Chris Pratt war vor seinem verheerenden Unfall ein begabter und erfolgreicher Eishockeyspieler. Dieses Unglück brachte sein Leben total aus den Bahnen. Er fügte durch den Zusammenstoß seines Wagens mit einem anderen Fahrzeug nicht nur sich selbst tiefe Wunden zu, sondern tötete auch zwei seiner Mitfahrer. Jahre später sind seine Verletzungen geheilt, sein Leben bekommt er dennoch nicht mehr in den Griff: Noch dazu leider er seitdem an einer Art Gedächtnisschwund und muss sich die selbst simpelsten Vorgaben notieren. Ich stehe auf, gehe in die Dusche, wasche mich ...mit Seife ... Tag für Tag die selbe Prozedur. Auf das Eis ist er seitdem nicht mehr gegangen, und seinen Lebensunterhalt verdient sich Chris mit dem Reinigen einer kleinen abgelegenen Bank inmitten der Nachtstunden. Als er eines Tages, während er in einer Bar ein Bier trinkt, Gary kennerlernt, scheint Chris sich erstmals wieder unter Kumpels zu fühlen. Doch Gary treibt ein böses Spiel mit Chris. Er missbraucht ihn als Opfer für seinen nächsten Gewaltstreich. Das Ausrauben jener Bank, in dem Chris alltäglich seinen Reinigungsdienst versieht.
Als Drehbuchautor hat sich Scott Frank bereits einen Namen gemacht. GET SHORTY, MINORITY REPORT und OUT OF SIGHT gehen auf sein Konto. THE LOOKOUT, so der Originaltitel, stellt sein Debüt als Regisseur dar, ohne sein vorheriges unter Beweis gestelltes Talent zu vernachlässigen. Denn auch die Geschichte zu diesem beschriebenen Werk wurde von ihm protokolliert. Es entstand ein sehr untypischer Genre Film. THE LOOKOUT ist für einen Thriller fast zu ruhig. Trotzdem schafft er es spielerisch die Spannung zu halten. Der Film wirkt mit einer bedrohlichen Atmosphäre die gesamten 110 Minuten unvorhersehbar. Dieses Merkmal allein ist ein eindeutiges Indiz für einen guten Film. THE LOOKOUT hält sich an keine Regel die besagen wie ein herkömmlicher Genre Film funktionieren soll. Gekonnt weicht er von normalen Formen ab und erreicht somit einen besonderen Status. Es entsteht der Eindruck das man etwas wahrnimmt das man noch nicht zu oft gesehen hat. Das Endprodukt versteht sich mehr als ein Thriller / Drama das trotz dem geringen Tempo eine enorme Intensität erreicht.
Was diesen positiven Eindruck zusätzlich bestärkt ist die beeindruckende Klangbreite des Komponisten James Newton Howard. Der Meister der sonoren Töne unterstreicht jede einzelne Szene mit den genau passenden Melodien. Die Spannungsdichte wird durch seine geschickte Hand um einen Grad erhöht. Nicht umsonst wurde James bislang sechs mal für den Oscar nominiert. Was er mit seinen atmosphärischen Kompositionen bewerkstelligt, darf getrost als einmalig gelten. Ihm ist es zu verdanken das THE LOOKOUT durch seinen Score noch zusätzlich an Qualität gewinnt. Und es wäre endlich an der Zeit das James Newton Howard für eines seiner nächsten Werke nicht nur eine Nominierung bekommt, sondern endlich Mal den Oscar gewinnt. Verdient hätte er sich den kleinen goldenen Kerl allemal !
Damit THE LOOKOUT im Gesamten gelingt, wurde für die ausgeprägten Figuren ein ausgezeichnetes Cast gefunden. Vor allem der Hauptdarsteller Joseph Gordon - Levitt, der vom Äußeren dem jungen Heath Ledger und Keanu Reeves etwas ähnlich sieht, zeigt eine gediehene Darbietung. Sein Part fordert eine enorme Verantwortung, denn auf seiner Rolle ist der gesamte Film aufgebaut. Doch Joseph wird der Belastung dieser Bürde in jeder Weise gerecht. Er verkörpert Chris Patt als wäre sein Part autobiographischer Natur. Der Zuseher wird ihm sein agieren zur jeder Zeit abnehmen. Vom zweiten Protagonisten hat man schon länger nichts mehr gehört. Umso schöner das er sich endlich mal wieder auf der Leinwand zeigt. Jeff Daniels spielt den blinden Freund Lewis, der sich mit Chris eine kleine Wohnung teilt. Er ist im Film der Einzige, der den dauerhaft geschädigten Chris ernst nimmt und ihn so akzeptiert wie er ist. Jeff spielt, trotz seiner vorgeschriebenen Zurückhaltung, sehr eindringlich. Man vernimmt seine Worttexte genau und hört auf jeden Tonfall. Wer Jeff als Schauspieler gerne mag, wird sich hier auf einige gelungene Szenen mit ihm freuen können. Als dritter im Bunde ist Matthew Goode als Bösewicht zu sehen. Durch seine Performance verstärkt sich das bedrohliche Flair, das dem vollständigen Film umgibt.
Fazit:
Schade das DIE REGELN DER GEWALT, so der unpassende deutsche Titel, wegen seiner Geschwindigkeit, etwas zu lang geraten ist. Dadurch hat das Werk auch einige kleine Hänger zu bieten. Ohne diese Hänger wäre ein tolles Produkt abgeliefert. worden So aber bleibt dennoch das Prädikat “ sehenswert “ haften.
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