James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte

  • Inhalt
  • MI-6 ist in höchster Alarmbereitschaft! Ein britisches Atom-U-Boot mit Nuklearwaffen an Bord ist spurlos verschwunden. Auch die Sowjetunion vermisst eines ihrer Atom-U-Boote, die beiden Länder verdächtigen sich gegenseitig und die Geheimdienste entsenden ihre jeweils besten Agenten um die Sache schnellstmöglich aufzuklären. James Bond (Roger Moore) und die sowjetische KGB Agentin Anya Amasova, alias Triple X, (Barbara Bach) verfolgen die Spur eines am internationalen Schwarzmarkt angebotenen "Tracking" Systems, welches in der Lage ist den Kurs von U-Booten zu bestimmen bzw. zu verfolgen. Die Spur führt nach Kairo, wo sie sich auf die Suche nach Aziz Fekkesh (Nadim Sawalha) machen, der offenbar im Besitz der auf Mikrofilm gebannten Pläne des Systems ist. Die beiden Agenten liefern sich ein Wettrennen um den Mikrofilm, immer darum bemüht den jeweils anderen zu übervorteilen. Fekkesh wird ermordet, aber auch 007 und Triple X geraten ins Visier des bizarren Killers Jaws (Richard Kiel). Der hünenhafte Jaws (in der dt. Fassung "Beißer") verfügt über immense Körperkraft und hat ein Stahlgebiss, welches er als Mordwaffe einsetzt. Die beiden Agenten entgehen zunächst mehreren Mordversuchen und bergen letztendlich den Mikrofilm. Zu ihrer Überraschung treffen sie auf eine gemeinsame, geheime Kommandozentrale ihrer beiden Geheimdienste und werden dort von ihren Vorgesetzten "M" (Bernard Lee) und General Anatol Gogol (Walter Gotell) empfangen. Die beiden Supermächte wollen fortan in dieser Sache zusammenarbeiten, eine gemeinsame Analyse des Mikrofilms lenkt den Verdacht auf Karl Stromberg (Curd Jürgens), ein Großindustrieller mit eigener Handelsflotte. Gemeinsam reisen 007 und Triple X nach Sardinien, geben sich als Meeresbiologen aus und verschaffen sich über gute Kontakte eine Einladung auf Strombergs Unterwasserbasis Atlantis, von wo aus er seine Geschäfte lenkt. Der Verdacht erhärtet sich, als sie auf der Rückreise ans Festland mehreren Mordversuchen nur knapp entgehen können. Bald erkennen sie was es mit Strombergs neuen Riesentanker Liparus auf sich hat und kommen langsam hinter seine sinistren Pläne die Welt ins Chaos zu stürtzen. Doch auch zwischen den beiden Geheimagenten kommt es zu Spannungen. Es stellt sich nämlich heraus, dass James Bond bei seinem letzten Einsatz in Österreich einen KGB-Agenten getötet hat. Dieser Agent war niemand geringerer als der Geliebte von Anya Amasova...
  • Filmkritik
  • 007 Supersized -----
    Zwischen den beiden Filmen THE MAN WITH GOLDEN GUN und THE SPY WHO LOVED ME liegen volle 3 Jahre, der bislang längste Zeitabstand zwischen zwei James Bond Filmen. In dieser Zeit hatte der, nunmehr alleinige 007-Produzent Albert R. Broccoli mannigfaltige Probleme zu lösen, sowohl rechtlicher als auch produktionsbedingter Natur. Der Ausstieg des in finanzielle Notlage geratenen Co-Produzenten Harry Saltzman und der draus resultierende Zwangsverkauf seiner Anteile zogen gerichtliche Auseinandersetzungen mit den Gläubigerbanken nach sich, welche kurzzeitig sogar die Produktion neuer James Bond Filme gefährdeten. Darüber hinaus wurde mit THE SPY WHO LOVED ME ein Ian Fleming Roman gewählt, der auf ausdrücklichen Wunsch des bereits verstorbenen Autors niemals verfilmt werden sollte. Nach zähen Verhandlungen mit den Fleming-Erben einigte man sich darauf wenigstens den Titel freizugeben, jedoch inhaltlich ein völlig neues Drehbuch zu gestalten, welches keine Parallelen mehr zum Roman aufweisen durfte. An sich eine fast schon gewohnte Aufgabe für die Drehbuchautoren, sind doch die Filme seit ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE alle ziemlich deutlich von den Romanvorlagen abgewichen. Dennoch gestaltete sich der Drehbuchentwurf schwieriger als gedacht, mehrere Autoren versuchten ihr Glück, darunter Anthony Burgess (A Clockwork Orange), der damals noch am Anfang seiner Karriere stehende John Landis (The Kentucky Fried Movie), sowie Bond-Veteran Richard Maibaum. Letztendlich wurden alle guten Ideen aufsummiert, doch das finale Script von Christopher Wood und Richard Maibaum barg ein weiteres Problem in sich. Ursprünglich war wiederum die Verbrecherorganisation S.P.E.C.T.R.E. und ihr sinistrer Boss