Mit I Now Pronounce You Chuck and Larry findet sich Adam Sandler schon zum dritten Mal in den Fittichen von Dennis Dugan. Die beiden Hit-Komödien Happy Gilmore und Big Daddy basierten schon damals auf der Zusammenarbeit der beiden – und anscheinend hat sich nicht viel bei den beiden in den letzten Jahren getan. Nachdem Sandler mit seinem kurzzeitigen Ausflug in das ernsthafte Genre mit dem Überraschungserfolg Reign over Me in neue Gefilde getraut – und auch gemeistert – hat, eilt eines der Klamaukgenies Hollywood zurück in das Genre, in dem er sich einfach am wohlsten fühlt. Und es scheint so als wäre nichts passiert: Er kann noch immer mit seiner stets gleichen Mimik das Publikum erfreuen, er weiß wie er sich vom Saulus zum Paulus in jedem seiner Filme entwickelt und wie man dann noch gegen Ende das Mädchen abkriegt. Ebenso wenig wie sich Sandlers schauspielerische Qualitäten oder seine Rollen auch nur in irgendeine Weise verändert haben, blieb Dugan all die Jahre seinem qualitativ eher mäßigen Stil treu: Er klaut sich schnell durch etliche andere Werke, versteht die Philosophie über Bildkomposition und Einstellungen noch immer nur geringfügig und schafft es eigentlich nicht wirklich über mäßiges TV-Niveau hinauszukommen.
Aber auch der restliche Cast – angeführt von zwei der bekanntesten Gesichtern aus dem heutigen Fernsehen, die sich nun auch auf der großen Leinwand einen Namen machen wollen, Kevin James und Jessica Biels – leidet hier eher an Unterforderung. Kevin James spielt zwar den Part des liebevollen Vaters mit finanziellen Problemen mit einer erfrischenden Leichtigkeit, doch ist es für ihn auch keine Rolle, mit der er wachsen wird. Sein Charakter ist eigentlich nur die direkte Weiterführung der restlichen Parts seiner Filmografie – die Fans werden ihm trotzdem oder vielleicht gerade deswegen hierfür dankbar sein, da er sich eben treu bleibt und doch einen unglaublichen, natürlichen Charme in den Film mitbringt. Darum ist er und sein subtiles Spiel auch das eigentliche Highlight des Films ! Jessica Biel hingegen spielt ihre Rolle gewohnt aufdringlich und kann mehr mit ihrem schönen Körper imponieren – immerhin eine Szene mit ihr in Unterwäsche – als mit qualitativer Schauspielkunst. Auch derlei hochwertigen Darsteller wie etwa Ving Rhames, Dan Aykroyd und sogar Steve Buscemi konnten zwar für den Film gewonnen werden, aber leider werden sie für eher platte Scherze verschossen und bekommen nicht genug Screentime, um ihre wahre Qualität unter Beweis zu stellen.
Den Rest darf man als das typische Hollywood bezeichnen: Die Geschichte ist die unoriginelle 0815-Story, die man mindestens aus der Hälfte aller Sandler-Filme schon gesehen hat, mit so unglaublichen Wendungen, dass man sie von 30 Minuten Entfernung gegen den Wind riechen kann. Die Drehbuchautoren haben sich leider gar nicht an einer komplexeren Geschichte probiert, sondern haben ihre Aufmerksamkeit mehr auf die Unterhaltungsebene gelegt. Doch selbst mit dem intensiven Fokus auf diesen Bereich des Films wollen die meisten Witze nicht wirklich zünden und erweisen sich als äußerst platte Witze, die man schon aus den meisten anderen Komödien über Homosexuelle kennt. Das Ende bietet dann noch die übliche familienfreundliche Moral – die aber vielleicht ein Teil der Amerikaner wirklich auf die Nase gebunden benötigt
Fazit:
Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme ist eine typische Hollywood-Komödie, die man tagtäglich im Abendprogramm sieht: Nette Witze, übliche Geschichte, umgesetzt mit einigen sympathische Gesichtern und mäßige Regie – doch kann man sich davon unterhalten lassen.
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