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Halloween - Die Nacht des Grauens

  • Informationen zum Film
  • Halloween - Die Nacht des Grauens

  • Originaltitel:
    Halloween
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1978
    Kinostart Deutschland:
    06.07.1979
    Kinostart USA:
    25.10.1978
  • Inhalt
  • Halloween - bereits im Kindesalter greift Micheal Myers zum Messer und bringt scheinbar motivationslos seine Schwester um. Er verbringt daraufhin 15 Jahre in einer geschlossenen Anstalt unter psychologischer Betreuung von Dr. Sam Loomis. Im Zuge eines mißglückten Transportsversuchs gelingt es dem Killer zu entkommen. Wieder ist der 31. Oktober - Halloween. Dr. Loomis ahnt, dass sein psychopathischer Patient in seine Heimatstadt Haddonfield zurückkehren wird um weiter zu morden...
  • Filmkritik
  • The high art of low budget -----
    Aus heutiger Sicht betrachtet, könnte man John Carpenter's HALLOWEEN lediglich als ein Slasher Movie unter vielen betrachten. Das Angebot an Filmen dieser Art ist mittlerweile so dicht geworden, die Stereotypen dieses Subgenres so vertraut und ausgelutscht, dass man als Zuseher (nicht zu unrecht) glaubt, alles gesehen und bewertet zu haben was sehenswert ist. Das mag auch durchaus so sein, dennoch sollte man sich den Luxus leisten nur einige wenige dieser Filme aus differenzierten Blickwinkeln zu betrachten. Einer dieser Filme ist zweifellos John Carpenter's HALLOWEEN. HALLOWEEN ist - historisch gesehen - die Geburtsstunde des modernen Slasher-Films, aber auch dessen unerreichte Meßlatte. Kein anderer Film des Genres kann mit der visuellen Dichte, technischen Versiertheit, stilistischen Eleganz und permanenten Spannung von HALLOWEEN ernsthaft konkurrieren. HALLOWEEN ist in erster Linie eins: Style! Und genau damit hat er den späteren Slasher-Movies alles voraus!

    Panagliding in Cinemascope -----
    In der Eröffnungsszene des Films schleicht die Kamera in subjektiver Perspektive um das Haus, gleitet ins Innere, greift in einer Küchenschublade nach dem Messer, setzt sich die Maske des Killers auf, steigt die Stiegen zum ersten Stock hinauf und sticht auf das Opfer ein... Was heute als Standardeinstellung wirkt, war 1978 ein sensationeller "Shot". Obwohl die lange Sequenz zwei Mal durch geschickte, fast unmerklich plazierte Schnitte unterbrochen wird, ist sie dennoch ein großartiges, stilistisches Merkmal, welches nur höchst selten in unterbudgetierten Horrorflicks zu finden ist. "Panaglide" war in etwas das, was heute als "Steadycam" bezeichnet wird - eine Kamera, die frei von Schienen und scheinbar schwerelos durch den Raum gleitet. Für Regisseur John Carpenter bot diese Technik gleich mehrere Vorteile. Der mühselige Aufbau eines "Dolly shots" (Kameraschienen) entfällt und trotzdem hat er die Möglichkeit mit der Kamera überallhin zu gehen, jeden Winkel seiner Sets zu erkunden und immer mobil zu sein. Zusätzlich verleiht es den Bildern ein traumartiges Gleiten, Unebenheiten werden - wie durch Stoßdämpfer - zum leichten "Flow" ausgeglichen und eignen sich perfekt zur Visualisierung des menschlichen Gangs. Außerdem gewinnen die Images einen - im wahrsten Sinne des Wortes - traumhaften Flair des Dahingleitens, welcher der bedrohlich surrealen Story in jedem Einzelbild einen beobachtenden Realismus beibringt, der den Film letztendlich funktionieren läßt.

    Room with a view -----
    HALLOWEEN ist fast als 3D-Film zu bezeichnen. Vielleicht mit Ausnahme von Brian De Palma kann sonst kaum jemand ein solches Verständnis von geographischer Räumlichkeit in seinen Filmen vermitteln wie John Carpenter. Die Räumlichkeit der Bilder ergibt sich durch "über-die-Schulter" Einstellungen des Killers im Vordergrund, wie er potentielle Opfer im weit entfernten Bildhintergrund beobachtet. Aber auch in umgekehrter Weise treibt Regisseur Carpenter sein Katz und Maus Spiel mit dem Zuseher. Im Vordergrund bewegen sich die Darsteller der Teenager, und im tiefen Bildhintergrund schleicht sich immer und immer wieder die fahle, weiße Killermaske von Micheal Myers ins Bild. Der Focus, die Bildschärfe, ist dabei immer so exquisit gewählt, dass eine immer und überall präsente Bedrohung suggeriert wird, die sich sowohl vorder- als auch hintergründig in die komplexe Bildersprache des Films einschleicht. Oftmals sehr offensichtlich, manchmal jedoch sehr subtil und unscheinbar, nur geübten Augen und "paranoiden Bildabstastern" unter den Zusehern auf den ersten Blick erkennbar. Ein wesentliches Element ist hierbei die Ausleuchtung. Als sich Jamie Lee Curtis angeschlagen in eine finstere Ecke lehnt, erscheint förmlich Pixel für Pixel die weiße Maske des Killers hinter ihr aus der Schwärze der Dunkelheit... Die Bedrohung ist überall, die Images verdichten sich um die Hauptdarstellerin. Die "wide Shots" des ersten Akts verengen sich räumlich im dritten Akt zur immer näher geratenden Distanz des Killers zum Opfer, sowohl visuell (in Close-Ups), als auch räumlich, im zunehmend enger werdenen Aktionsradius der Hauptfigur (Jamie Lee Curtis). Bis sie am Ende ihrer langen Flucht im klaustrophobischen Szenario eines Kleiderschranks keine Rückzugsmöglichkeit mehr hat und der Killer mit seinem Messer nur Zentimeter von ihren Gesicht entfernt wild und bedrohlich herumfuchtelt...

