James Bond 007 - Man lebt nur zweimal

  • Informationen zum Film
  • James Bond 007 - Man lebt nur zweimal

  • Originaltitel:
    You Only Live Twice
    Genre:
    Action, Thriller, Sci-Fi, Abenteuer
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1967
    Kinostart USA:
    13.06.1967
  • Inhalt
  • Die US Raumkapsel Jupiter 16 wird im All angegriffen und verschwindet auf mysteriöse Weise von den Radarschirmen der schockierten Bodencrew. Die Amerikaner verdächtigen sofort die russische Regierung und drohen bei der nächsten Störung einer ihrer Weltraummissionen mit einem militärischen Gegenschlag. Kurze Zeit später verschwindet aber auch ein sowjetisches Raumschiff spurlos, die Supermächte verdächtigen sich gegenseitig. Der britische Secret Service vermutet die Drahtzieher der internationalen Weltraumsabotagen hingegen in Japan und entsendet seinen bewährten Agenten James Bond (Sean Connery) nach Tokio um Licht in die Angelegenheit zu bringen, bevor ein handfester militärischer Konflikt zwischen den Supermächten ausbricht. In der japanischen Metropole trifft 007 auf seinen Verbindungsmann Dikko Henderson (Charles Gray), der ihm noch ein paar Informationen geben kann bevor er vor Bonds Augen ermordet wird. Die Spur seiner Mörder führt Bond in die Vorstandsetage des örtlichen Großkonzerns Osato Chemicals, der offenbar mit der Verbrecherorganisation S.P.E.C.T.R.E. kooperiert. Mit tatkräfitiger Unterstützung von "Tiger" Tanaka, Chef des japanischen Geheimdiensts, kommt 007 hinter den teuflischen Plan von S.P.E.C.T.R.E. und steht erstmals ihrer Nummer 1, Bonds langjährigen Erzfeind Ernst Stavro Blofeld (Donald Pleasence) gegenüber. Die Zeit drängt, denn die nächste amerikanische Raumfahrtsmission ist bereits angesetzt. Sollte es Blofeld gelingen mit dem S.P.E.C.T.R.E. Raumschiff auch diese US-Raumkapsel abzufangen, wäre ein Krieg zwischen den Supermächten unausweichlich...
  • Filmkritik
  • Goodbye, Mr. Connery ----
    Nach dem großartigen Erfolg von THUNDERBALL wurde das Produktionsbuget von YOU ONLY LIVE TWICE nochmals aufgestockt und betrug somit, für damalige Verhältnisse, stattliche $9,5 Mio. Bereits das gigantische Set von Blofelds geheimer Raktenabschussbasis verschlang gut eine Million Dollar und kostete somit fast genausoviel wie der gesamte erste James Bond Film DR. NO. Doch Angesichts des fulminanten Kassenerfolgs der Filmserie zuckte Produzent Albert R. Broccoli nicht einmal mit der Augenbraue als ihm sein langjähriger Production Designer Ken Adams den Kostenvoranschlag unterbreitete. Die Gelassenheit des Produzenten war in dem Punkt durchaus angebracht, auch YOU ONLY LIVE TWICE wurde ein Riesenerfolg und das Set sieht wirklich großartig aus. Dennoch gestalteten sich die Dreharbeiten in Tokio schwieriger als erwartet. Der immense Erfolg der Serie zog Reportermassen nie gekannter Ausmaße an, Sean Connery wurde von der japanischen Presse förmlich belagert und konnte nichtmal in Ruhe zu Mittag essen. Der Schotte war über den Verlust seiner Privatsphäre sichtlich verärgert, außerdem wurde er mittlerweile so sehr mit der Filmfigur identifiziert, dass ihn Reporter als "Mr. Bond" ansprachen. Diese Fixierung der öffentlichen Wahrnehmung auf seine Filmfigur, die ihn selbst überflügeln zu schien, war seiner Bereitschaft weitere Bond-Filme zu drehen nicht gerade