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James Bond 007 jagt Dr. No

  • Informationen zum Film
  • James Bond 007 jagt Dr. No

  • Originaltitel:
    Dr. No
    Genre:
    Action, Thriller, Abenteuer
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1962
    Kinostart USA:
    08.05.1963
  • Inhalt
  • Der britische Geheimagent James Bond (Sean Connery) wird nach Jamaika entsandt, um den Mord an seinem Kollegen John Strangways (Tim Moxon) und seiner Sekretärin aufzuklären. Kurz nach seiner Ankunft entgeht der wachsame 007 einem Mordversuch. Im Zuge seiner Nachforschungen, die vom CIA-Agenten Felix Leiter und seinem einheimischen Assistenten Quarrel (John Kitzmiller) mit hohem Interesse verfolgt werden, verdichtet sich der Verdacht, dass es auf der geheimnisumwitterten Insel "Crab Key" nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Gemeinsam mit Quarrel macht sich 007 auf den Weg nach "Crab Key", wo er auf die misstrauische Muschelsammlerin Honey Ryder (Ursula Andress) trifft. Sie fühlt sich auf der Insel ebenfalls unwohl und erzählt von einem mysteriösen, feuerspeienden Drachen, der hier sein Unwesen treiben soll. Das Trio wird bald darauf von einem Patrouillenboot entdeckt und gerät unter Beschuss. Als die Nacht hereinbricht werden sie von dem vermeintlichen "Drachen" gestellt und von bewaffneten Sicherheitsleuten abgeführt. Am nächsten Tag steht 007 endlich jenem Mann gegenüber, der für die begangenen Verbrechen verantwortlich ist und darüber hinaus auch das Raketenprogramm der USA empfindlich stört um die Welt ins Chaos zu stürzen. Er ist Mitglied der international agierenden Verbrecherorganisation S.P.E.C.T.R.E. (Special Executive for Counterintelligence, Terrorism, Revenge, Extortion) und sein Name ist Dr. No...
  • Filmkritik
  • Bond.... James Bond -----
    Lange Zeit bevor sich Sean Connery erstmalig mit diesen berühmten Worten beim Kinopublikum vorgestellt hat, gab es bereits Bestrebungen Ian Flemings Romanserie zu verfilmen. Der erste veröffentlichte James Bond Roman war Casino Royale (1953), später folgten die Bücher Live And Let Die (1954), Moonraker (1955), Diamonds are Forever (1956) und From Russia with Love (1957). Der anfangs zwar moderate, aber stetig steigende Erfolg der James Bond Romane zog langsam, aber sicher auch das Interesse der Filmindustrie auf sich. Bereits 1954 entstand unter der Regie von William H. Brown Jr. die mäßig erfolgreiche, amerikanische TV-Adaption von CASINO ROYALE mit Barry Nelson als James Bond. Auch der Produzent Albert R. Broccoli war von der Romanserie angetan und versuchte seinen damaligen Partner bei Warwick Films, den Regisseur und Produzenten Irving Allen davon zu überzeugen die James Bond Romane zu verfilmen. 1958 kam es deshalb sogar zu einem Treffen der Beiden mit Ian Fleming. Das Gespräch verlief jedoch alles andere als optimal, die Filmpläne scheiterten letztendlich am massiven Widerstand Allens. Zwei Jahre später sicherte sich der Produzent Harry Saltzman eine Option auf die Filmrechte und fand mit Albert R. Broccoli einen enthusiastischen Partner. Gemeinsam wurde die Firma Eon Productions gegründet, mit dem erklärten Ziel die James Bond Serie nun endlich auf die Kinoleinwand zu bringen. Als erstes Projekt wurde der, erst 1958 erschienene Roman Dr. No ausgewählt, weil er nach Ansicht der Produzenten mit dem zur Verfügung stehenden Budget von rund $1 Mio. am leichtesten zu realisieren war. Die Suche nach dem Hauptdarsteller gestaltete sich schwierig, da einige bekannte Schauspieler, darunter James Mason und David Niven, absagten. Andere wiederum würden nur für einen Film zur Verfügung stehen, wie z. B. Cary Grant. Nachdem die Bond Filme von den Produzenten jedoch als Serie geplant waren, wurde eifrig weitergesucht. Der Produzent Benjamin Fisz empfahl seinen Freund Harry Saltzman einen jungen Newcomer, der er in seinem Film ON THE FIDDLE (1961) mitgespielte. Wie es der Zufall wollte, wurde Albert R. Broccoli ebenfalls auf genau denselben aufstrebenden, schottischen Schauspieler aufmerksam gemacht, und als er sich daraufhin den Film DARBY O'GILL AND THE LITTLE PEOPLE (1959) anschaute war für ihn sofort klar: Sie haben James Bond gefunden und sein Name ist Sean Connery!

