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James Bond 007 - Goldfinger

  • Informationen zum Film
  • James Bond 007 - Goldfinger

  • Originaltitel:
    Goldfinger
    Genre:
    Action, Thriller
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1964
    Kinostart USA:
    09.01.1965
  • Inhalt
  • Der international agierende Goldhändler Auric Goldfinger (Gert Fröbe) steht unter dem Verdacht große Mengen des begehrten Edelmetalls zu schmuggeln. Seine illegalen Transaktionen erreichen eine Dimension, welche den gesamten Goldkurs weitgehend destabilisieren könnten. Daraufhin setzt der britische Geheimdienst MI6 seinen besten Agenten, James Bond 007 (Sean Connery), auf Goldfinger an. Doch dieser scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein und überaus direkt und brutal zu reagieren, wenn man sich in seine Geschäfte einmischt. Als ihn der Geheimagent mit Hilfe von Jill Masterson (Shirley Eaton) bei einer betrügerischen Kartenpartie ins Handwerk pfuscht, lässt Goldfinger das Mädchen kurzerhand direkt im Hotelbett von 007 ermorden. Im Zuge der etwas zu gewagten Observation eines Fabriksgeländes wird James Bond von Goldfingers Sicherheitsleuten gestellt und entgeht kurze Zeit später nur knapp seiner Hinrichtung. Statt dessen wird er als Gefangener gehalten, kann sich jedoch aus seiner Zelle befreien und Goldfingers tollkühnen Plan abhören. Goldfingers präziser Plan zielt direkt auf die in Fort Knox gelagerten Goldreserven der USA ab und 007 bleibt nicht mehr viel Zeit um das Unternehmen "Grand Slam" noch zu verhindern...
  • Filmkritik
  • Alles Gold was glänzt -----
    Nach den finanziellen Erfolgen von DR. NO und FROM RUSSIA WITH LOVE wurde das Produktionsbudget für den neuen 007 Film GOLDFINGER um rund ein Drittel auf $3 Mio aufgestockt. Seitens der Produzenten wurden keine Kosten und Mühen gescheut um das dritte James Bond Abenteuer spektakulärer, actionreicher, humorvoller und unterhaltsamer als seine beiden Vorgänger zu machen. Nicht zuletzt Dank Production Designer Ken Adam, der u. a. die legendären Sets in Stanley Kubricks DR. STRANGELOVE OR: HOW I STOPPED WORRYING AND LOVE THE BOMB (Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben, 1964) gestaltet hat, ist das zusätzliche Budget auch auf der Kinoleinwand zu sehen. Auric Goldfingers aufwändiger Präsentationsraum ist mit beweglichen Fußböden, einer riesigen Projektionsleinwand und weiteren technischen Spielereien vollgestopft, welche nicht nur seine zwielichten Geschäftspartner in Erstaunen versetzen können. Auch die Ausstattung der unterirdischen Tresorräume von Fort Knox, wo ein Großteil der Goldreserven der USA lagern, wurde so eindrucksvoll in Szene gesetzt, dass selbst Mitarbeiter des realen Fort Knox dem Filmteam ein großes Kompliment aussprachen. Dazu kommt, dass mit GOLDFINGER erstmals der Begriff des "James Bond Autos" definiert und auf Jahre hinweg geprägt wurde. Trotz anfänglicher Skepsis des Aston Martin Managements ließ sich die tradionelle Automobilschmiede auf das James Bond Abenteuer ein und stellte der Filmcrew ein Modell zur Verfügung, dass in nur kurzer Zeit zum legendären Kultauto avancieren sollte - den Aston Martin DB5. Im Film wurde das Auto von "Q" (Desmond Llewelyn) mit einem wahren Potpourri an einfallsreichen Extras ausgestattet, wie z. B. zwei hinter den Frontlichtern verborgene Maschinengewehre, einem Ortungssystem welches frappant an heutige GPS-Navis erinnert, ausfahrbare Reifenschlitzer, Ölspritzer und Nebelanlagen für unliebsame Verfolger, eine ausfahrbare, kugelsichere Rückwand, sowie ein Schleudersitz. Das drehbare Nummernschild des Wagens geht übrigens auf eine Idee von Regisseur Guy Hamilton zurück, der damit nur allzu gerne seine privaten Strafzettel wegen Falschparkens in den Griff bekommen hätte. Über all das hinaus wurde das dritte 007-Abenteuer mit einer bis Dato nie dagewesenen Promotion und Merchandising Kampagne vermarktet um maximale Aufmerksamkeit zu erzielen. Das Konzept schien aufzugehen, mit GOLDFINGER war Bond erstmals deutlich "Larger than Life" und in aller Munde. Das machte sich auch an den Kinokassen bemerkbar, der Film spielte in nur drei Wochen seine gesamten Produktionskosten ein und sicherte sich damit sogar einen Eintrag im Guinnes Buch der Rekorde. Der Film hat im ersten Run weltweit $125 Mio. eingespielt und wurde in der Kategorie "Beste Soundeffekte" mit dem begehrten Oscar ausgezeichnet. Leider war es dem Erfolgsautor Ian Fleming nicht mehr vergönnt den Siegeszug von GOLDFINGER mitzuerleben. Er verstarb am 12. August 1964, knapp ein Monat vor Kinostart, an einem Herzinfarkt.