zuträglich. Außerdem fühlte sich Connery in Bezug auf den finanziellen Erfolg der Serie unterbezahlt. Keine guten Vorraussetzungen also für die anstehende Verlängerung seines Vertrages, der ursprünglich über fünf Filme abgeschlossen wurde und mit YOU ONLY LIVE TWICE endete. Ein weiteres Problem war, dass zwar ein Kinostarttermin fixiert wurde, aber noch kein fertiges Drehbuch für den Film vorlag. Die Uhr tickte erbarmungslos und YOU ONLY LIVE TWICE musste erstmals ohne den bewährten Drehbuchautor Richard Maibaum auskommen. An seiner Stelle wurde der norwegisch-walisische Schriftsteller Roald Dahl verpflichtet, der mit phantasievollen Kinderbüchern wie James und der Riesenpfirsich (1961) und Charlie und die Schokoladenfabrik (1964), sowie einigen makabren Kurzgeschichten für Erwachsene internationale Aufmerksamkeit erregte. Das Script wurde letztendlich zeitgerecht fertig und die Dreharbeiten konnten beginnen. Doch bereits nach den ersten Tagen wurde klar, dass der gutmütig und freundlich wirkende tschechische Schauspieler Jan Werich eine glatte Fehlbesetzung für die Rolle des eiskalten Bösewichts Ernst Stavro Blofeld darstellte. Er wurde kurzerhand durch den Briten Donald Pleasence ersetzt, die bereits abgedrehten Szenen mit Blofeld mussten neu inszeniert werden. Auch beim Schnitt gabs Probleme. Eine frühe Fassung des Films, geschnitten von Thelma Connell, fiel beim Testpublikum glatt durch. Die Produzenten ersetzten sie daher mit dem Bond-Regular Peter Hunt, dessen Endschnitt deutlich besser ankam. Zum Dank wurde ihm beim nächsten Film, ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE, sogar der Regiestuhl angeboten. Allen Schwierigkeiten zum Trotz kam YOU ONLY LIVE TWICE rechtzeitig in die Kinos und brachte den erwarteten Erfolg. Ein bitterer Beigeschmack für die Produzenten war aber Sean Connerys öffentliche Aussage, nicht mehr für die Rolle des James Bond zur Verfügung zu stehen.

    Bigger, Better, Faster, More! ----
    Die "schneller-höher-stärker" Menthalität der bis Dato noch jungen Bond-Serie hat mit THUNDERBALL ihren ersten großartigen Meilenstein erreicht und ihn mit YOU ONLY LIVE TWICE gleich ziemlich deutlich übertrieben. Der Film ist nur mehr sehr rudimentär als Agententhriller wahrnehmbar, längst haben immer noch spektakulärere Actionszenen der inhaltlichen Spannung den Rang abgelaufen. Dieser Ansatz geht sichtbar zu Lasten der Charaktere, die mangels entsprechender Positionierung kaum mehr Raum für charismatische Performances haben und sich letztendlich sogar fast dem gigantischen Zirkus von 100 Stuntmen unterordnen müssen, welche das bombastische Finale des Films bestreiten. Lediglich Donald Pleasance als Blofeld kann mit seiner sinistren, bösartigen und mit einem wohl dosierten Hang zur Theatralik angereicherten Darstellung nachhaltig die Aufmerksamkeit des Publikums binden. Auch zieht seine Figur allein schon deshalb das Interesse auf sich, weil erstmals das Gesicht des Superschurken zu sehen ist. Die anderen Darsteller(innen) fallen jedoch großteils der überzogenen Action, sowie dem inhärenten Mangel an Ernsthaftigkeit zum Opfer. Erstmals wirkt ein James Bond Film wie eine Parodie auf sich selbst. Obwohl die Actionszenen durchaus spektakulär anzusehen sind, sind sie manchmal so comichaft übertrieben, dass sie eher zum Schmunzeln anregen als die Spannungskurve