Die Erzählung zu EIN MUTIGER WEG basiert nach einem Roman von Mariane Pearl, die ihre eigene Geschichte über die Entführung ihres Mannes verfasste. Er soll nicht in Vergessenheit gelangen, und vor allem auf diese Weise ihren Sohn den Vater näher bringen. Sie schrieb über ihre verzweifelte Suche, über Hoffnung bis zu ihrem Leid. Sie betont stetig keinen Hass gegenüber diesem Land und deren Einwohner zu hegen und weiter um Toleranz und Akzeptanz bittet. Sie schrieb das Buch “ A MIGHTY HEART “, so der Originaltitel, nur wegen der Liebe zu ihren Mann und als “ Erbe “ für den Sohn.
Regisseur Michael Winterbottom versucht sich nach THE ROAD TO GUANTANAMO erneut an einem Kriegsthema. Und er tut dies in seiner traditionell herkömmlichen Art. Fast wie ein Journalist geht er an sein neues Projekt. Er sucht nicht nach Schuldigen sondern recherchiert exakt nach den Beweggründen des Daniel Pearl. Die Inszenierung stellt sich auf keine Seite und berichtet objektiv. Leider geht durch die Art des Arrangierens die Dramatik verloren. Zu nüchtern und zu neutral sind seine Methoden. Trotzdem darf man von einer seriösen Arbeit sprechen, in dem es ein fremdes Land zu entdecken gilt. Professionalität erfordert ebenso die Arbeit des Kameramanns, der trotz einiger unruhigen Situationen die Sache immer im Griff behält. EIN MUTIGER WEG ist insgesamt gesehen ein solides Werk das aber in keiner Weise den Weg zur Seele des Betrachters findet.
Für Angelina Jolie war dieser Film eine Herzensangelegenheit. Sie wollte unbedingt die Rolle der tapferen Mariane Pearl. Eigentlich sind solche Charaktere und deren Story mit wahren Hintergrund, Garanten für Oscars. Und zweifellos spielt Angelina ihren Part realistisch, authentisch und gut. Aber die nüchterne mit distanzierte Art des Regisseurs lässt kein bewegenderes Agieren zu. Nur in einer Sequenz darf Angelina ihr wahres Können nach Außen tragen und es dem Publikum zeigen. Leider zu wenig um diverse Preise einheimsen zu können. Der restliche Cast unterstützt die Protagonistin nach bestem Gewissen. Leider aber gewinnt man immer wieder den Eindruck anstatt eines Kriegsdramas eine Reportage zu sehen. In diesem Falle wäre es wahrscheinlich besser gewesen etwas Partei zu ergreifen und subjektiver zu handeln. Und dadurch den Film in sichere Bahnen zu lenken. Das hätte diesem Werk sicher eine speziellere Note gegeben und der leicht bittere Beigeschmack, nicht zu wissen in welche Richtung dieser Film letztendlich tendiert, fiele weg.
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