    Underneath the Mango Tree -----
    Gleich von Anfang an setzt DR. NO auf eine zügige Erzählweise, die versucht den Zuseher so schnell wie möglich in den Film hineinzuziehen. Bereits nach vier Minuten passiert der erste Mord, nur eine Filmminute später der zweite. Die Handlung wird weitaus schneller vorangetrieben als in vielen anderen Filmen dieser Zeit üblich. Ein entscheidender Faktor dabei ist der rasante Schnitt, welcher dem Film zusätzliche Dynamik verleiht und ihn somit überaus kurzweilig erscheinen läßt. Wesentlichen Einfluss auf den Unterhaltungswert des Films hat auch der schwarze Humor, den Connery in trockener Art so vortrefflich kultiviert. Dabei waren viele dieser sogenannten "One Liners" gar nicht im ursprünglichen Drehbuch enthalten, sondern von Sean Connery improvisiert und an passend erscheinenden Stellen eingeflochten. Regisseur Terence Young, der großen Einfluss auf die Charakerisierung und Darstellung der James Bond Figur ausübte, war sofort davon begeistert und wollte mehr davon in den Film einfließen lassen. Weiters versteht es der Regisseur den Film mit einer lasziv erotischen Atmosphäre auszustatten, die über weite Strecken mitschwingt. Die Frauen in DR. NO sind nicht nur überaus sexy, sondern auch entsprechend in Szene gesetzt. Das beginnt bei der mittlerweile zum Kult erhobenen Szene, in der Honey Ryder (Ursula Andress) im knappen Bikini aus dem Meer taucht und setzt sich in Einstellungen fort, welche die nackten Beine von Sylvia Trench (Eunice Gayson) prominent im Bildvordergrund platzieren, wohingegen James Bond deutlich in den Bildhintergrund gerückt wird. Bereits in DR. NO läßt sich 007 keine Flirt-Gelegenheit entgehen um in charmanter Art einige jener eindeutig zweideutigen Anzüglichkeiten anzubringen, die später der "political correctness", sowie den deutlich stärker und emanzipierter inszenierten Frauenfiguren zum Opfer fallen werden. Im Jahre 1962 hatte es der Superagent eben noch etwas einfacher unterm Mango Baum...

    Die 007 Matrix -----
    Aus heutiger Sicht betrachtet ist DR. NO sowohl ein Bond-Klassiker erster Güte, als auch ein überaus einflussreicher Weichensteller und Trendsetter für die erfolgreichste Fortsetzungsserie der Filmgeschichte. Er enthält bereits viele Ingredienzen, welche die Filmfigur selbst als auch die gesamte Serie auf Jahrzehnte hinweg prägen sollten. Das beginnt bereits beim Opening Logo, welches den Innenraum eines Pistolenlaufs zeigt durch den der Betrachter, wie durch ein Guckloch, auf James Bond blickt. Der Geheimagent gibt einen gezielten Schuss in Richtung Publikum ab und die Kinoleinwand färbt sich blutrot. In der nachfolgenden Titel Sequenz bewegen sich farbige Silhouetten von Tänzerinnen vor einem pechschwarzen Hintergrund im Takt von Monty Normans berühmten James Bond Thema. Dieser Bond-typische Vorspann wurde von Maurice Binder gestaltet, der insgesamt 14 Bond Filme als Title Designer begleitete. Weitere Charakeristika, die wohl auf ewig mit der Bond Serie in Zusammenhang stehen werden, sind der geschüttelte Wodka Martini Cocktail, die Sekretärin Miss Moneypenny, die exotischen Drehorte, die sexy Bond-Girls und natürlich die überstilisierten Superschurken, welche mit ihren aufwändigen und präzisen Plänen die Welt ins Chaos stürzen wollen. Erst retrospektiv ist erkennbar, dass DR. NO nicht nur ein spannender, humorvoller und unterhaltsamer Agenten Thriller ist, sondern ebenso eine detailliert konzipierte Matrix für die gesamte James Bond Serie darstellt, auf die sowohl inhaltlich als auch formal immer wieder zurückgegriffen und referenziert wird. Das macht DR. NO zum grundsoliden Fundament der Filmreihe und gleichsam zu einem der wohl einflussreichsten Filme seiner Zeit.
  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
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