James Bond 007 - In tödlicher Mission

  • Informationen zum Film
  • James Bond 007 - In tödlicher Mission

  • Originaltitel:
    For Your Eyes Only
    Genre:
    Action, Thriller, Abenteuer
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1981
    Kinostart Österreich:
    07.08.1981
    Kinostart USA:
    26.06.1981
  • Inhalt
  • Im ionischen Meer, nicht unweit der Küste Albaniens, ist das getarnte britische Spionageschiff St. Georges offenbar vorsätzlich versenkt worden. An Bord war eine ziemlich delikate, technische Entwicklung: Der A.T.A.C. (Automatic Targeting Attack Communicator) Transmitter! Einfach gesagt kann mit Hilfe des ATAC's die britische U-Boot-Flotte, inklusive all ihrer Nuklearwaffen gesteuert werden. Daher besteht seitens MI6 reges Interesse daran die verlustig gegangene Technologie vom Meeresgrund zu bergen, bevor jemand anders auf die gleiche Idee kommt. Es wird ohnedies bereits gemunkelt, dass der russische Geheimdienst KGB ebenfalls hinter dem ATAC her ist. Der mit dem britischen Secret Service kooperierende Archäologe Sir Timothy Havelock (Jack Hedley) und seine Frau Iona (Toby Robins) werden Opfer eines gezielten Mordanschlags. Ihre Tochter Melina (Carole Bouquet) muss zusehen wie sie sterben. Sie schwört den Tod ihrer Eltern zu rächen und beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Während dessen wird James Bond (Roger Moore) mit dem Fall beautragt. Er soll das Schiffswrack finden und den ATAC schnellstmöglich bergen. Sein erster Anhaltspunkt ist der kubanische Auftragskiller Hector Gonzales (Stefan Kalipha), der von Melina Havelock als Mörder ihrer Eltern identifiziert wurde. 007 stattet seiner Villa in Madrid einen Besuch ab, gerade rechtzeitig um ihn sterben zu sehen. Auf der Flucht trifft Bond auf Melina, die ihre Racheschwüre in die Tat umsetzte und Gonzales umbrachte. Die beiden können gemeinsam entkommen, die weiteren Ermittlungen gestalten sich jedoch schwierig. Mittels eines 3D-Identigraphen aus Q's Labor kann James Bond ein elektronisches Phantombild von Gonzales' vermeintlichen Auftraggeber anfertigen, den er in der Villa des Killers beobachten konnte. Der Name des Mannes ist Emile Leopold Locque (Michael Gothard) und er scheint sich derzeit in Cortina d'Ampezzo aufzuhalten. 007 reist sofort nach Italien, wo er zunächst seinen Kontaktmann Luigi Ferrara (John Moreno) und anschließend den wohl informierten mit besten Kontakten ausgestatteten Geschäftsmann Aristotle Kristatos (Julian Glover) trifft. Kristatos erzählt Bond von dem gefährlichen Superschurken Milos Columbo (Topol), genannt "die Taube". Columbo ist ein Schmuggler, der aber scheinbar ab und zu auch für den russischen Geheimdienst zu arbeiten pflegt. Während sich James Bond auf Columbos Fersen heftet, sieht sich Melina langsam aber sicher am Ziel ihrer Blutrache angelangt...
  • Filmkritik
  • Back to basics -----
    Nach dem abgehobenen Sci-Fi Techno-Spektakel MOONRAKER (1979) strebten Produzent Albert R. Broccoli und sein Stiefsohn Michael G. Wilson für FOR YOUR EYES ONLY eine deutlich realistischere und bodenständigere Herangehensweise an. Wilson war bereits seit GOLDFINGER (1964) Bestandteil der Bond Crew. Der Rechtsanwalt und Steuerexperte war zunächst juristisch tätig, übte darüber hinaus aber auch eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen vor und hinter der Kamera aus. Als Produktionsassistent bei THE SPY WHO LOVED ME (1977) wurde er erstmals stärker eingebunden, bis er schließlich als ausführender Produzent von MOONRAKER zu einem zentralen Fixpunkt der Filmserie wurde. Gemeinsam mit dem Bond-Veteran Richard Maibaum machte sich Michael G. Wilson an das Drehbuch zu FOR YOUR EYES ONLY. Nachdem mittlerweile alle verfügbaren Ian Fleming Romane verfilmt wurden, lenkte sich die Aufmerksamkeit auf die 1960 erschienene Kurzgeschichtensammlung For Your Eyes Only, welche insgesamt fünf Stories beinhaltet. Für das Filmscript wurden die beiden Geschichten For Your Eyes Only (dt. Titel "Für Sie persönlich") und Risico (dt. Titel "Riskante Geschäfte") ausgewählt, welche von den Autoren geschickt miteinander verwoben wurden. Das fertige Drehbuch gilt als eine der besten und authentischsten Ian Fleming Adaptionen seit ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE (1969) und wirkt trotz des unterschiedlichen Quellmaterials weitaus kompakter und zusammenhängender als Christopher Woods löchriges MOONRAKER Script. Regie beim mittlerweile 12. James Bond Abenteuer führte John Glen, der bereits mehrfach als Regisseur spektakulärer Actionszenen eingesetzt wurde und darüber hinaus den Schnitt für drei Filme besorgte. John Glen prägte mit insgesamt fünf Filmen en suite das Erscheinungsbild von James Bond über die gesamten 1980er Jahre hinweg und ist somit der einzige Regisseur der eine derartige Serie vorweisen kann. Mit FOR YOUR EYES ONLY gehen aber auch einige Serien zu Ende. Der langjährige Production Designer Ken Adam, der die Bond-Filme seit DR. NO (1962) mit seinen fulminanten Sets ausstattete, beendete sein Engagement und wurde durch Peter Lamont ersetzt. Deutlich tragischer fällt das Ende seiner Bond-Serie für Bernard Lee aus, der insgesamt 11 Mal in die Rolle von Bonds Vorgesetzten "M" schlüpfte. Der englische Edelmime starb am 16. Jänner 1981 an Magenkrebs, just als die Dreharbeiten zu FOR YOUR EYES ONLY in vollem Gange waren. Bond-Produzent und Freund Albert R. Broccoli beschloss daraufhin seine Rolle nicht nachzubesetzen, sondern ließ sie im Andenken an den Verstorbenen unbesetzt. Leider blieb das nicht der einzige Todesfall mit dem diese Filmproduktion konfrontiert wurde. Während der Dreharbeiten zu einer der spektakulärsten Actionszenen des Films auf der olympischen Bobbahn im Wintersportparadies Cortina d'Ampezzo gab es einen folgenschweren Unfall. Der italienische Stuntman Paolo Rigoni raste am Steuer eines Viererbobs mit nahezu 100 km/h durch den engen Eiskanal als er die Kontrolle über den Rennschlitten verlor. Der Bob wurde aus der Bahn geschleudert, überschlug sich mehrfach und blieb im Wald neben der Rennstrecke liegen. Paolo Rigoni war auf der Stelle tot, er hatte sich bei dem Hochgeschwindigkeitssturz das Genick gebrochen. Er war erst 23 Jahre alt. Es war der 17. Februar 1981 und allen Beteiligten wurde bitter in Erinnerung gerufen wie brandgefährlich viele Stunts in Wirklichkeit sind, selbst wenn sie hochqualifizierte Profis wie Paolo Rigoni ausführen und sie deshalb im fertigen Film so überaus gekonnt und spielerisch wirken...

    Reshaping Mister Bond -----
    Im Wesentlichen ist FOR YOUR EYES ONLY eine einzige lange Verfolgungsjagd mit vielen halsbrecherischen Stunts und konstant hoher Spannung. Trotz dieser Vielzahl an spektakulären Actionsequenzen bleibt der Film erstaunlich bodenständig und die Figur James Bond verfällt nicht wieder in das Superheldenklischee vorangegangener Filme. Als 007 den flüchtigen Mörder Emile Locque nach langer Jagd endlich stellen kann, pendelt sein Fluchtfahrzeug auf einer Felskante über dem Abgrund. Der sinistre Killer ist verletzt, nahezu wehrlos, als James Bond dem Fahrzeug einen kräftigen Tritt versetzt, es damit über die Klippen stößt und Locque somit kaltblütig tötet. Diese Szene ist seit jeher heiß umstritten, sowohl unter den Machern selbst, als auch unter Kritikern und Fans. Die eine Seite sieht darin unangebrachte und selbstzweckhafte Gewaltanwendung, die überhaupt nicht zu Roger Moores Gesamtkonzept seiner Darstellung der James Bond Figur passt und deshalb überflüssig und deplaziert wirkt. Die andere Seite argumentiert, dass genau diese Kaltschnäuzigkeit ein elementarer Charakterzug des Geheimagenten ist und bereits in früheren Filmen thematisiert wurde. In DR. NO (1962) schießt Sean Connery den Gangster Professor Dent heimtückisch in den Rücken und in THE SPY WHO LOVED ME (1977) ist es sogar Roger Moore selbst, der den Schurken Sandor vorsätzlich vom Dach eines Hauses stürzen lässt nachdem er die gewünschte Information von ihm erhalten hat. Welcher Sichtweise man sich auch anschließt, Fakt ist jedenfalls dass die Filmfigur James Bond in der Roger Moore Ära mit zunehmender Popularität immer allgemeinverträglicher, um nicht zu sagen verweichlichter, wurde. Szenen wie der kaltblütige Mord in FOR YOUR EYES ONLY versuchen diesen Trend entgegenzuwirken und das Profil des Doppelnullagenten wieder etwas zu schärfen. Ähnlich erfrischend geht der Film an die Inszenierung des Bösewichts heran. Zunächst ist es der Spannungskurve des gesamten Films ungemein zuträglich, dass nicht