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James Bond 007 - Der Mann mit dem goldenen Colt

  • Inhalt
  • Der britische Secret Service erhält eine pikante Sendung, eine goldene Pistolenkugel auf der die unmissverständliche Gravur "007" prangt! Erste Recherchen deuten auf den Profikiller Francisco Scaramanga (Christopher Lee) hin. Er wird auch Der Mann mit dem goldenen Colt genannt, da er seine Opfer mit einem goldenen Colt, sowie goldenen Patronen zur Strecke zu bringen pflegt. Früher arbeitete er als Auftragskiller für den KGB, doch mittlerweile wirtschaftet er seine stattliche Gage von $ 1 Mio. pro Auftrag in die eigene Tasche. MI-6 ist alamiert und "M" (Bernard Lee) gibt sich betont vorsichtig, zumal erst kürzlich ein anderer britischer Doppelnullagent einem ähnlich gelagerten Mordanschlag zum Opfer fiel. Er zieht seinen Top-Agenten James Bond (Roger Moore) von seinen laufenden Ermittlungen ab, doch 007 lässt nicht locker. Er will den Killer Scaramanga zuerst finden und zur Strecke bringen, bevor er selbst zur Zielscheibe wird. Die Spur führt zunächst nach Beirut, wo Bond zunächst die Bekanntschaft jener Tänzerin macht, welche die Mordnacht mit seinem verstorbenen Kollegen verbracht hat. Die Tänzerin hat sich aus der tödlichen Kugel einen Bauchnabelschmuck anfertigen lassen. 007 bringt die goldene Kugel an sich, eine Analyse in Q's (Desmond Llewelyn) Labor führt den Agenten nach Hong Kong zum Waffenhersteller Lazar (Marne Maitland), der die ungewöhnliche Munition für Scaramanga anfertigt. Bond beobachtet die Übergabe der nächsten Lieferung und heftet sich auf die Fersen von Andrea Anders (Maud Adams), offenbar eine Handlangerin des Auftragskillers. In ihrem Hotelzimmer lauert er Miss Anders auf und kann mittels Gewaltanwendung Informationen über den Aufenthaltsort von Scaramanga erpressen. Vor dem The Bottoms Up Club wartet Bond auf das Eintreffen seines Rivalen, doch es kommt anders als er denkt. Der Killer bleibt im Verborgenen, führt jedoch einen gezielten Mord an einem hochrangigen Wissenschaftler der Solarenergie aus und verschwindet danach spurlos. Dabei wird der "Solex Generator", ein hochentwickeltes Gerät welches die Erzeugung von Strom aus Solarenergie ermöglicht, gestohlen. James Bond wird von Lieutenant Hip (Soon-Taik Oh) rechtzeitig in Sicherheit gebracht und gemeinsam mit "M" und "Q" über die Wichtigkeit dieser neuen Technologie instruiert. Gemeinsam mit der Agentin Mary Goodnight (Britt Ekland) heftet sich Bond in Bangkok auf die Fersen des superreichen Geschäftsmannes Hai Fat (Richard Loo), der den Mord bei Scaramanga in Auftrag gegeben hat. Dabei findet er nicht nur heraus wer in Wirklichkeit die goldene Kugel mit der "007" Gravur gesendet hat, sondern nähert sich auch Schritt für Schritt dem unausweichlichen Duell mit dem Profikiller Scaramanga...
