Regisseur Graig Brewer gelang mit seinem Erstlingswerk HUSTLE AND FLOW einen überraschenden Einstand, der mit einigen Preisen und Nominierungen belohnt wurde. Und Graig bleibt sich auch in seinem zweiten Film BLACK SNAKE MOAN treu, in dem er ein weiteres Mal seine Vorliebe für die Südstaaten zum Ausdruck bringt. Um ein Projekt in dieser Gegend zu realisieren muss der Regisseur abermals seine Trumpfkarte ausspielen. Das Gefühl die richtige Musik im richtigen Moment zu setzen und gleichzeitig das Land und die Umgebung mit einzubeziehen. Das liegt dem 1971 in Virginia geborenen Amerikaner. Er hat den Rhythmus im Blut und zeigt dieses Talent in seiner ganzen Vielfalt. Graig kann damit das Niveau eines Filmes heben und die Stimmung, von dem BLACK SNAKE MOAN lebt, über die Gesamtlänge aufrecht erhalten. Es ist bemerkenswert wenn ein Regisseur eine Musik in den Film so einbindet wie Graig es tut. Eine jede Menge Respekt dafür.
BLACK SNAKE MOAN ist so eine Art Film, die Kinogeher in zwei Gruppen spalten könnte. Die Einen werden ihn vergöttern und ähnlich wie die GRINDHOUSE Reihe hochleben lassen. Die Anderen werden ihn Verdammen und von großer Sünde sprechen. Schließlich wird mit einigen Tabuthemen nicht gerade sorgevoll umgegangen. Von einer Kindfrau über Lazarus bis Kidnapping einer vielleicht noch Minderjährigen ist alles dabei. Symbolik, Ethik und der Umgang mit der Religion sind nur einige Themen, die hier im fragwürdigen Licht stehen. Dabei setzt Regisseur Graig Brewer eindeutig auf Provokation ohne jedoch diese enge Grenze zu überschreiten. Niemals erhält man den Eindruck das über die Strenge geschlagen wird. Sieht man vielleicht von dem schlanker gewordenen Körper und den größer gewordenen Brüste der Hauptdarstellerin Christina Ricci ab.
Die Schauspieler, um beim Thema zu bleiben spielen sich, gleich wie Blues Musiker es tun, die Seele aus dem Leib. Die dem Schlankheitswahn verfallene aber immer noch hochinteressante Christina Ricci zeigt über ihre Darstellungskraft noch enormen Mut zur Hässlichkeit. Mit verbeulten Kopf und voller Blut trägt sie ihr Grippengerüst zur Schau. Sie tut dies mit einer derartigen Aggressivität das der Zuseher mitunter in Staunen versetzt wird. Samuel L. Jackson steht Christina in Sachen Schauspielkunst um nichts nach. Er agiert in gewohnt sicherer Manier und Dialogszenen zwischen den Beiden gelten gewisslich als Höhepunkte des Gesamtprojektes. Justin Timberlake ist der Dritte im Bunde, dem es obliegt die beiden Erstgenannten zu unterstützen.
Zum Abschluss stellt sich die Frage ob der interessierte Zuseher den Film mögen wird. Das hängt davon ab ob man den Blues, der allgegenwärtig ist, gut findet. Mag man ihn und kann auch mit einem ähnlichen GRINDHOUSE Stil anfreunden, dann wird der Betrachter seine wahre Freude an BLACK SNAKE MOAN finden. Sollte jedoch der Hörer Ekel gegenüber dieser Musikrichtung empfinden, dann sollte er auch die Finger vom Film lassen. Zum Leidwesen seiner selbst hat er dann aber einiges verpasst.
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