zu erhöhen. Dazu kommt, dass die Spezialeffekte der Science Fiction Story deutliche Mankos bei den Weltaumsequenzen erkennen lassen. Wenn das S.P.E.C.T.R.E. Raumschiff seinen stählernen Rumpf wie einen "Schnabel" öffnet um sich die US-Raumkapsel einzuverleiben, sieht das aus wie eine gefräßige Konservendose aus einem amerikanischen SciFi-Trash Movie der 1950er Jahre. Natürlich muss man gerade die Spezialeffekte immer im Kontext der jeweiligen Zeit und ihrer technischen Möglichkeiten sehen und darf sie deshalb nicht mit heutigen Standards vergleichen. Ruft man sich aber die visuelle Vollkommenheit filmischer Tricktechnik in Stanley Kubricks elaborierten Meisterwerk 2001: A SPACE ODYSSEY (2001 - Odyssee im Weltraum, 1968) in Erinnerung, das nur ein Jahr später veröffentlicht wurde, so wird einem schnell klar, dass YOU ONLY LIVE TWICE mit seinen drolligen Raumschiffen um Lichtjahre zurück liegt und nicht einmal in die Nähe des Möglichen kommt. Da hilft es auch wenig, dass der Film fast ausschließlich in Japan spielt und diese Gelegenheit ausgiebigst nützt um das Abenteuer mit fernöstlichem Flair anzureichern. Trotz vieler aufwändiger Sequenzen und dynamischer Dramaturgie bleibt YOU ONLY LIVE TWICE weit hinter den Erwartungen zurück und ist somit der erste, inhaltliche wie auch formale, Karriereknick des Superagenten.

    Divergenz & Design ----
    Bemerkenswert an YOU ONLY LIVE TWICE ist wie stark die Story des Films von Ian Flemings Romanvorlage abweicht. Die bisherigen Drehbücher der Serie haben sich großteils an die jeweilige Buchvorlage gehalten. In Richard Maibaums Adaptionen wurden meist nur geringfügige Änderungen durchgeführt, oftmals bedingt durch die nicht chronologische Verfilmung der Romanserie. Die wesentlichsten Grundzüge von Flemings Geschichten blieben im Regelfall bestehen. Mit YOU ONLY LIVE TWICE wird diese Tradition jedoch radikal gebrochen, die Story von Drehbuchautor Roald Dahl hat kaum mehr etwas mit dem Roman zu tun. Die gesamte Weltraumhandlung gibts einzig und allein im Film, von der ursprünglichen Geschichte blieben lediglich die Hauptfiguren, der Schauplatz Japan und der Titel übrig. Der Film mag einem gefallen oder auch nicht, Fakt ist jedenfalls, dass er als Verfilmung einer Literaturvorlage im besten Fall eine Doppelnull darstellt. Das exakte Gegenteil gilt allerdings für die Gestaltung des eleganten und visuell überaus ansprechend umgesetzten Vorspanns. Der Title Designer Maurice Binder kreierte für YOU ONLY LIVE TWICE die bis Dato wahrscheinlich schönste Titel-Sequenz der noch jungen Bondgeschichte. Der gleichnamigen Titelsong wurde von John Barry komponiert und von niemand geringeren als der großartigen Nancy Sinatra vorzüglich intoniert. Die Tonspur, in Verbindung mit den ästhetischen Designs von Maurice Binder, ergeben eine stimmungsvolle Melange aus fernöstlicher Eleganz und westlich geprägter Erotik, aus klassischer Schlichtheit und farblicher Opulenz. Mit einem ausgeprägten Sinn für Sarkasmus könnte man sich glatt zu der Behauptung hinreißen lassen, dass der prächtige Vorspann eigentlich die mit Abstand besten drei Filmminuten in YOU ONLY LIVE TWICE darstellen...
  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    1,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
    eXistenZ
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