    Music is suspense -----
    Ein wesentlicher Faktor von HALLOWEEN ist die Filmmusik. Das hektische, bedrohliche "Halloween Theme" gleich am Anfang des Films ist im wahrsten Sinne des Wortes nur der Anfang. Carpenter versteht es, über die selbst komponierte Filmmusik, dem Geschehen auf der Leinwand eine Tonspur hinzuzufügen, die den Film letztendlich funktionieren läßt. Die Filmmusik ist dabei keineswegs ein aufwendig orchestrierter Score, vielmehr beschränkt sie sich auf drei immer wiederkehrende Themen, die höchst effektiv auf die Nerven der Zuseher einhämmern. Die Musik ist schlicht, aber sie funktioniert - von den Title Credits bis zum Abspann. Die schlichte Filmmusik, ein Gemisch aus Klavier und Synthie-Tönen, versteht in grandioser Art und Weise Spannung zu erzeugen. Über die gesamte Dauer des Films wechseln sich lediglich Variationen von drei verschiedene Themen ab, diese schlichte Komposition genügt jedoch um HALLOWEEN jene Spannung zu verleihen, welche über die Bilder weit hinausgeht. Höhen und Tiefen sind so gekonnt konterkarriet, dass sie für den Zuseher gegensätzlich genug sind um dazwischen keinen Raum für eine Verschnaufpause offen zu lassen. Dazu gesellen sich Sound FX, welche die Schockmomente auf der visuellen Ebene nicht nur unterstützen, sondern sie erst richtig funktionieren lassen. Die Spannung von HALLOWEEN funktioniert zum großen Teil über die Musik. Es ist allerdings auch ein Film, der Musik und Sound FX ineinander übergreifen läßt, gänzlich ungleich heutiger Seh- und Hörgewohnheiten im Kino, wo meistens die Musik im Spannungsmoment verstummt um ein paar Sekunden später mit Brachialgewalt über den Zuseher herzufallen... Bei John Carpenter's HALLOWEEN ist die Intonierung des Schrecken weitaus nahtloser und unvorbereiteter...

    The Shape Lurks -----
    John Carpenter's HALLOWEEN ist berechtigter Weise zum ewigen Genreklassiker geworden. Trotz simpler Story, wenigen blutigen Szenen und fernab jedweder teuren Bombastik ist es ein Film, der technisch, handwerklich und nicht zuletzt schauspielerisch ein Genremeilenstein war und bis heute geblieben ist. HALLOWEEN ist das Bindeglied zwischen Alfred Hitchcock's Klassiker PSYCHO (1960) und dem modernen Slasher Film à la FRIDAY THE 13TH (1980) - eben ein "Landmark Movie" und ein Klassiker über seine Zeit hinaus. Der großartige Donald Pleasence wird Horrorfans wohl bis in alle Ewigkeit in der Rolle des Dr. Sam Loomis in Erinnerung bleiben und die Performance von Jamie Lee Curtis als Laurie Strode wird ebenfalls im Gedächtnis einer eingeschworenen Fangemeinde hängen bleiben, die HALLOWEEN nicht nur als billigen Slasherfilm sehen, sondern als das was er ist - als innovativer, konsequenter und visuell einzigartiger Ausflug in ein Genre, welches sich leider im Laufe der Zeit - und "Dank" der vielen Sequels - selbst demontiert hat...
  • Wertungen
  • Story
    1,5
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    5,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
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Userkritiken

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Ein Klassiker und das absolut zu Recht!

9,00/10

geschrieben am 03.03.2013 um 13:29

John Carpenter erfand mit seinem Halloween das Slasher-Genre und sorgte für eine wahre Flut an Nachahmer-Filmen. Doch ist Halloween wirklich auch noch heute ein Meilenstein des Horrorfilms?

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geschrieben am 08.11.2011 um 16:51
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geschrieben am 05.08.2011 um 12:48

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ø Wertung: 9/10 | Wertungen: 58 | Kritiken: 4