Kennt man Michael Moores Dokumentationen, und weiß sie richtig einzuschätzen, dann wird der Zuseher nach SICKO zufrieden das Kino verlassen. Denn auch dieser Film ist im typischen Moore Strickmuster gehalten. Michael zeigt die Thematik von seiner Betrachtung aus und verzichtet komplett auf eine Gegendarstellung. Aber allein die Fakten, die er rund um die Krankenversorgung aufzeigt, stellen das Land USA in ein düsteres Licht. 50 Millionen Personen, meist von der Unter bis zur Mittelschicht sind davon betroffen. Jene Amerikaner erstarren vor Angst einmal ernsthaft leidend zu werden. Das könnte für den Erkrankten auch den Tod bedeuten, denn in ein Spital aufgenommen, oder sogar nur erstversorgt zu werden, ist ohne Versicherung in diesem Land scheinbar unmöglich. Ein Unfall könnte für den Leidtragenden bis an sein Lebensende verfolgen. Michael stellt auf amüsanter aber doch seriösen Weise andere Länder zum Vergleich bereit. Kanada, England, Frankreich und letztendlich Cuba werden von dem Dokumentarfilmer bereist. Dabei stellt sich die eine oder andere amüsante Episode vor. Wie etwa die, das der einzige amerikanische Boden auf den Kranke ohne Versicherung gratis versorgt werden, Guantánamo ist.
SICKO zeigt in Amerika lebende Schicksale, die ohne Schutz ihr Leben fristen. Entweder sind sie zu jung, zu alt, zu dick oder zu dünn, um für eine Versicherung interessant zu sein und einen Vertrag zu bekommen. Aber auch selbst wenn sie einen besitzen, bedeutet es nicht gleichzeitig das ihre Operationen auch bezahlt werden. Die Vertreter sind darauf getrimmt nach Falschmeldungen in Formulare zu suchen, um die geforderte Summe umgehen zu können. Selbst wenn diese Haie nichts auffälliges finden, gibt es einen “ Hitman “, der nochmals das Leben des Erkrankten durchforstet und nach Symptome sucht, die bereits vor dem Versicherungsabschluss aufgetreten sind. Auch dann würde man die Summe nicht ausbezahlen. Michael zeigt Krebspatienten, Unfallopfer und Helden von 9 / 11, die nach mehrmonatiger freiwilliger Tätigkeit am Ground Zero noch heute unter Atemwegserkrankungen leiden. Und da diese Arbeiten “ freiwillig “ gemacht wurden, und vom Staat nicht angemeldet waren, jetzt dafür auch keinerlei Unterstützungen bekommen. Michael weist auch auf Menschen hin, die wegen ihren Leidens ausgewandert sind, nur um eine professionelle Hilfe zu bekommen. Das was hierzulande als selbstverständlich angesehen wird, ist derzeit in Amerika nicht möglich. Lobbyisten bezahlen Unmengen von Spenden um Kritiker, wie einst Hillary Clinton, mundtot zu machen. Die Konzerne verdienen sich dämlich, werden reicher und reicher und ihre Mitmenschen beginnen auf den Straßen zu sterben !
Fazit:
Zwar ist Michael Moores Dokumentation SICKO unterhaltsam und jederzeit kurzweilig, aber man sollte die Misere, unter dem dieses Land sichtbar leider, in keiner Sekunde vergessen. Ein darüber Nachdenken sei trotz aller Wortwitz gestattet !
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