Nachdem Genre Klassiker wie PSYCHO, TEXAS CHAINSAW MASSACRE, THE FOG und Viele mehr für qualitativ fragwürdige Remakes herhalten mussten, trifft es nun die Mutter aller Horrorfilme; John Carpenters HALLOWEEN. Regisseur Rob Zombie benutzt fast 30 Jahre nach dem Original dieses Stoff um sich damit einer wahrlich schwierigen Aufgabe zu stellen. Immerhin muss er damit Vergleiche mit dem Altmeister erwarten und eventuell mit massiver Kritik rechnen. Um diesen Umstand bestmöglich zu umschiffen, schafft er mit seinem Projekt HALLOWEEN 2007 eine Geschichte, die sich im wesentlichen auf Michael Myers konzentriert. Damit unterscheidet er sich maßgeblich vom 1978 entstandenen Film, denn Dieser lenkte sein Augenmerk auf seine kleine Schwester Laurie Strode. Rob begleitet in der ersten Phase des Films den Schüler Michael, der mit seinen eigenartigen Verhalten Aufmerksamkeit erlangt. Der Mittelteil widmet sich dem Aufenthalt in der Sonderanstalt in der Michael 15 Jahre seines Lebens verbringt. Erst das letzte Kapitel ist größten Teils inhaltlich dem Original entsprechend. Mit diesem Konzept erhofft der Filmemacher einen neuen HALLOWEEN Teil zu inszenieren um das Interesse des Zuschauers erneut zu wecken. Ob dieses Vorhaben gelingt ?
In Rob Zombies “ WORLD OF HALLOWEEN “ ist alles anders. Haddonfields männliche Teenies erinnern mit ihren langmähnigen fettigen Haaren mehr an eine Hard Rock Generation und ihre Groupies wirken vulgär. Ihre Erwachsene stellen mehrheitlich gescheiterte eXistenZen dar, die entweder betrunken herum lungern, oder in den Bars der Stadt als Stripteasetänzerinnen arbeiten und sich mit sexuellen Tätigkeiten Zubrot verdienen. Die Vorstadt in dem die Ereignisse geschehen macht insgesamt einen schmutzigen und verkommenen Eindruck. Das eben erwähnte passt natürlich exakt zur Optik des Regisseurs, der mit seiner rauen und ordinären Machart das Werk stilistisch intensiviert. Zwar wirkt HALLOWEEN 9, so der Working Titel, visuell braver als Rob Zombies Vorgänger, aber sein Handschrift ist nach wie vor klar erkennbar. Zu Beginn kann der Betrachter viel Positives erkennen, da das Remake auf seine Eigenständigkeit baut und man sehr viel Neues und Unübliches entdeckt. Leider verliert der Film seine Konsequenz, in dem er im letzten Drittel beginnt Szenen des Originals zu kopieren. Mit einem Schlag beraubt sich HALLOWEEN 2007 jeglicher Trumpfkarte und minimiert sich damit auf eines der üblichen Remakes. Was vielversprechend begann wurde durch eine falsche Strategie auf durchschnittliche Kost reduziert. Diese Vorgehensweise erscheint schlussendlich als äußerst fragwürdig und zudem als unlogisch.
Die Idee, bekannte Melodien des Originals mit neuen Soundeffekten zu vermischen, erweist sich als guter Schachzug. Denn die von JOHN CARPENTER komponierten Musikstücke erkennt der Hörer sofort und ein sentimentales Gefühl stellt sich ein. Des weiteren setzt Rob zu den erkennbaren bekannten Noten auch härtere Klänge ein. Zusätzlich werden vertraute Songs, unter anderem von Kiss, Alice Cooper und Blue Öyster Cult integriert, so dass ein geglückter Mix entstand. Ausnahme bildet der langweilige Cover Song zu Mr. Sandman.
Eine Besetzung wurde mit Darsteller aus der zweiten Reihe gefunden. Nicht “ mehr “ alltägliche Gesichter wie Malcolm McDowell, Brad Dourif, William Forsythe, Udo Kier, Clint Howard oder Danny Trejo dürfen sich gekonnt durch das verstörende Haddonfield gruseln. Unpassend und völlig konträr zum Rob Zombie Stil, wurde die Rolle der Laurie Strode besetzt. Sie wirkt im Gegensatz zu all den anderen Charakteren zu lieblich und unschuldig. Auch wird sie den Forderungen als “ Scream Queen “ in kleinster Weise gerecht und jeder Vergleich mit ihrer Vorgängerin JAMIE LEE CURTIS wäre lächerlich.
Fazit:
Insgesamt hinterlässt HALLOWEEN 2007 einen zwiespältigen Eindruck. Dieser entsteht weil das Werk seinen konsequent eingeschlagenen Weg nicht bis zum Ende verfolgt. Leider verkommt dadurch das anfänglich vielversprechende Remake im Verlauf zum Durchschnitt. Warum eine Strategie mitten unter dem Film derart geändert wird, bleibt wohl das Geheimnis der Verantwortlichen.
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