Mike Cahill ist ein neues Gesicht in der Filmbranche und bringt absolut frischen Wind mit. Cahill, der zunächst den Beruf eines Literaten ausübte, brachte die gleiche gefühlsvolle Balance aus Komik und Tragik, die die Leser schon in dem angesehen Roman A Nixon Man schätzten, mit in sein Filmdebüt. Der Autorenfilmer schafft es mit erfrischender Leichtigkeit die Charaktere sehr lebendig und realistisch wirken zu lassen, aber doch zeitgleich auch äußerst skurril zu gestallten. Besonders bei Charlie spürt man eine gewisse Ähnlichkeit mit Filmen von Wes Anderson, ohne dass es wie eine schlichte Kopie wirkt. Das Hauptaugenmerk lag Cahill aber nicht auf den psychisch kranken Charlie, sondern auf seiner Tochter und ihren Leben, das von der Krankheit ihres Vaters in unglaubliche Bahnen gebracht wird. Der Film handelt von ihrer Sehnsucht nach dem Normalen, das aber für sie mit ihrem Vater nie erreicht werden kann. Der Film spiegelt das Chaos wider, einen Vorfahren zu haben, der stets zwischen Wahnsinn und Genie schwankt. Auch wenn die meisten Menschen nur den Wahnsinn sehen wollen. Fast schon parabelgleich stellt Cahill die Frage nach der Akzeptierung von Andersdenkern.
Neben dem außerordentlich witzigen und originellen Drehbuch, das bei dem American Zeotrope-Drehbuchwettbewerb 2004 unter den Finalisten war, sind die grandiosen Darsteller ein weiterer Höhepunkt des Films. Michael Douglas, den man bis vor einigen Jahren eher sehr konservative und steifere Rollen zugeschrieben hat, überzeugt nach Wonder Boys erneut als einen für ihn untypischen Charakter. Er versprüht mit seinen verfilzten, grauen Haar und Bart einen unglaublichen Charme und darf nach Zemeckis Romancing the Stone erneut in die Rolle des schrägen Schatzsuchers schlüpfen. Nur halt noch ein bisschen abgedrehter. Rachel Evan Green ist momentan eine der ersten Ansprechpartnerinnen, wenn es für eine Rolle mit Altersdurchschnitt 18 geht. Man findet die 20-Jährige seit Beginn des Jahrtausends immer wieder in den verschiedensten, interessanteren Filmen. Von dem Jugenddrama Thirteen bis zu dem Erwachen der 68er-Generation in Across the Universe. In diesem kreativen Werk spielt sie äußerst subtil die Rolle der überanstrengten Tochter, die sich auf jede erdenkliche Art mit ihren Vater abfinden will. Manchmal spielt sie bei der kleinen Schatzsuche mit, manchmal trauert sie über die Vergangenheit und schließlich findet sie sich immer wieder in die ihr aufgezwungenen Rolle der Erwachsenen wieder.
Die sensible Kameraführung und das subtile Spiel wird durch eine gefühlsvolle Filmmusik komplettiert, der den Geist des Drehbuches einzufangen versucht. David Robbins hat sich als Komponist besonders an die traumhafte „Gedankenverwirrung“ der männlichen Hauptfigur gehalten und diese mit der Besessenheit für die Entdeckungsfahrten kurz vor der Zeitenwende in den eher südlichen Ländern Europas verbunden. Das Ergebnis ist ein sehr passender Soundtrack, wodurch der Film seinen Feinschliff erhält.
Fazit:
Das Debüt von Mike Cahill erweist sich als eine äußerst originelle Tragikomödie mit sehr viel Charme, von denen man sich heute viel mehr im Kino erwünscht !
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