Hallam Foe: This Is My Story

  • Informationen zum Film
  • Hallam Foe: This Is My Story

  • Originaltitel:
    Hallam Foe
    Genre:
    Romanze, Drama, Mystery
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Deutschland:
    30.08.2007
    Kinostart USA:
    20.03.2008
  • Cast & Crew
  • Regie:
    David Mackenzie
    Drehbuch:
    Ed Whitmore, Peter Jinks, David Mackenzie
    Darsteller:
    Claire Forlani, Ewen Bremner, Ciarán Hinds, Sophia Myles, Alan Marsh, Jamie Bell, Maurice Roëves, Malcolm Shields, John Comerford, Jamie Sives, Ruth Milne, John Paul Lawler, Lucy Holt, Gerry Cleary, Paul Blair, Neil McKinven, Stuart Hepburn, Kirsty Shepherd, Colin Kennedy
  • Inhalt

  • Das Leben hat es bislang nicht gut mit Hallam Foe gemeint. Durch den tragischen Tod seiner Mutter wurde Hallam zusätzlich noch ein wenig seltsam. Er verbringt seine Tage damit, fremde Leute mit einem Fernglas zu beobachten. Er geht mit seinen Mitmenschen und seiner Familie auf Kriegsfuss. Besonders auf seine Stiefmutter hat er es abgesehen. Sie trägt für ihn die Hauptschuld am Tod seiner Mutter. Sie hat das Ableben förmlich zu verantworten und der Junge verfolgt ein vorrangiges Ziel. Die neue Frau des Vaters seiner Gerechtigkeit zu überführen. Auf der Suche nach der Wahrheit verschlägt es HALLAM FOE ins nahegelegene Edinburgh. Bei seiner liebsten Tätigkeit, die er nun auch in der Stadt ausübt, entdeckt er Kate und ist von ihr wegen der Ähnlichkeit zu seiner Mutter fasziniert. Er folgt ihr auf Schritt und Tritt und sieht sich plötzlich in einem Nobelhotel wieder. Um ihr näher zu kommen nimmt er einen Job als Tellerwäscher an und mogelt sich langsam ins Leben der jungen Dame. Aus einer realitätsfremden Welt ist plötzlich eine lebensnahe Greifbare geworden. Es ist eine eigenartige nüchterne Welt, deren Zugang zu finden für Hallam sehr schwer zu werden scheint.

  • Filmkritik

  • “ Die Zukunft gehört den Spinnern ! “ ( Zitat von David Mackenzie )

    Das Ziel war es einen Film übers Erwachsenwerden zu produzieren. Das dabei so ein schräger Charakter herausspringt, der mit seinen Verlusten nicht fertig wird, war vorrangig so nicht beabsichtigt. Aber trotzdem nimmt der Zuseher Hallam sympathisch auf, auch unter Berücksichtigung das sein Handeln und Agieren einen verstörenden Beigeschmack besitzt. Es herrscht ein unangenehmes Flair das zumeist über dem Geschehen regiert. Dennoch verbrüdert man sich mit der Hauptperson. Der Betrachter sieht es ihm nach das er gegen ein Gesetz verstößt, wenn er in die Privatsphäre anderer Personen taucht. Das fördert jene Theorie nachdem ein Jeder unter uns ein wenig an Voyeurismus leidet. Trotzdem besitzt HALLAM FOE eine eigenständige Kraft die mit Seele und Stärke verbunden ist. Der Film unterliegt einer Buchvorlage, ÜBER ROTEN DÄCHERN, von Peter Jinks, der zudem ein guter Freund des Regisseurs ist. Peter war mit dem Endergebnis, wie auch lokale Kritiker, sehr zufrieden. Die diesjährige Berlinale würdigte dieses Werk mit dem silbernen Bären für die Filmmusik. Diese besticht nicht durch einen besonderen Score, sondern vielmehr durch eine extravagante Songauswahl. Um das Budget nicht weitgehend zu strapazieren suchte Regisseur David Mackenzie seine Lieder von seinem Lieblingslabel Domino Records aus, das sofort voller Begeisterung mit von der Partie war. Highlight dieses Audioellen Genusses ist HALLAM FOE DANDELION BLOW, gesungen von Franz Ferdinand.

    HALLAM FOE ist ungefälscht und klar, er ist ehrlich und ursprünglich. Die Kamera verzichtet auf jegliche Effekthascherei und zeigt filterlose Einstellungen. Der Stil des Films versucht in keiner Weise, Landschaften, Städte, Personen in ein schöneres Licht zu rücken. Dadurch erhält dieser Film dieses ursprüngliche Etwas, das seltsamerweise fast ausschließlich in europäischen Filme zu sehen ist. Dadurch wirkt er kräftig und Ausdrucksstark. Sucht man einen Makel so ist er mit Sicherheit im Drehbuch zu finden. Denn manchmal wird dieses Drama zum Märchen, und wirkt daher an einigen Stellen unglaubwürdig. Klar wird eine gewisse Skurrilität wahr genommen und auch anerkannt. Doch einige Kurswechsel und Wendungen im Buch wirken einfach als zu viel des Guten.

    Gut gewählt und als absolut positiv empfunden, wurde die Auswahl der Besetzung. Vor allem Jamie Bell, der in unseren Breiten als Billy Elliot bekannt wurde. Außerdem stand er zuletzt in Thomas Vinterbergs DEAR WENDY und in Peter Jacksons KING KONG seinen Mann. Aufmerksam wurde man als ein Produzent ein Photo von ihm in einen Flugzeug sah. Er kannte ihn aus diversen Filmen und wusste sofort; Das ist unser Mann ! Gillian Berrie war jener Produzent und er sollte recht behalten. Denn Jamie verliert sich förmlich in der Rolle des eigenartigen Sonderlings. Er verkörpert seinen Part anspruchsvoll, Emotional und teilweise traumatisch, wie Jamie Bell selbst gesteht. Bei Sophia Bell verhielt sich die Sachlage ganz anders. Die 26 Jährige in London geborene Schauspielerin bekam das Buch nach ihren Dreharbeiten zu UNDERWORLD: EVOLUTION in ihre Hände. Es war bisher noch nie der Fall das ich um eine Rolle gebettelt habe, aber hier musste ich einfach dabei sein, so Sophia. Die Sexszenen und die zu zeigende nackte Haut stellte für sie kein Problem dar, da es in diesen Film dazugehört. Oft sind sie unangebracht und wirken deplaziert. Hier in HALLAM FOE sind sie ein unbedingtes Muss um diesem Thema gerecht zu werden. Trotz einer kleinen Rolle glänzt Claire Forlani als Stiefmutter in allen Belangen. Ihr Charakter verlangt, das der Zuseher über sie nicht im Klaren bleibt, und das bis zum Ende des Films. Claire überzeugt in ihrem Spiel und sorgt nebenbei aus visueller Sicht für einen weiteren optischen Pluspunkt. Ciaran Hinds als Vater hingegen wurde verschenkt, denn das Buch hat für ihn keine Highlights zu bieten.

    Fazit:

    HALLAM FOE ist schönes europäisches Kino. Geradlinig und schnörkellos erzählt, setzt er sich mühelos über kleinere Inhaltsschwächen hinweg.

  • Kurz Kritik
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    3,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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