Ernst Stavro Blofeld als Bonds Gegenspieler vorgesehen. Der Produzent Kevin McClory, dessen gerichtlich abgesicherte Filmrechte an THUNDERBALL (1965) vereinbarungsgemäß nach 10 Jahren wieder auf ihn übergingen, strengte ein Gerichtsverfahren gegen Eon Productions an, weil sowohl S.P.E.C.T.R.E. als auch Blofeld erstmals in seinem THUNDERBALL Drehbuch auftauchten und er sich somit in seinen Namens- und Verwertungsrechten verletzt sah. Dieser Rechtsstreit bedingte weitere Verzögerungen für THE SPY WHO LOVED ME, als Konsequenz daraus wurde das Drehbuch umgeschrieben. Um weiteren Problemen aus dem Weg zu gehen wurde Karl Stromberg als neuer Bösewicht eingesetzt und die Verbrecherorganisation S.P.E.C.T.R.E. fand keine Erwähnung mehr. In diesem Umfeld war es schwieriger als sonst einen Regisseur für den Film zu finden. Der in näherer Auswahl stehende Steven Spielberg drehte statt dessen seinen Kassenknüller JAWS (Der weiße Hai, 1975) und auch der Bond-Veteran Guy Hamilton (GOLDFINGER, DIAMONDS ARE FOREVER, LIVE AND LET DIE, THE MAN WITH THE GOLDEN GUN) sprang zugunsten anderweitiger Engagements letztendlich ab. Schlussendlich verpflichtete man den Regisseur Lewis Gilbert, der bereits mit YOU ONLY LIVE TWICE erste Bond-Erfahrung sammeln konnte. Für Produzent Albert R. Broccoli blieb dennoch ein weiteres, kostspieliges Problem zu lösen. Kein Filmstudio war groß genug um die fulminanten Sets von Production Designer Ken Adams zu beherbergen. Broccoli machte das Unmögliche möglich und beauftragte kurzerhand den Bau der mittlerweile legendären "007-Stage" inmitten der Pinewood Studios. Die monumentale 007-Halle misst 102 x 41 Meter, verfügt somit über eine gigantische Fläche von 4.182 m2 und ist 12 Meter hoch. Der riesige Wassertank (91 x 22,5 x 2,7 Meter) des Filmstudios war in der Lage die drei lebensgroßen U-Boot-Modelle im Inneren des Supertankers Liparus zu beherbergen, die für den Film entworfen wurden. Die 007-Stage wurde am 5. Dezember 1976 im Beisein des ehemaligen britischen Premierministers Harold Wilson, Bond-Produzent Albert R. Broccoli, Darsteller Roger Moore und vielen anderen Stargästen feierlich eröffnet. Das Studio war das größte seiner Art und das Gleiche gilt auch für die oscarnominierten Sets von Ken Adams, die THE SPY WHO LOVED ME zum bis dato größten und aufwändigsten Bond-Abenteuer machten.

    Way down below the ocean where I wanna be she may be -----
    Der Film zeigt sehr deutlich, dass die Drehbuchautoren die vermeintliche Not keine Fleming Vorlage zu haben letztendlich zur Tugend machen konnten. THE SPY WHO LOVED ME ist von Anfang bis Ende kurzweilig, spannend, humorvoll und unterhaltsam. Der Film fügt sich perfekt in die bisherige Serie ein, referenziert sogar gelegentlich auf frühere Filme und lässt einige klassische Bond Klischees wieder aufleben. Erstmals darf nun auch Roger Moore den obligatorischen Wodka Martini Cocktail bestellen und es gibt endlich wieder mal ein mit pfiffigen Tricks ausgestattetes Bond Auto. Der schnittige Lotus Esprit verfügt über eingebaute Raktenwerfer und ist perfekt für Unterwassereinsätze ausgerüstet, kann sich das Auto doch innerhalb kurzer Zeit in ein U-Boot umwandeln! Doch nicht nur Bond besitzt technische Gadgets. Stombergs Supertanker Liparus kann seinen Bug öffnen und sich somit das davor treibende Atom-U-Boot einverleiben. Diese Idee erinnert zwar stark an das Raumschiff aus YOU ONLY LIVE TWICE, ist aber weitaus besser realisiert. Trotz aller technischer Verspieltheiten, explosiver Action und gigantischer Sets liefert sich THE SPY WHO LOVED ME nicht bedingungslos der Technik aus. Dafür sorgt eine durchwegs interessante Story sowie die hervorragenden Leistungen der DarstellerInnen. Roger Moore hat sich in seinem nunmehr dritten Film die Figur James Bond so zurechtgezimmert, dass er sich damit sichtlich wohl fühlt. Seine Darstellung ist stolz und elegant, intellektuell und überlegen, sein Humor gleichsam spitzbübisch und süffisant. Moore harmoniert hervorragend mit der nicht minder ansprechend agierenden Barbara Bach als KGB-Agentin "Triple X". Die sich ständig verändernde Beziehung zwischen den beiden Geheimagenten zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Schauspielerisch macht das Duo wider Willen ein konstant gutes Bild, egal ob sie