Nur in den seltensten Fällen steht ein Verfasser von Filmkritiken vor etwas völlig Neuem. Die Statistik zeigt das besten Falls ein Film im Jahr jene Eigenheit besitzt, die I`M NOT THERE aufweist. Dieser ist mit keinem anderen nur annähernd vergleichbar. Jeder Versuch Ähnlichkeiten mit diversen Werken zu entdecken, scheitern kläglich. Eine derartige Umsetzung hat es bislang noch nicht gegeben. Das Wort Innovativ wird zu häufig verwendet, hierfür eignet es sich perfekt. Eigentlich sollte man gar nicht den Versuch starten zu erklären, warum Todd Haynes I´M NOT TERE so ein Besonderer ist. Daher darf im höchsten Fall nur einer oberflächlichen Begründung für den angebrachten Enthusiasmus stattgegeben werden. Zu viel Verraten würde eine Preisgabe bedeuten. Und dieses Wissen, bevor der Zuseher den Film kennt, sollte ausdrücklich und sorgfältig gewählt werden.
Nur so viel am Rande: Die Genre wechseln wie einzelne Kapitel es tun. Obwohl ein durchdachtes Durcheinander die Szenerie beherrscht, besteht beim Sehen nie das Gefühl den Faden zu verlieren. Haynes Werk neigt sich in Sphären und versteht eine Eigendynamik zu entwickeln, die dem Zuseher förmlich die Sprache verschlägt. I´M NOT THERE spiegelt verschiedenste Facetten des Künstlers BOB DYLAN und beleuchtet dessen Stationen seines Lebens. Er gibt seine persönlichen Regeln preis und spendet diese in wundervollen ausdrucksstarken Bildern. Neben der visuellen Komposition muss in diesem Zusammenhang natürlich auch die Hörbare erwähnt werden. Diesem Werk geht es nicht des Künstlers berühmteste Geburten zu bestaunen, hier wird vielmehr die textliche Komponente zum primären Ziel. Die Zeilen müssen sich mit dem Gezeigten inhaltlich ergeben. Das Gesamte reift dadurch zu einer Symbiose höchster Qualität.
I`M NOT THERE ist wahrlich kein einfacher Film, versucht auch keiner zu sein. Aber seine kaum definierbare Stilrichtung basiert auf ästhetischem Hintergrund. Es spielt im Grunde keine Rolle ob man Bob Dylans Lieder mag oder nicht. Es kann auch keiner Bedeutung gezollt werden, ob das eigene Feedback über diesen Künstler ausreicht um den Mann und dessen Werdegang wirklich zu kennen. Der Film als solches funktioniert sehr wohl auch ohne dieser Begleiterscheinungen. Es fördert einzig das persönliche Wohlgefühl, passt die musikalische Richtung in den eigenen Geschmack. I´M NOT THERE ist als Biographical Picture kein Original, dafür ist seine Art zu fremd. Aber vielleicht führt gerade dieser Umstand dazu dieses Werk als unerreicht und als bester Film aller Zeiten dieses Genres gelten zu lassen.
Kommentare
Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.