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James Bond 007 - Diamantenfieber

  • Informationen zum Film
  • James Bond 007 - Diamantenfieber

  • Originaltitel:
    Diamonds Are Forever
    Genre:
    Komödie, Action, Thriller, Sci-Fi
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1971
    Kinostart USA:
    17.12.1971
  • Inhalt
  • James Bond (Sean Connery) ist immer noch auf der Jagd nach seinem Erzrivalen Ernst Stavro Blofeld (Charles Gray), dem Kopf der Verbrecherorganisation S.P.E.C.T.R.E. Mit Hilfe plastischer Chirurgie lässt Blofeld Doppelgänger von sich herstellen. Einen davon kann 007 gleich zu Beginn des Films töten, ist jedoch im Glauben den echten Blofeld nunmehr endgültig zur Strecke gebracht zu haben. Kurz darauf wird Bond von seinem Vorgesetzten "M" (Bernard Lee) beauftragt nach großen Mengen südafrikanischer Diamanten zu suchen, welche auf mysteriöse Weise gestohlen wurden und seither vom Markt verschwunden sind. 007 nimmt die Identität des professionellen Diamantenschmugglers Peter Franks an und reist nach Amsterdam, wo er im Auftrag von Tiffany Case (Jill St. John) einen weiteren Schmuggeljob abwickeln soll. Mit Unterstützung des befreundeten CIA-Agenten Felix Leiter (Norman Burton) bringt Bond die Diamanten wie vereinbart nach Las Vegas, nützt jedoch gleichzeitig jede Gelegenheit um in Schmugglerkreisen nach den Drahtziehern des groß angelegten Diamantenraubes zu ermitteln. Die Verdachtsmomente verdichten sich um den zurückgezogen lebenden Milliardär Willard Whyte (Jimmy Dean). Doch bald erkennt 007 die wahre Tragweite des teuflischen Komplotts, hinter dem niemand geringerer als sein Erzfeind Ernst Stavro Blofeld steckt...
  • Filmkritik
  • Der nächste, "letzte" Connery Bond -----
    Nachdem der letzte Film der Serie, ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE, hinter den finanziellen Erwartungen der Produzenten zurückblieb, wollten sie mit DIAMONDS ARE FOREVER wieder an frühere Erfolge anknüpfen und lehnten sich dabei an das bewährte Erfolgsrezept von GOLDFINGER an. Als Regisseur wurde wieder Guy Hamilton verpflichtet und der Titelsong wurde einmal mehr von Shirley Bassey gesungen, die ebenfalls schon an GOLDFINGER mitwirkte. Damit ist Shirley Bassey die einzige Interpretin, die mehrmals einen Titelsong zu einem Bond-Film bestreiten durfte. Sie wurde sogar noch ein drittes Mal für den Film MOONRAKER engagiert. Im ursprünglichen Drehbuch von Richard Maibaum sollte Auric Goldfingers Zwillingsbruder als Bösewicht agieren. Diese Idee wurde jedoch in der überarbeiteten Drehbuchfassung von Tom Mankiewicz wieder verworfen und durch die Entführungsgeschichte des Milliardärs Willard Whyte ersetzt. Die Figur Willard Whyte basiert lose auf Filmproduzent und Luftfahrtpionier Howard Hughes, der mit Albert R. Broccoli befreundet war. Die Idee zu der Story kam dem Bond-Produzenten im Traum. Er träumte, dass er seinen Freund Howard Hughes in Las Vegas besuchen wollte. In der Hotelsuite angekommen sah sich Broccoli jedoch einem völlig Fremden gegenüber, einem Betrüger der sich lediglich als Howard Hughes ausgab. Diese Geschichte wurde ins Drehbuch integriert, welches sich damit noch weiter von Ian Flemings Romanvorlage entfernte. Ungleich schwieriger gestaltete sich die Besetzung des Hauptdarstellers. George Lazenby gab seinen Ausstieg aus der Serie bekannt und Sean Connery war ebenfalls nicht zu einer Rückkehr zu bewegen, daher wurde zunächst der amerikanische Schauspieler John Gavin (PSYCHO, SPARTACUS) als neuer James Bond besetzt. David Picker, damals Präsident von United Artists, wollte jedoch unbedingt wieder Sean Connery für die Rolle gewinnen, koste es was es wolle. Unter diesen Vorraussetzungen konnte doch