PERSEPOLIS basiert auf eine autobiographische Comic / Buch Vorlage der nun 28 jährigen Marjane Satrapi. Sie erzählt ihre Geschichte aus den Augen eines Kindes. Es entstand eine subjektive Sichtweise die ihr Land Iran in ein durchaus sympathisches Licht taucht. Und da eine reale Umsetzung mit Schauspieler die Wahrnehmung verzerrt hätte erfolgt diese auf die Leinwand in einem simplen 2D Stil. Die Figuren wurden im Gegensatz zum Hintergrund sehr einfach gehalten. Das Dahinter jedoch sprüht von expressionistischen Ideen, und spätestens hier entdeckt man, welche Liebe in dem Projekt steckt. Satrapi erzählt von ihrem Leben, ohne es zu beschönigen. Sie legt ihre Gefühle offen und beleuchtet in ehrliche Weise Missstände ihrer Heimat. Sie zeigt auch auf lebensfrohe Menschen in ihrem Lande, die trotz der vorherrschenden Tristesse versuchen ein schönes und vor allem freies Leben zu führen.
PERSEPOLIS größtes Plus ist der bedrückende Realismus der förmlich in der Luft zu spüren ist. Und es sind genau jene Geschichten die förderlichsten, die das Leben schreibt. Es entstand ein berührender Film, in dem der Zuseher sehr bald vergisst einen Animationsfilm zu sehen. Die Story der jungen Marjane vereinnahmt das Publikum augenblicklich und zieht einem sofort in seinem Bann. Es spielt keine Rolle das sich die Gesichter im Film wegen der Einfachheit kaum unterscheiden. Und es ist auch nicht ein wichtiger Aspekt das sich das Werk hauptsächlich im nackten Schwarz/Weiß zeigt. Dieser Umstand ist möglicher Weise eine weitere nette Idee zum Gesamtkonzept, aber mit Sicherheit kein Substanzieller. Einzig das Schicksal eines Menschen in einem fernen Ort, einer fernen Welt, das ihre kleine Geschichte erzählt. Einzig dieser Wert ist von Bedeutung in diesem rührenden Film PERSEPOLIS.
Marjane Satrapi kehrte mit 24 Jahren ihrem Land endgültig den Rücken und suchte in Frankreich ihr neues Zuhause. Zurückblickend sieht sie auf ihre alte Welt mit Wehmut. Es war schön auf einen 6000 Meter hohen Schneeberg zu sehen als Teheran ihr Leben dominierte. Und gibt zu verstehen das ihr schwer fallen würde, ihr Land nie wieder sehen zu können. Andererseits lebt sie ihr Leben in der schönsten Stadt der Welt, in Paris. Sie hat nun auch ihre Liebe gefunden, mag ihren Job und wird dafür noch gut bezahlt. Marjane zeigt enormen Respekt all ihren Landsleuten gegenüber, die aus persönlichen Gründen ihr Land nicht verlassen können. Viele von denen teilen Marjanes Ideale, dürfen sie aber leider nicht ausleben. An all jene Zurückgebliebenen hat Satrapi wohl gedacht als sie während der heurigen Festspiele in Cannes den begehrten Preis der Jury entgegen nehmen konnte. Und zu Beginn des nächsten Jahres wird es für sie nochmals spannend. Denn PERSEPOLIS geht für Frankreich ins Rennen um eine Oscar Nominierung in der Kategorie “ Bester fremdsprachiger Film “. Auch die ViENNALE Verantwortlichen sind wohlwollend auf dieses Werk gestoßen und zeigen PERSEPOLIS während dem diesjährigen Festival.
Fazit:
PERSEPOLIS ist trotz seines ernsten Themas unglaublich unterhaltsam und kurzweilig. Er ist im gleichen Maße berührend und traurig, aber auch lustig und fröhlich. Es entstand ein sentimental schöner Film der nachhaltig für Qualität steht. Es ist einer Jener geworden den der Betrachter nach Besichtigung tagelang nicht aus dem Kopf bekommt. Einfach schön ...
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