Da sein Vater bei einem Autounfall tödlich verunglückte, ist Kales seelische Verfassung in einem katastrophalen Zustand. Als sein Lehrer ziemlich taktlos mit ihm umgeht, rastet der Jugendliche zu seinem Leidwesen völlig aus. Wegen Körperverletzung wird er zu drei Monate Zwangsurlaub in seinen eigenen vier Wänden verdonnert. Am Fuß trägt der schlagkräftige Teenager ein verplombtes GPS Modul, dessen Signal von der Polizei rundum überwacht wird. Sollte er das Haus verlassen und sich weiter als 30 Meter weg bewegen, landet er umgehend im Gefängnis. Anfangs fühlt Kale dass es sein Leben gut mit ihm meint. Er verbringt seine gewonnene Freizeit um sich den Bauch voll zu schlagen. Anschließend ist kein Videogame vor den Rabauken sicher. Einige Stunden später, als Kale all seine Hobbys verbraucht hat, sucht er nach Alternativen. Ein Fernglas soll seine aufkommende Langeweile vertreiben. Zu Beginn begeben sich seine Augen auf die Suche nach der sexy Nachbarin, die meist nur mit Bikini begleidet, am Swimming Pool ruht. Dieser Anblick begeistert auch seinen Kumpel Ronnie, der fort an gemeinsam mit Kale spioniert. Ihre visuelle Entdeckungsreise führt schon sehr bald zu den anderen Nachbarhäuser und deren unerforschten Geheimnisse. Auch Ashley, die mittlerweile ihren Pool verlassen und sich der beiden Boys angeschlossen hat, findet Spaß sich in Geheimnisse anderer Personen zu begeben. Anfangs gibt es außer einen Ehebruch nicht aufregendes zu beobachten. Die Situation ändert sich schlagartig als sie durch das Fenster des Mr. Turner sehen. Hier scheint soeben ein Mord passiert zu sein. Und zum Leidwesen der Clique bemerkt der mutmaßliche Mörder, dass es Augenzeugen gibt. Ein Katz und Mausspiel über Leben und Tod beginnt.
Um seinen Film DISTURBIA die nötige Ernsthaftigkeit mit auf den Weg zu geben, wendet Regisseur D.J. Caruso einen ungewöhnlichen Trick an. Um in weiteren Sphären als den üblichen Teenie Thriller zu gelangen, verbietet er jegliche Konversation der Protagonisten außerhalb der Szenen. Dieser Umstand soll die Begegnungen der Beiden, Mister Turner und Kale, intensivieren und DISTURBIA zu einen ungewöhnlich bedrohlichen Psychothriller beflügeln. Das die Seriosität konsequent eingehalten, und innerhalb des Drehs intensiv gearbeitet wird, beweist der Umstand das sich Mr. Turner (David Morse) während einer Szene gleich mehrere Finger brach. Filmemacher D.J. Caruso will mit seinen Vorgaben in Bereich von Alfred Hitchcocks Voyeurismus Klassiker DAS FENSTER ZUM HOF dringen, um qualitativ in etwa selben Level zu spielen.
Und zugegeben funktionieren zu Beginn seine Überlegungen auch. Denn die Eröffnungsszene wirkt richtig spannend und ermöglicht auf ein überdurchschnittliches Werk zu hoffen. Nur leider existiert ein Drehbuch, dass im Mittelteil viel zu wünschen übrig lässt. Da herrscht zum größten Teil Stillstand und die aufkommende Atmosphäre reduziert sich in normale Bereiche. Immer wieder versucht das Skript den Zuseher in die Irre zu führen in dem der erste Mord der passieren soll, nicht geschieht. Spätestens nach der zweiten “ Verarsche “ versteht selbst der Schreckhafteste das der nächste Spannungsaufbau ins Nichts führt. Dieser Umstand hält eindeutig zu lange an. Viel zu spät erkennt der Film das er zu einem großen Finale ausschlagen muss um DISTURBIA zu einem Qualitätsprodukt zu verhelfen. Zugegeben sind die letzten 30 Minuten, wie der Beginn, wesentlich besser. Trotzdem schafft es der Schlussakt nicht die Fehler des zweiten Drittels gutzumachen. Und eine gewisse Vorhersehbarkeit kann der Thriller nicht verleugnen. Außerdem stellt er sich als ein typisch braver Hollywoodfilm heraus, in dem das Gute siegen muss und nur belanglose Charaktere verzichtbar sind.
Shia LaBeouf ist spätestens seit seinem Engagement als Sam Witwcky in TRANSFORMERS jedermann bekannt. Er gilt als das Gesicht der nächsten Generation. Und er begibt sich in eine für ihn neues Genre mit viel Herz und Sympathie. Ohne in Euphorie zu verfallen darf man bei Shia auch in DISTURBIA von einer gelungenen Darbietung sprechen. Gemeinsame Dialogszenen mit David Morse bietet jene eindringliche Chemie, die ein Thriller von Wert braucht. David stellt sich als kongenialer Gegenpart dar, der mit satanischer Präsenz aufwartet. Besonders sein Tonfall lässt seine Boshaftigkeit vermuten und seine physische Gewalt erkennt der Betrachter in seinem Flair das Ihn umgibt. Mit “ MATRIXE “ Carrie Anne Moss hat es das Drehbuch nicht so gut gemeint. Zwar hat es für sie die Rolle der Mutter vorgesehen, aber etwaige Highlights bleiben leider aus. Ebenso mit dem restlichen Cast das vielmehr als optischer Aufputz dienen darf. So reduziert sich das Wesentliche auf zwei Personen Shia und David, die aber ihre Sache richtig gut machen und an so manche Nervenstränge ziehen.
Fazit:
Zwar kommt DISTURBIA bei weitem nicht an seinen Vorgänger heran. Dennoch sollte man von keinem langweiligen oder gar minderwertigen Film sprechen. DISTURBIA bietet solide Kost der für den einen oder anderen Schauder sorgt.
Kommentare
Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.