominik das Drehbuch zu verfassen. Es wurde ein intimes Portrait das viel mehr ein Psychodrama als einen Wild West Film ähnelt.
DIE ERMORDUNG VON JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD wurde letztendlich ein getragenes Werk. Dabei besitzt der Film alle Ingredienzien, die auf einen Klasse Film deuten. Die Darsteller sind mit Brad Pitt, Casey Affleck und Sam Shepard Top besetzt. Die Kamera zeigt persönliche Ansichten eines weiten Landes; der von Nick Cave komponierte Sound hält sich melodiös im Hintergrund. Auch an der komfortablen Regie gibt es nicht auszusetzen. Also wären die Grundlagen gegeben. Warum der Film es trotzdem nicht schafft qualitativ zu überzeugen liegt an zwei Dingen die unmittelbar zusammenhängen. Zum einen beträgt die Lauflänge an die 160 Minuten. Zum anderen versteht es dieses Werk nicht einen Tempowechsel an diversen Stellen einzubringen. Zum Leidwesen gestaltet sich die volle Länge in einem langsamen Guss. Daher ermüdet der Betrachter spätestens nach der ersten Hälfte. Ein schnellerer Cut an manchen Passagen würden diesen Umstand verhindern und das Publikum bei Laune halten. So aber hängen tiefe Wolken die schwerwiegend an den Augenlider haften. Und so mancher anfangs munterer Besucher wird sich seinem Schicksal wohl ergeben müssen....
Fazit:
Eine schöne Inszenierung allein hält leider nicht von der Tatsache ab das dieses Werk einfach zu umfassend und stellenweise wirklich apathisch ist. Schade, denn aus diesem Projekt wäre vieles möglich gewesen.
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