noch eine Einigung erzielt werden und Connerys Rückkehr zur Serie war perfekt. John Gavin wurde ohne großes Aufsehen aus seinem bereits bestehenden Vertrag ausgekauft und Connery erhielt die geforderten $2 Mio. Gage, für damalige Verhältnisse eine astronomische Summe. Zusätzlich verpflichtete sich United Artists dazu, nach Fertigstellung von DIAMONDS ARE FOREVER zwei Filme nach Wahl des Schauspielers zu produzieren. Den Großteil seiner Gage steckte Sean Connery in eine wohltätige Stiftung, die er gemeinsam mit dem schottischen Formel 1 Rennfahrer Jackie Stewart ins Leben rief und die sozial benachteiligte Kinder in Edinburgh unterstützte. Aus dem Zwei-Filme-Deal mit United Artists ging letztendlich nur der Film THE OFFENCE (1972) unter der Regie von Sidney Lumet hervor. Das zweite Projekt, die William Shakespeare Verfilmung MACBETH, wurde angesichts des gerade in Produktion befindlichen Roman Polanski Films gleichen Inhalts aufgegeben. DIAMONDS ARE FOREVER blieb Sean Connerys letzter Bond-Film der "offiziellen" Serie. Für das von Kevin McClory produzierte THUNDERBALL Remake NEVER SAY NEVER AGAIN kehrte er jedoch 1983 noch einmal in die Rolle des Superagenten zurück. Diesmal aber wirklich zum letzten Mal...

    Rocky Horror Blofeld Show -----
    Bereits die Romanvorlage zu DIAMONDS ARE FOREVER zählt nicht unbedingt zu Ian Flemings Glanzlichtern. Die teilweise etwas verworrene Story konnte auch im Drehbuch nicht befriedigend zurechtgebogen werden. Darüber hinaus bleibt der Film, speziell in der ersten Hälfte, ziemlich langweilig und unspektakulär. Die Eröffnungssequenz ist zwar rasant und temporeich, doch dann verirrt sich die Story in ein überaus langwieriges Versteck- und Diamantensuchspiel, das kaum mehr dazu geeignet ist Spannung zu erzeugen. Selbst die rar gesähten Actionszenen vermögen es nicht den Film nachhaltig mit etwas Dynamik auszustatten. Ein Grund dafür ist der eher mäßige Filmschnitt von Bert Bates und John W. Holmes, der eindeutig zu langsam ist um DIAMONDS ARE FOREVER das bitter nötige Tempo zu verleihen. Im Gegensatz zu Peter Hunts dynamischer Montagetechnik früherer Filme ein klar erkennbarer Rückschritt. Auch die mittlerweile zum fünften Mal als Superschurke eingesetzte Figur des S.P.E.C.T.R.E. Bösewichts Ernst Stavro Blofeld, diesmal gespielt von Charles Gray, zeigt erste Verschleißerscheinungen. Dazu kommt, dass Grays Performance zu aufgesetzt wirkt und somit in keinster Weise an die verschlagene Bösartigkeit von Donald Pleasence (YOU ONLY LIVE TWICE), oder den autoritären Auftritt von Telly Savalas (ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE) heranreicht. Sein Blofeld gerät zum affektierten Rumpelstilzchen mit ausgeprägten Sinn für theatralische Auftritte, dafür aber ohne sichtbares Bedrohungspotenzial. Schade, denn DIAMONDS ARE FOREVER markiert Blofelds Abschied aus der James Bond Serie und davon hätte ich mir deutlich mehr erwartet. Von den seltenen Actionszenen des Films bleibt lediglich der finale Helikopterangriff auf eine Bohrinsel nachhaltig in Erinnerung. Die Verfolgungsjagd mit dem Mondfahrzeug ("Moon Buggy") wirkt eher lächerlich als spannend. Die gleich daran anknüpfende Autoverfolgungsjagd ist zwar deutlich unterhaltsamer, jedoch leider etwas unglücklich geschnitten. Auffallend schlecht sind diesmal leider die Spezialeffekte geraten. Speziell die großteils einkopierten Explosionen sehen wirklich schauderhaft aus und auch die Szenen im Weltall wirken nicht gerade oscarverdächtig. Insgesamt gesehen kann DIAMONDS ARE FOREVER zwar die kommerziellen Erwartungen der Produzenten erfüllen, qualitativ ist der Film jedoch ein grober Reinfall und zählt für mich zu den mit Abstand schwächsten Bond-Filmen überhaupt.