  • Filmkritik
  • The Trouble with Harry -----
    THE MAN WITH THE GOLDEN GUN markiert das Ende einer langjährigen und erfolgreichen Partnerschaft. Die beiden Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman hatten sich in den letzten Jahren voneinander entfernt, mittlerweile war ein Punkt erreicht an dem sie nicht mal mehr miteinander sprachen. Dazu kamen einige finanzielle Probleme, die aus Saltzmans Geschäftstätigkeiten abseits der Bond-Serie resultierten. Massiver finanzieller Druck seitens der Gläubigerbanken zwang Saltzman seinen 50% Anteil von Danjaq LLC (Holdingfirma von Eon Productions), die sowohl Copyrights als auch Markenrechte an der James Bond Serie hält, um rund £20 Mio. an United Artists zu verkaufen und sich somit aus den Bond-Filmen zurückzuziehen. THE MAN WITH THE GOLDEN GUN war der letzte Film, der die Namen beider Produzenten trug. Ian Flemings Romanvorlage ist 1965, ein Jahr nach dem Tod des Autors, erschienen und seit jeher halten sich hartnäckige Gerüchte, dass der Roman von anderen Autoren fertiggestellt wurde. Die Faktenlage zu diesen Behauptungen bleibt aber letztendlich unschlüssig. Tatsache ist jedoch, dass der Roman unter Fleming Aficionados nicht unbedingt als sein Meisterwerk gesehen wird. Zunächst machte sich Tom Mankiewicz, der zu dieser Zeit bereits zwei James Bond Drehbücher verfasst hatte, an die Leinwandadaption der Geschichte. Trotz aller Bemühungen gelang es Mankiewicz nicht ein überzeugendes Drehbuch zu gestalten, das es in Punkto Spannung, Spektakel und Unterhaltungswert mit anderen Filmen der Serie aufnehmen konnte. Daher wurde Bond-Veteran Richard Maibaum angeheuert um dem Script die entsprechende Richtung zu verleihen. Maibaum implementierte zwar einige neue Ideen, warf aber nach unzähligen Entwürfen ebenfalls das Handtuch. Daraufhin wurde wieder Tom Mankiewicz engagiert um das neue Drehbuch in die nunmehr endgültige Fassung zu bringen. Diese Kombination aus schwacher Romanvorlage sowie unzähligen Drehbuchentwürfen mehrerer Autoren ist dem fertigen Film leider deutlich anzusehen. THE MAN WITH THE GOLDEN GUN mangelt es an übergeordneter Konsistenz und Durchgängigkeit, die Story funktioniert besser in einzelnen Situationen als in ihrer Gesamtheit. Die Dramaturgie wirkt über weite Strecken zusammengestoppelt, der Film oftmals episodenhaft. Aber wenigstens konnte man mit Christopher Lee einen sehr eleganten Bösewicht besetzen. Nachdem Jack Palance absagte war der Weg frei für Lee, der übrigens sogar ein entfernter Cousin von Bond Autor Ian Fleming ist. Der britische Schauspieler hatte im Zeitraum 1958 bis 1974 in den überaus populären und erfolgreichen Dracula Verfilmungen der legendären Hammer Filmstudios mehrfach die Titelrolle gespielt und wollte mittlerweile weg vom Dracula Image. Da kam das James Bond Engagement gerade recht für Christopher Lee, der bereits in der Albert R. Broccoli Produktion THE COCKLESHELL HEROES (Himmelfahrtskommando, 1955) mitspielte und somit erste Kontakte zum Bond-Produzenten herstellen konnte.

    Draculas Zwerg und ein Playboy im Gruselkabinett -----
    Die Story von THE MAN WITH THE GOLDEN GUN wird anfangs sehr dynamisch erzählt, langfristig jedoch kann der Film das erzählerische Tempo nicht beibehalten. Es entstehen einige Leerläufe, die primär dafür genützt werden 007 als omnipotenten Playboy zu positionieren. Roger Moore macht artig gute Miene zum bösen Spiel und darf sich undankbarer Weise mit der strohdummen Agentin Mary Goodnight (Britt Ekland) herumschlagen. Anstatt einer Hilfe wird die Filmfigur Goodnight zur immensen Plage, die überaus verlässlich alles daransetzt um ohnehin prekäre Situationen zusätzlich zu eskalieren. Schade für die schwedische Darstellerin Britt Ekland, dass ihre Figur im Drehbuch lediglich auf ein tollpatschiges Dummchen reduziert ist, dessen Maximalanstrengung schlicht darin besteht James Bond auf fast schon bemitleidenswert kitschige Weise anzuschmachten. Die (ebenfalls schwedische) Schauspielerin Maud Adams hat da schon mehr Glück. Sowohl ihre Figur als auch ihre Darstellung bleiben weitgehend unangetastet von fast schon peinlich komischen Szenen, welche direkt aus einer platten Sexklamotte stammen könnten. Hochgradig erfrischend und darüber hinaus auch sehr bestimmt agiert der französische Darsteller Hervé Villechaize in seiner Rolle als Scaramangas zwergenhafter Butler Nick Nack (in der dt. Fassung Schnick Schnack). Obwohl gerade er aufgrund seiner Erscheinung ein Paradeopfer für das Hamilton'sche Kuriosentätenkabinett abgegeben hätte, versteht er es mit seiner raffiniert ausgeklügelten Darstellung die Figur präzise, hochentwickelt und überaus stilvoll auszuarbeiten und bietet damit die zweifellos beste schauspielerische