sich gerade im rivalisierenden Wettstreit befinden, entspannt miteinander kokettieren, oder sich als ernste Gefahr wahrnehmen. Die Chemie zwischen Roger Moore und Barbara Bach stimmt einfach und das zeigt sich in nahezu jeder Szene. Dazu kommt, dass die zuletzt immer undankbarer werdende Rolle des "Bond Girls" in THE SPY WHO LOVED ME wieder deutlich aufgewertet wird. Die Filmfigur "Triple X" ist dankenswerter Weise nicht auf eine strohdumme Sexbombe begrenzt, wie das zuletzt öfters der Fall war. Im Gegenteil, sie ist mit 007 auf Augenhöhe und kann ihn sogar mehrfach austricksen. Ebenfalls ein Glücksgriff war die Besetzung von Curd Jürgens als Bösewicht Karl Stromberg. Der deutsche Edelmime liefert eine hervorragende Performance und reiht sich damit mühelos in die ewigen Bestenlisten der charismatischsten Bond-Bösewichter ein. Bemerkenswert ist auch die musikalische Inszenierung von Stromberg. Während der Film grundsätzlich mit der von Marvin Hamlisch komponierten Musik begleitet wird, genießt der Superschurke Stromberg eine musikalische Sonderstellung. Seine Auftritte werden ausschließlich mit klassischer Musik , z. B. von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart sowie Frédéric Chopin, unterlegt. Ein sehr interessanter Ansatz, der sowohl Strombergs Isolation, als auch die Andersartigkeit seiner Welt (der Unterwasserstation Atlantis) herausstreicht. Aufgrund der ansprechenden Story und der hervorragenden Darstellungen kann THE SPY WHO LOVED ME letztendlich auf ganzer Linie überzeugen und gilt als einer der besten Roger Moore Bondfilme überhaupt.

    Nobody does it better -----
    Die, mittlerweile zum fixen Inventar der Bondfilme zählende Pre-Title-Sequence hat sich im Laufe der Zeit deutlich weiterentwickelt. War es anfangs lediglich eine kurze und oftmals pointierte Einstiegsszene ins neue 007-Abenteuer, ist es mittlerweile zu einer gesamten Filmsequenz geworden, die fast schon als kleiner Film-im-Film fungiert. THE SPY WHO LOVED ME verfügt über eine der besten und zweifellos bekanntesten Eröffnungssequenzen der James Bond Serie. Nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd auf Skiern, die einmal mehr von Willy Bogner gekonnt in Szene gesetzt wurde, rast 007 mit Höllentempo über eine Klippe und fliegt in den Abgrund. Im Flug entledigt er sich der Skier und öffnet seinen Fallschirm auf dem riesengroß der Union Jack prangt. Genau solche Szenen bringen die exquisite Mischung aus waghalsigen Stunts und augenzwinkernder Übertreibungen auf den Punkt, die als unverkennbare Signatur der Bond-Abenteuer gilt. Nobody does it better, keine Frage. Aber jemand Anderer dürfte sich so eine Szene ohnehin nicht erlauben. Der waghalsige Stunt wurde übrigens von Rick Sylvester ausgeführt, der den Sprung noch nie zuvor getätigt hatte. Sein Fallschirm im britischen Nationaldesign wird von zwei silhouettenhaften Frauenhänden umfasst und die Szene geht nahtlos in den eleganten Vorspann des Films über. Title Designer Maurice Binder hat sich wieder einmal selbst übertroffen und lässt in seinen Title Credits graziöse Frauenfiguren auf Revolverläufen turnen, visualisiert inhaltliche Themen des Films und spielt auf unnachahmlich elegante Weise mit diesen Motiven. Der überaus präzise und passende Schnitt des Vorspanns ist sichtlich darum bemüht bestmögliche Harmonie mit dem oscarnominierten Titelsong "Nobody Does It Better" herzustellen. Der einfühlsame Song von Carly Simon wurde damals zum Hit und geniesst bis heute große Popularität. THE SPY WHO LOVED ME ist darüber hinaus ein über weite Strecken wirklich exzellent gelungener Bild- und Tonschnitt zu attestieren. Damit werden überaus geschickte Akzentuierungen erzeugt und ganz nebenbei eine harmonische Balance aus Bildern, Toneffekten und der ebenfalls oscarnominierten Filmmusik von Marvin Hamlisch gebildet. THE SPY WHO LOVED ME ist also nicht nur ein protziger Ausstattungsfilm mit gewaltigen Kulissen und rasanter Action, sondern er verfügt darüber hinaus auch über die quintessenzielle Eleganz, welche einen guten James Bond Film mitausmacht.
  • Wertungen
  • Story
    4,5
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    4,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
    eXistenZ
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