gleich nach den ersten paar Minuten die gesamte Besetzungsliste in Gut und Böse aufgeteilt ist. Weiters ist es ein absolutes Novum, dass der Zuseher keinen Wissensvorsprung gegenüber der Hauptfigur genießt und sich daher die wahre Identität des Filmbösewichts auch für das Publikum erst nach über einer Stunde Laufzeit offenbart. Hinzu kommt, dass der Bösewicht neben Charisma und bösartiger Verschlagenheit auch ein hohes Maß an Eigenständigkeit auf die Leinwand bringt und sich dadurch deutlich von den stereotypen Superschurken vieler vorangegangener Filme abgrenzt. Auch die französische Schauspielerin Carole Bouquet, damals vor allem aus dem Luis Buñuel Film CET OBSCUR OBJET DU DÉSIR (Dieses obskure Objekt der Begierde, 1977) bekannt, zeigt als langhaariger Racheengel Melina Havelock ein betont ambivalentes Profil, welches über das durchschnittliche Bond-Girl deutlich hinausgeht. Genau diese innovativen Variationen und zielgerichteten Neugestaltungen vertrauter Figuren machen FOR YOUR EYES ONLY mindestens genauso interessant wie die spektakulären Stunts und die rasanten Verfolgungsjagden. Beides zusammen ergibt einen phänomenalen Film, der gemeinsam mit THE SPY WHO LOVED ME zu Roger Moores absolut besten James Bond Filmen zählt.

    Lisl's revenge! -----
    In FOR YOUR EYES ONLY ist der damals bereits über 50-jährige Roger Moore zum letzten Mal im besten Alter. Für die fortsetzungsreichste Serie der Filmgeschichte ein guter Moment um kurz innezuhalten, in ihre Vergangenheit einzutauchen und ein für alle Mal mit ihr abzuschließen. Diesen Gedanken soll wohl die Eröffnungssequenz (Pre-Title-Sequence) des Films in Erinnerung rufen. Zunächst legt James Bond Blumen auf das Grab seiner verstorbenen Ehefrau und kurz darauf sieht er sich einmal mehr mit dem rachsüchtigen Supergangster Ernst Stavro Blofeld konfrontiert, der 007 wieder einmal nach dem Leben trachtet. Nach einer actionreichen Hetzjagd mit einem ferngesteuerten Helikopter kann Bond seinen Erzfeind aus insgesamt fünf Filmen ein für alle Mal besiegen und die Serie schließt mit ihrer eigenen Vergangenheit vorerst ab. Obwohl diese Pre-Title-Sequence eigentlich entstand um der Serie wieder etwas an Kontinuität zu verleihen, wird damit eher das Gegenteil erreicht. Die Szene scheint völlig losgelöst vom Rest des Films, baut weder inhaltliche noch emotionale Anknüpfungspunkte zur eigentlichen Story von FOR YOUR EYES ONLY auf und bleibt somit als isolierter Gimmick stehen. Die darauf folgenden Title Credits von Maurice Binder bieten zwar die Neuerung, dass die Interpretin auf der Leinwand zu sehen ist während sie den Titelsong zum Besten gibt, ansonsten ist der Vorspann jedoch nicht gerade Binders Meisterwerk geworden. Der Titelsong von Sheena Easton erzielte im Jahr 1981 einen moderaten Chart-Erfolg und ist für mich nach wie vor ein Highlight der Serie. Für die Filmmusik verpflichtete man den amerikanischen Komponisten Bill Conti, der vor allem mit seiner großartigen Musik für ROCKY (1976) aufhorchen ließ. Obwohl sein Score zu FOR YOUR EYES ONLY den Film überaus passend begleitet, ist er aufgrund seines Disco-Touchs ziemlich deutlich seiner Entstehungszeit zuordenbar und mutet vielleicht heutzutage etwas befremdlich an. Mehr als nur befremdlich stellt sich übrigens die deutsche Synchronfassung des Films dar. Die Countess Lisl von Schlaf, ironischerweise dargestellt von Pierce Brosnans Ehefrau Cassandra Harris, stammt in der englischen Originalfassung aus Österreich. Im deutschsprachigen Dialogbuch der Cine-Adaption GmbH nahe München wird sie hingegen flugs zu einer deutschen Gräfin umsynchronisiert! Nachdem aber "Lisl" (außerhalb Bayerns) nicht so unbedingt nach einem traditionell deutschen Vornamen klingt wurde er auf "Lisa" geändert. So wurde im Zuge der dt. Synchronisation des Films die Gräfin Lisl aus Österreich zur Gräfin Lisa aus Deutschland - ein unverzeihlicher Fauxpas! Als Österreicher empfehle ich daher mit allen Nach- und deutlichen Bluthochdruck die englischsprachige Originalfassung des Films!
  • Wertungen
  • Story
    4,5
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    5,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
    eXistenZ
    Bestellen bei:
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