Kate ist eine geniale Köchin – es gibt kaum eine bessere in der Stadt. Sie weiß, was sie will und sie weiß, wie sie es bekommt: Sie braucht keinen Partner, dies würde sie nur aus ihrem Konzept bringen, ihr die Zügel aus den Händen reißen – sie würde die Kontrolle verlieren und das ist das einzige, was sie niemals verlieren darf ! Sie kontrolliert ihr Leben, sie liebt ihr Leben.
Ein schrecklicher Autounfall soll all dies verändern. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Schwester soll Kate auf einmal ihre Nichte zu sich nehmen. Ihre Küche wird übernommen von einem verrückten, italienischen, Opern singenden Koch, der die Küchenchefin stets mit seiner Cuisine und seinen weiteren Reizen versucht zu verführen. Die Zügel ihres Lebens werden ihr entrissen …
Mit No Reservations – so der Originaltitel des Films – entdeckte Regisseur Scott Hicks für ihn noch unerschlossenes Gebiet, das Liebeskomödien-Genre. Hicks kämpfte sich in dem letzten Jahrzehnt durch alle denkbaren Genres, von Krimi über Musikfilm bis hin zum Weltkriegsdrama. Diese Entwicklung der letzten Jahre hat dem Regisseur und seinem Händchen für Bildkomposition eindeutig gut getan. Während die meisten anderen Hollywood-Romantikkomödien eher in künstlerisch seichteren Gefilden plätschern, brachte Hicks sein Boot in für dieses Genre ungeahnte Tiefen: Die Regie schafft es gut die Gefühle der Hauptdarstellerin durch die Farbwahl des Bildes auszudrücken und sucht dabei stets interessante Kameraperspektiven, um die Geschichte weiterzuführen – wie etwa wenn Kate alle anderen Menschen ausschließt und jene sie nur einem Bild gleich ansehen, aber nicht berühren können. Wären nicht die eher redundante Verwendung und die Abnutzung seiner Einstellung, könnte man sogar von einer gelungenen Regie sprechen.
Neben der überdurchschnittlichen guten inszenatorischen Kraft kann der Film auch mit einer Hand voll wunderbar sympathischen Schauspielern aufwarten. Der Cast hat auf jeden Fall schon schwierigere Rollen zum Ausüben gehabt, doch auch für No Reservations spielten die Darsteller ihre etwas anspruchsloseren Figuren mit einer erfrischend lebhaften Leichtigkeit. Besonders Aaron Eckhart kann sich von dem restlichen Cast durch seine sympathische Darstellung als Spaghettikoch mit der Leidenschaft für die großen Opern hervorheben und wird wohl der Frauenwelt durch insbesondere dieser Rolle im Gedächtnis bleiben. Die gerade einmal 10 jährige Abigail Breslin, die dank Little Miss Sunshine sich zum Kritikliebling avancierte, darf sich hier über erneut gute Kritik freuen: Ihr Spiel wirkt natürlich und charmant sowohl in den witzigen als auch in den düsteren Szenen – sie hat sich nun schlussendlich gänzlich in die Herzen der Zuseher gespielt und wird wohl in den nächsten Jahren in der ersten Liga der Kinderstars verharren.
Während diese Teilbereiche von Rezept zum Verlieben sich als durchaus positiv erwiesen haben, war die Adaption der italienisch-deutschen Produktion Bella Martha eher durchschnittlicher Art. Der Witz war zwar charmant, aber blieb stets in den Sphären des Kommerzes. Die Musik untermalt zwar die Bilder auf schöne Weise mit sanften Klängen, darf sich aber als nicht gänzlich originell bezeichnen, da man stets das Gefühl hat den Soundtrack schon zu oft gehört zu haben. Auch wenn die Dialoge auf charmanter Weise geschrieben sind, kann man leider die Geschichte um die Wandlung der Kate nicht als besonders originell bezeichnen. – Eine typisch charmante Mainstream-Romanze.
Fazit:
Mit No Reservations lieferte Scott Hicks sein Debüt in dem romantischen Genre und liefert den Zusehern eine durchaus erfrischende und sympathische Hollywood-Komödie.
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