Leistung des gesamten Films. Keine leichte Aufgabe angesichts der Jahrmarkt Atmosphäre von Scaramangas opulenten Gruselkabinetts, welches der Killer als Trainingsareal und Zweikampfstätte für tödliche Konfrontationen mit seinen Gegnern nutzt. Genau diese Umgebung aus artifiziellen Geisterbahnkitsch, sexistischen Humors und kindischer Erotik nehmen Christopher Lee nachhaltig jedwede Chance seinen Killer als die dunkle Seite von James Bond zu positionieren. Wenn sich der Killer Scaramanga mit 007 vergleicht ("You get as much pleasure out of killing as I do, so why don't you admit it?") und damit gleichwohl professionelle wie persönlich Parallelen zieht, kommt dieser durchwegs interessante Ansatz nicht über eine oberflächliche Betrachtung hinaus. Der Kontext eines zutiefst anspruchslosen Films bietet letztendlich leider nicht genug substanziellen Raum um Scaramanga darin effektiv als Bonds dunkle Seite zu inszenieren. Schade, die Idee hätte mitunter Potenzial gehabt! Den Unterhaltungswert von THE MAN WITH THE GOLDEN GUN könnte man trotz der erwähnten Unzulänglichkeiten als halbwegs intakt ansehen, selbst wenn sich der Film inhaltlich auf schwachem Niveau bewegt. Andererseits gibt es aber auch Szenen, die mit köstlichem Witz agieren. So z. B. während einer Lagebesprechung in den zu MI-6 Büros umfunktionierten Innenräumen des vor der Küste von Hong Kong brach liegenden Wracks des ehemaligen Luxusliners Queen Elisabeth I. Bonds Vorgesetzer "M" (Bernard Lee) quittiert auf fast schon liebenswert genervte, schnippische Art "Q's" Bewunderung für die technischen Spielzeuge des Feindes und vermag damit doch noch eine Restmenge an durchdachten Humors unterzubringen, der hauptsächlich deshalb funktioniert weil er persönlich wirkt und direkt aus den Charakteren entsteht.

    Entertainment intakt -----
    Bemerkenswert an THE MAN WITH THE GOLDEN GUN ist, dass sich die ansonsten 007-typischen Gadgets diesmal ganz deutlich zugunsten des Bösewichts orientieren. Scaramanga verfügt über einen goldenen Colt, der vollständig zerlegbar ist und dessen unauffällige Bestandteile eine Füllfeder, ein Zigarettenetui, sowie ein voll funktionsfähiges Feuerzeug darstellen. Weiters verfügt er über ein fliegendes Auto, welches sogar "Q" (Desmond Llewelyn) in Bewunderung versetzt. Im Gegenzug wird James Bond lediglich mit einer künstlichen (dritten) Brustwarze ausgestattet, eigentlich ein körperliches Merkmal von Francisco Scaramanga, mit dessen Hilfe 007 aber kurzzeitig in die Rolle des Auftragskillers schlüpfen kann. Auf hohem Niveau bewegen sich nach wie vor die Stunts von THE MAN WITH THE GOLDEN GUN. Das Highlight schlechthin bestreitet dabei der Stunt Koordinator Jay Milligan, dem es gelingt das von der American Motors Corporation gesponserte Auto "AMC Hornet" während eines Sprungs über ein Gewässer vollständig um die eigene Achse zu drehen und sicher auf der anderen Seite des Ufers, sowie auf allen vier Rädern zu landen. Ein fantastisches Kunststück, welches lange Vorbereitungszeit erforderte, an Universitätscomputern peinlichst genau berechnet wurde und letztendlich zur Freude aller Beteiligten beim allerersten "Take" in beinahe spielerisch anmutender Perfektion auf Zelluloid gebannt werden konnte. Zusätzlich zum Stunt sorgt der bereits aus LIVE AND LET DIE bekannte Sheriff J.W. Pepper (Clifton James) für schrullige Unterhaltung. Diesmal ist er mit seiner Ehefrau als Tourist in Thailand unterwegs und wird neuerlich in die Aktionen des britischen Geheimagenten verwickelt. Musikalisch markiert THE MAN WITH THE GOLDEN GUN die Rückkehr des Stammkomponisten John Barry, dessen Score allerdings ziemlich einfallslos wirkt, sich zu oft selbst wiederholt und letztendlich sogar von Barry selbst als eher unbefriedigend bezeichnet wird. Der Titelsong wird von der schottischen Sängerin Lulu interpretiert und reiht sich sowohl musikalisch als auch gesanglich in ein annehmbares Mittelmaß ein. Der einmal mehr von Maurice Binder gestaltete Vorspann des Films ist zweifellos sehr solide. Aber gemessen an den fulminanten Title Designs der Filme THUNDERBALL, YOU ONLY LIVE TWICE und LIVE AND LET DIE eine eher gewöhnliche denn aufregende Installation eines nach wie vor unbestrittenen Genies. In Summe ist THE MAN WITH THE GOLDEN GUN ein zwar über weite Strecken unterhaltsamer, jedoch inhaltlich stark verarmter Bond-Film, dem es letztendlich nicht gelingt seine Darsteller über das unausgegorene Drehbuch hinaus glänzen zu lassen und neue Impulse für die Filmserie zu entwickeln.
  • Wertungen
  • Story
    1,5
    Musik:
    2,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    1,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    3,0
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