PLANET TERROR ist nun der zweite Teil des von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez erdachten Doublefeature GRINDHOUSE. Und das Ergebnis ist das was ein DEATH PROOF sein wollte. Coolness, Witz und Kult sind hier weitaus ausgeprägter. Noch vor dem eigentlichen Start gibt es einen Fake Trailer zu bestaunen, der den Titel MACHETE trägt. Danach drückt Regisseur Robert Rodriguez von Beginn an aufs Tempo und verzichtet auf eine längere Einleitung. Wenn man beide Projekte vergleichen will dann beinhaltet Dieser weit weniger Dialoge und trägt gerade deshalb wesentlich zum Spaßfaktor bei. Robert kennt genau was der Fan von Zombiefilmen erwartet und entspricht vollends diesen Anforderungen. Er vermischt witzige Dialoge mit geschmacklosen unappetitlichen Szenen, so das es dem Zuseher beim Lachen ekelt. Er scheut sich nicht, alle Tabu Regeln zu brechen in dem er keinerlei Rücksicht auf das Alter der Opfer nimmt. Auch werden Blondinen das Gehirn aufgesaugt, als Beweis für ein Vorhandenes. Gedärme werden, wie in guten alten Tagen, herausgerissen und gefressen. Leichen in zahllose Stücke zerrissen und Mutanten bis auf Unkenntliche zersetzt. Was bei einem Tarantino Werk zwanghaft auf Cool getrimmt wirkt, sieht bei Rodriguez zwanglos und selbstverständlich aus. Er führt PLANET TERROR mit leichter souveräner Hand und erreicht somit die Qualität eines FROM DUSK TILL DAWN.
Vermisstes Kapitel
Der Besetzung sieht man den Spaß an der Sache deutlich an. Cherry, von Rose McGowan dargestellt, mimt ihren Part heißblütig und ist attraktiv anzusehen. Ihr Freund wird von SIX FEET UNDER Schauspieler Freddie Rodriguez, mit einem Augenzwinkern, köstlich und aktiv gezeigt. Michael Biehn, Jeff Fahey, Quentin Tarantino, Josh Brolin, Naveen Andrews, Nicki Katt, Tom Savini, Stacy (Fergie) Ferguson, ein weltbekannter Hollywoodstar in einem Gastauftritt und noch Viele mehr, ergeben ein wirklich gelungenes Ensemble. Ein besonderes Lob gilt es neben den zahllosen Maskenbildnern und Effektmachern, den Komponisten der Filmmusik, Greame Revell und Carl Thiel. Es entstand bei Betrachten des Werkes immer der Eindruck einen JOHN CARPENTER Soundtrack zu verfolgen. Seine rhythmischen tiefen Töne mit teilweisen rockigen Gitarrenklängen sorgten in den 80ern für unvergessliche akustische Höhepunkte. Nicht umsonst bedankte sich Robert in den Credits noch einmal bei John für seine geleistete Arbeit.
Wie auch in DEATH PROOF verwendet PLANET TERROR inszenierte Fehler. Diesmal werden sie aber häufiger, vielfältiger und konsequenter eingesetzt. Von Streifen über ein dunkler werdendes Bild mit roten Einfärbungen ist alles zu sehen. Des weiteren gibt es etliche Brandblasen, bis hin zur vermissten Rolle. Was während dieser Zeit im Film passiert kann der Leser im vermissten Kapitel vernehmen... Wer während des Abspanns noch auf seinem Stuhl sitzen bleibt, kann sich der akustischen Begabung von Hauptdarstellerin Rose McGowan überzeugen. “ Two against the World “ nennt sich der von Robert Rodriguez geschriebene Titel.
Insgesamt darf sich der Liebhaber dieses eigenartigen Genre über PLANET TERROR durchaus begeistern, denn auch die erweiterte und um 20 Minuten längere europäische Kinofassung weist keine Längen auf. Weder im Inhaltlichen noch auf der strukturierten Ebene. Wer in den Kinobesuch gute Laune mitbringt wird Diese mit Sicherheit nach dem Gesehenen nicht verlieren. Fun a la FROM DUSK TILL DAWN und Ekel a la BRAINDEAD garantieren ein Kinovergnügen der besonderen Art !
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