    Bester Bond aller Zeiten? -----
    Unter vielen Fans gilt GOLDFINGER bis zum heutigen Tag als einer der besten, oftmals sogar als der beste James Bond Film aller Zeiten. Auch wenn diese Tatsache natürlich nicht auf alle Kinogeher zutrifft, den mit Abstand berühmtesten Mord der Bond-Filmgeschichte hat GOLDFINGER auf jeden Fall für sich gepachtet. Die Bilder der vollständig mit Gold überzogenen Leiche von Jill Masterson (Shirley Eaton) faszinierten mit ihrer morbiden Eleganz gleichsam Publikum und Presse. Auch die Besetzung des deutschen Schauspielers Gert Fröbe als Bonds Gegenspieler erwies sich im wahrsten Sinne des Wortes als Goldgriff. Die Produzenten wurden durch seine sinistre Performance als Kindermörder im Film ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG (1958) auf Fröbe aufmerksam und verpflichteten ihn trotz seiner mangelnden Englischkenntnisse für GOLDFINGER. Fans von Originalfassungen sei an dieser Stelle gesagt, dass Gert Fröbe für die englischsprachige Fassung des Films von Michael Collins nachsynchronisiert wurde, wohingegen er in deutschen Version im Original zu hören ist. Unabhängig von der jeweiligen Filmfassung ist Fröbes kongeniale Darstellung, die einen hochgradig überheblichen Egomanen zeichnet, der mindestens ebenso von sich selbst eingenommen ist wie 007. Nach dem ziemlich unterkühlt agierenden Joseph Wiseman aus DR. NO und dem geheimnisvollen Blofeld, dessen Gesicht nicht einmal zu sehen war, bietet GOLDFINGER erstmals einen Superschurken, der es mit seinem charismatischen Auftreten und süffisanten Humor mit Sean Connery aufnehmen konnte. Gert Fröbes Performance bewegt sich gekonnt zwischen trockener Authentizität und augenzwinkernder Überzeichnung. Er umgibt sein Publikum mit einem köstlich arrangierten Spannungsfeld aus Abscheu und Sympathie und ist somit der wohl interessanteste, unterhaltsamste und facettenreichste Bond-Bösewicht aller Zeiten. Dem Film ist überhaupt eine große Affinität zu illustren Charakteren zu attestieren. Der fast schon mit Superkräften ausgestattete, wortkarge Oddjob, dargestellt vom hawaiianischen Freistilringer Harold Sakata, schlägt in dieselbe Kerbe. Eindeutiger Höhepunkt schlüpfrigen Humors ist zweifellos der gleichsam haarsträubende sowie auf naive Art possịẹrliche Name "Pussy Galore", gespielt von der durch die TV-Serie AVENGERS (Mit Schirm, Charme und Melone) damals sehr populären Honor Blackman, welcher so manchen leitenden Studioangestellten die Schamesröte ins nervös verschwitze Gesicht trieb. Kurzzeitig wurde sogar überlegt den Namen auf "Kitty Galore" zu ändern, letztendlich beschränkte sich das Studio jedoch darauf den Namen beizubehalten, ihn allerdings von jenen Filmplakaten zu entfernen, die sich an ein jugendliches Publikum richteten. Insgesamt ist GOLDFINGER somit weitaus humorvoller als seine Vorgänger, den ungleich höheren Unterhaltungswert erreicht der Film aber nicht zuletzt auch durch seine aufwändigen Actionszenen, wie z. B. dem finalen Kampf um Fort Knox, mit Sicherheit dem bis Dato spektakulärsten Finale eines James Bond Films. Letztendlich dürften sich genau darin die Meinungen vieler Bond-Fans teilen. Während GOLDFINGER für Puristen des ernsthaften Agententhrillers weitaus zu humorvoll und verspielt wirkt, ist die spannende, überaus kurzweilige und äußerst unterhaltsame Mischung des Films für viele Andere das Highlight schlechthin. Wie auch immer der persönliche Geschmack den Film auch einschätzt, letztendlich könnte man sich darauf einigen, dass sich GOLDFINGER nach wie vor ungebrochener Popularität erfreut und auf jeden Fall zu den ewigen Klassikern der Serie zählt.

    Ein Konzept feiert sich selbst -----
    Mit GOLDFINGER hat die James Bond Serie endgültig ihr formales Gesamtkonzept gefunden. Die Pre-Title-Sequence ist nunmehr fixer Strukturbestandteil der Filme, der Titelsong ist erstmalig während des Vorspanns zu hören und die beliebten technischen Spielzeuge ("Gadgets") des Doppelnull-Agenten erreichen mit dem Aston Martin DB5 ihr erstes substanzielles Highlight. Der opulente Look von GOLDFINGER lädt sein Publikum ein, für knapp zwei Stunden in einem aus eleganten Bildern gebauten, kinematographischen 5-Sterne Hotel zu wohnen. Wenn Shirley Bassey die ersten Worte des berühmten Titelsongs ins Publikum schmettert wiegen sich die goldfarbenen Bildprojektionen des Vorspanns wie luxoriös gestaltete Intéreurs im Takt der Musik. In dieser von Title Designer Robert Brownjohn entworfenen Anfangssequenz erreicht das filmische Konzept "James Bond" seinen vorläufigen Höhepunkt. Einerseits wird damit ein neuer Gipfel erklommen, andererseits ist jedoch festzuhalten, dass sich exakt ab diesen Punkt die Innovationskraft folgender Filme hauptsächlich in der Variation bereits etablierter Themen erschöpft. Eines ist dabei aber sicher nicht von der Hand zu weisen - GOLDFINGER ist in jeder Beziehung die vorläufige Vollendung der Form...
  • Wertungen
  • Story
    4,5
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
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