Mütterliche Fürsorge und Mutterinstinkte erfahren zu dürfen, ist zwar sehr schön, kann auf der anderen Seite aber auch ziemlich anstrengend werden. Vor allem, wenn die Mutter so nervt, wie es Diane Keaton mit ihrem grenzenlos schlechten Overacting in diesem Film tut. Eigentlich freut sich der Cineast und Kinofreund, sie auf der großen Leinwand zu sehen, in diesem Film ist jeder Augenblick, in dem sie nicht im Bild ist, eine Wohltat. Sie trägt ständig extrem dick auf, wirbelt mit ihren Händen und ihrem Kopf umher und redet doch nur belanglosen Schwachsinn daher. Dafür ist aber nicht nur sie, sondern hauptsächlich das noch schlechtere Drehbuch verantwortlich. Mal ehrlich, bereits nach Lesen der Inhaltsangabe ist doch bereits klar, wie es ausgeht – dafür braucht der Film nicht mal 10 Minuten. Lediglich die Nebenhandlung um Joe und Daphne ist in ihrer Form überraschend. Dennoch dient auch sie – wie auch sämtliche anderen Nebenfiguren – lediglich zur Staffage, denn der Film konzentriert sich im Prinzip ganz auf die Charaktere Daphne und Milly – ihre Schwestern – vor allem Piper Perabo – sind nur am Rande zu sehen.
So vorhersehbar die Handlung des Films auch ist, einzelne Elemente regen doch unfreiwillig zum Schmunzeln an – so verhält sich im „richtigen“ Leben wohl kein Mensch: Ständig griffbereite Handys sorgen für filmischen Telefonterror in seiner exzessivsten Form – es vergeht wohl kaum eine Szene, in denen die kleinen handlichen Wegbegleiter nicht zum Einsatz kommen. Vereinzelt gibt’s traurige Höhepunkte: Daphne organisiert mit ihren Töchtern eine Konferenzschaltung, während jede gerade von einem Mann verwöhnt wird, Daphne spricht Milly fünf Mal hintereinander auf den Anrufbeantworter oder Daphne hat mit Joe (gar nicht wieder erkannt: „Eine himmlische Familie“- Pastor Stephen Collins) gerade wenige Minuten vor ihrer Hochzeit Sex und wird von ihren Töchtern angerufen.. Eigentlich ein Film, der seine Zuschauer dazu verleitet, das Handy am besten ausgeschaltet zu lassen. Aber nicht nur das, auch sonst bietet Von Frau zu Frau genug Kopfpatsch- Momente, die man so einfach schon viel zu oft in amerikanischen Prollokomödien zu sehen bekommen hat. Eigentlich bezeichnend, dass der Film, bis auf wenige Worthülsen und minimale Situationskomik völlig unlustig geworden ist – eine der Hauptintentionen einer Komödie, nämlich komisch zu sein, wäre somit dem Erdboden gleich gemacht.
Was nützt es also noch, dass die Musikauswahl einigermaßen gelungen ist und dass sich der Film zumindest auf handwerklicher Ebene nicht entblößt, wenn Drehbuch und Schauspieler einfach blöd sind? Genau, gar nichts! Am besten, diesen Film einfach ignorieren – er ist einfach zu weit weg von gut und böse und hochgradig unlustig. Warum? Because I said so!
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