„Invasion” erzählt im Prinzip die selbe Geschichte wie „Die Körperfresser kommen”, wurde aber modernisiert und in vielen Bereichen der Story auch angepasst. Im Gegensatz zu dem großen Vorbild, das übrigens auf der selben literarischen Vorlage basiert, wirkt „Invasion“ einfach unausgegoren.
Eine Geschichte langsam aufzubauen ist an sich eine gute Sache. Nur wenn man von der Infektion in „Invasion“ nach 40 Filmminuten das erste Mal hört und das bei einem 100 Minuten Film ist das schlicht und ergreifend zu spät. Kidmans wachsende Zweifel werden zwar gut und realistisch dargestellt, hätten aber in der Hälfte der Zeit sicherlich auch transportiert werden können. Das hat zum Effekt, dass die Aufmerksamkeit des Zuschauers bereits bevor sich die Story wirklich entwickelt hat bereits nachlässt.
Sind die Hauptcharaktere erst mal eingeführt und die Story nach über 45 Minuten langsam in Gang gekommen ist der Film zugegebenermaßen für die nächsten 45 Minuten schwer in Ordnung. Die Story wird action- und wendungsreich präsentiert, Handlungen gehen nahtlos ineinander über und Spannung kann für kurze Zeit auch aufgebaut werden. In dieser Zeit ist der Film wirklich sehenswert und in Sachen Spannung seiner Vorlage womöglich sogar leicht überlegen. Allerdings wird der Aufbau von Spannung dadurch etwas verhindert, dass dieser Teil des Films im krassen Kontrast zur ersten Filmhälfte steht und somit schlicht unpassend wirkt.
Achtung – der folgende Absatz enthält Spoiler! Allerdings, und das ist der Grund wieso trotz der sehr guten zweiten Filmhälfte die Wertung so niedrig ausfällt, wurde das Ende verändert. Während „Die Körperfresser kommen” mit einem sehr guten und überraschenden Twist ändert wurde „Invasion“ auf das typische Hollywood-Happy-End getrimmt, was vor allem bei Kenntnis der Vorlage nicht nur unpassend erscheint sondern den Zuschauer schlicht verärgert. Das zeigt, dass man hier den Zuschauer wirklich null zum Nachdenken anregen wollte und der Film überhaupt keinen bleibenden Eindruck hinterlassen wird. Hätte man den Film mit einem guten, in gewisser Hinsicht innovativen Ende oder zumindest einem offenen, überraschenden Ende in Richtung Abspann geführt wäre er insgesamt zumindest eingeschränkt empfehlenswert. Eine erste negative Überraschung (wenngleich immer noch glaubwürdig und womöglich sogar Ausgangspunkt für eine wirklich interessante Neuinterpretation der Geschichte) ist das Auftauchen der Immunität gegen die Infektion, dass gerade Kidmans Kind auch immun ist wirkt dann nur mehr erzwungen und dass sie letzten Endes auch noch ohne wirklichen Widerstand die Welt retten ist einfach nur ärgerlich.
Zuerst 45 Minuten langweilig, dann 45 Minuten gut und zum Schluss noch ein grottenschlechtes Ende – das ergibt schicht und ergreifend einen nicht empfehlenswerten Film.
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