    Circus, Circus -----
    Stilistisch ist DIAMONDS ARE FOREVER das genaue Gegenteil des weitaus ernsthafteren und deutlich bodenständigeren ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE. Es wird in allen Belangen übertrieben was das Zeug hält, der Film gerät dadurch zur verspielten Persiflage auf sich selbst. Das mittlerweile siebte Bond-Abenteuer ist randvoll mit illustren Figuren, die sich gegenseitig in ihrer Skurrilität zu übertreffen versuchen und den Film damit zum quietschbunten Kuriositätenkabinett mutieren lassen. Das beginnt beim schrullig agierenden, homosexuellen Killerpärchen Mr. Kidd (Putter Smith) und Mr. Wint (Bruce Glover), setzt sich in der überzogen naiven Figur von Bond Girl Plenty O'Toole (Lana Wood) fort und findet ihren lächerlichen Höhepunkt in Blofelds aufgedonnerter Frauenverkleidung. Doch anstatt mit dieser Herangehensweise Witz und Esprit zu versprühen, beweist DIAMONDS ARE FOREVER lediglich sehr eindringlich, dass britische Satire eben nicht mit amerikanischen Schmäh kombinierbar ist. Der Film gerät über weite Strecken zur grotesken Zirkusnummer, womit er allerdings in der kitschig bunten Traumwelt von Las Vegas richtig aufgehoben scheint. Strukturell setzt DIAMONDS ARE FOREVER auf altbewährte Muster. Die mittlerweile zum permanenten Inventar der Serie gewordene Pre-Title-Sequence reversiert Harry Saltzmans Idee aus FROM RUSSIA WITH LOVE und zeigt diesmal nicht den (vermeintlichen) Tod des Superagenten, sondern des Bösewichts. Der Vorspann von Title Designer Maurice Binder ist von gewohnter Qualität und sogar um einen Tick besser gelungen als zuletzt in ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE. Der anschmiegsam erotische Shirley Bassey Song Diamonds are Forever ist eines der raren Highlights des Films und zählt mit Sicherheit zu den schönsten Titelsongs der Serie. Bemerkenswert ist außerdem, dass DIAMONDS ARE FOREVER trotz all seiner Übertreibungen wenig Wert auf typische Bond-Gadgets legt. Nützliche Gimmicks wie z. B. die von "Q" (Desmond Llewelyn) gefertigten Fingerabdruckreproduktionen in Form einer dünnen Hautschicht werden eher dezent eingesetzt. Weiters wird auf ein klassisches Bond-Auto mit aufwändigen, technischen Schnick-Schnack verzichtet. Statt dessen fährt 007 den knallroten Ford Mustang Mach 1 von Tiffany Case. Für die Produzenten übrigens ein gutes Geschäft, stellte ihnen der Automobilhersteller Ford dafür im Gegenzug alle (!) im Film verwendeten (und großteils zu Schrott gefahrenen) Fahrzeuge kostenlos zur Verfügung. Die Werbewirksamkeit solcher Product Placements wurde eben schon damals sehr hoch eingeschätzt. Eigentlich ziemlich bemerkenswert, dass DIAMONDS ARE FOREVER trotz Beibehaltung typischer Serienformalismen nur selten echten Bond-Flair erzeugen kann und letztendlich an der faden Story, sowie seinen grotesken Übertreibungen scheitert.
  • Wertungen
  • Story
    1,5
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    1,0
    Spannung:
    1,5
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    2,0
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