Angel - Ein Leben wie im Traum

  • Informationen zum Film
  • Angel - Ein Leben wie im Traum

  • Originaltitel:
    Angel
    Genre:
    Romanze, Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, UK, Belgien
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Österreich:
    10.08.2007
    Kinostart Deutschland:
    09.08.2007
  • Cast & Crew
  • Regie:
    François Ozon
    Drehbuch:
    Elizabeth Taylor, Martin Crimp, François Ozon
    Musik:
    Philippe Rombi
    Darsteller:
    Michael Fassbender, Romola Garai, Sam Neill, Teresa Churcher, Janine Duvitski, Simon Woods, Christopher Benjamin, Lucy Russell, Charlotte Rampling, Tom Georgeson, Jacqueline Tong, Jemma Powell, Alison Pargeter, Seymour Matthews, Una Stubbs, Jo Perrin, Ruth England, Rosanna Lavelle, Geoffrey Streatfield, Roger Morlidge, John Rowe, Edward MacLiam, Oscar Redif, Alice Hubball, Simon Shrimpton Smith, Roland Javornik, CinSyla Key, Annelien Vanderhoeght
  • Inhalt

  • Angel lebt in einfachen Verhältnissen hinter einem Lebensmittelgeschäft, der von ihrer fürsorglichen Mutter geführt wird. Ihre Welt jedoch ist eine Andere. Sie träumt eines Tages berühmt und vermögend zu sein. Die verzogene frühreife Jugendliche schreibt schon seit Kindesalter eigene Geschichten die sie auch in ihrer Schule der gesamten Klasse vorträgt. Auch als ihre Lehrerin nur Abfälliges über den Schreibstil zu berichten weiß, stößt sie auf taube Ohren. Angel ist sich sicher, sie ist als Star Autorin geboren und schon bald wird sie die Nummer eins auf allen Verkaufstabellen werden. Als die Liebesromanzen fertig geschrieben wurden, schickt sie die Manuskripte einen Verleger in London. Wenige Tage erhält sie Antwort und wird zum Vorstellungstermin gebeten. Theo, der als er das junge Mädel in seinem Büro begrüßen durfte zum ersten Mal sah, hätte sich Angel wesentlich älter vorgestellt, denn der schwülstige Schreibstil passt viel eher zu einer älteren Person. Trotzdem ist er auf eine seltsame Weise angetan und gibt ihr die Zusage ihren Liebesroman zu veröffentlichen. Der Traum wird wahr und Angel wird zum gefeierten Star. Aber schon bald wird sie feststellen das Reichtum und Publicity nicht alles ist und ihre Sorgen überhand nehmen.

  • Filmkritik

  • Gegensätzlicher können Stilrichtungen nicht sein. In Francois Ozons 5 x 2 oder Die Zeit die bleibt, lässt der Regisseur die Geschichte für sich sprechen und hält seine handwerklichen Fähigkeiten in einer zurückhaltenden Form. In ANGEL jedoch setzt er auf ein prunkvolles Szenario, grelle bunte Farben und jede Menge Kitsch. Die Anfangs Credits erstrahlen in süßen Rosa und Außenaufnahmen werden fast zur Gänze vor auffallenden Montagen gedreht so das der Zuseher sofort diese Absonderlichkeit für sich entdeckt. Diese Tatsache könnte als Hommage an frühere Werke dieses Genre zu werten sein. Eventuell versteht es Francois auch als eine übertrieben wirkende persönliche Technik, denn er verfolgt dieses Ziel konsequent. Seine Charakter spielen ihre Rollen in einem leicht übertriebenen Stil. Seine Liebenden küssen sich unter Regenbögen und der orchestrale Score übertrifft dieses Spektakel mit seinen Geigen. Fast ist man geneigt auf kleine rote Herzchen zu warten die es langsam vom Himmel regnen könnte.

    Trotzdem regiert in diesem Drama nicht der Kitsch sondern wartet gleichzeitig mit einer sehr zeitgemäßen Geschichte auf. Denn im Hintergrund verbirgt sich wohl bewusst die Situation das es sich bei der Titelheldin um eine Figur handelt, die nichts besonderes kann. Jedoch ist etwas in ihr das sie bei ihrem Umfeld und in der Öffentlichkeit Interessant macht. Die Parallele zu heutigen Nichtskönnerinnen, die trotzdem berühmter und, vor allem vermögender sind, als Personen die in ihrem Leben etwas vollbracht, geleistet oder geschaffen haben. Der Hype der sie unverdient aber dennoch an die Spitze der Popularität treibt, diesen Eindruck vermittelt auch ANGEL die frühreife aber selbstsichere Göre dieses Werkes. Der Ansatzpunkt, diese Aspekte in Zusammenhang dieser Geschichte zu verbinden ist eine gewagte aber gelungene Komponente.

    Sam Neill spielt Theo den Verleger mit einer gewissen Zurückhaltung. Scheinbar ist sein Charakter in ANGEL verliebt, aber mit dem Wissen sie nie bekommen zu können. Dennoch versucht er sie mit seinem Engagement zu beschützen. Charlotte Rampling mimt die Gattin des Verlegers. Sie weiß über die geheime Leidenschaft ihres Mannes ohne jedoch einzugreifen. Leider wird ihr Part ihrer Persönlichkeit in keiner Weise gerecht. Die Entdeckung des Filmes ist die 25 jährige Romola Garai, die als ANGEL eine Jugendliche perfekt in Szene setzt. Ihre Kunst ist mit ihren Gesten und ihren frechen Ausdruck zu überzeugen. ANGEL ist keine sympathische Person. Sie ist überheblich, fordernd und besserwisserisch. Diese Zerrissenheit zwischen dem Guten in ihr und ihrer besagten Nachteile glaubhaft zu spielen stellte sie vor einer großen Herausforderung. Aber der Versuch gelang und sie passt durchaus in das von Francois Ozon vorgegebene Ambiente. Ein großer Pluspunkt ist die prachtvolle Dekoration, Ausstattung und Kostüme. Auch die Sets und die überaus melodiösen Kompositionen.

    Fazit.

    Für Liebhaber von Sinn und Sinnlichkeit oder Stolz und Vorurteil wird ANGEL ebenfalls für sich entdecken. Es könnte sich bei diesem Film durchaus um einen typischen “ Frauenfilm “ handeln, der aber auch für das männliche Geschlecht schöne optische Bilder bietet.

  • Wertu
  • Story
    3,5
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    1,5
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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