Eine Itchy und Scratchy Folge in Fernsehformat eröffnet den Film und Homer bringt sich lautstark in den Vordergrund : “ Langweilig; kein Idiot zahlt freiwillig für das Kino wenn es kostenlos im Fernsehen läuft ! “ Gutes Argument Herr Simpson, berechtigter Einwand. Jedoch im nächsten Moment öffnet sich die Leinwand im schönsten Cinemascope und Homers Frage stellt sich plötzlich nicht mehr. Denn DIE SIMPSONS im Kino sind ein Erlebnis für sich, und ein jeder der diese Serie liebt sollte sich dafür auch ein Kinoticket leisten ! Geboten wird eine durchgängige Handlung die über die Gesamtlänge von 85 Minuten zwar nicht fasziniert, aber immerhin besteht. Des weiteren wird dem Zuseher wesentlich detailliertere Zeichnungen, die visuell üblichen Folgen bei weitem übertreffen, vorgeführt. Die Kamerafahrten, wenn man es als solche bezeichnen kann, gleichen einer Achterbahn, und die Farben sind saftiger als jener der Staffeln. Das weitaus höhere Budget lässt mehr Spielraum für aufwendigere Aufnahmen zu die Fernsehproduktionen natürlich nicht bieten können. Doch in einer Kategorie gibt es keine Quantensprünge zu erwarten. Nämlich in Sachen Strukturierung. Alle Charaktere gibt es bereits und so ziemlich jedes Thema wurde bereits in den Folgen behandelt. Gastauftritte hat es ebenfalls auch schon immer gegeben. Also unter diesem Gesichtspunkt darf man sich einfach keine Geniestreiche erwarten, dann würde man vielleicht ein wenig enttäuscht. Aber all jene, die einfach eine längere, qualitativ verbesserte Episode mal im Kino sehen möchten, ist DIE SIMPSONS - DER FILM genau das Richtige.
Die Frage warum die Figuren von Erfinder Matt Groening Gelb sind kann einfach und leicht beantwortet werden. Matt hatte beim Zeitpunkt des Entwerfen nur diese Farbe vorrätig und wollte aber trotzdem mit dem Zeichnen beginnen. Wie er selbst sind die meisten Figuren Linkshänder. Außerdem besitzen Bart und Co nur vier Finger. Im Laufe der Jahre machten alle darin befindlichen Charaktere eine ziemlich drastische Wandlung durch. Homer, zum Beispiel, war zu Beginn noch treusorgender Familienvater mit Tischmanieren. Mittlerweile lief in Amerika die Vierhundertste Sendung und noch ist kein Ende in Sicht. Im Film selbst wird sogar während der End Credits über eine mögliche Kinofortsetzung spekuliert . Aber das haben nur die Umsatzergebnisse zu entscheiden !
Sicher hatte die Idee, die gelbe Sippschaft auf die große Leinwand zu bringen, hauptsächlich finanzielle Gründe. Und meist schlägt dieses Vorhaben, aus einer bekannten Fernsehserie, einen Kinofilm zu kreieren, fehl. Diesmal jedoch funktioniert der Deal. Denn mit jeder Menge alte und auch neue Gags werden auf zeitkritischer Ebene die witzigsten Situationen auf die Schippe genommen und blödelt sich genüsslich von Szene zu Szene. Auch die deutschen Stimmen geben ihr Bestes und so steht einem gelben Vergnügen nichts mehr im Wege. Für Fans der Simpsons ist dieses Werk ein absoluter Pflichttermin. Andere, die schon im TV wenig mit den Springfieldern zu tun hatte, sollte dieses Projekt tunlichst meiden.
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